Leben aus dem Heiligen Geist (1Petr 4,14)

Der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch. (1Petr 4,14b)

Der Erste Petrusbrief nennt hier das, was Christen und Nichtchristen fundamental voneinander unterscheidet. Christen zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Heiligen Geist empfangen haben. In seinen Abschiedsreden im Johannesevangelium verheißt Jesus Christus diesen Heiligen Geist seinen Jüngern. In der Apostelgeschichte lesen wir, wie der Heilige Geist an Pfingsten zunächst auf die Jünger herabkommt, dann aber auch auf alle, die gläubig werden und sich taufen lassen.

Nur wer glaubt und sich taufen lässt, kann den Heiligen Geist empfangen. Er ist Gabe und Aufgabe zugleich. Er zeichnet uns Christen aus, aber verlangt zugleich von uns, dass wir ein Leben führen, das seiner würdig ist. Wir Christen müssen unser Leben ordnen, damit wir anderen keinen Grund zum Anstoß geben. Wir müssen uns auszeichnen durch ein „Mehr“ an Liebe und Verantwortung für diese Welt. Wir müssen aber auch auf den hinweisen, der unserem Leben Kraft und Richtung gibt.

Gott zuerst, so könnte unser Wahlspruch lauten. Dieses „Gott zuerst“ ist aber in keinster Weise ein Ausschluss von Nächstenliebe und Verantwortung für diese Welt. Gerade aus diesem „Gott zuerst“ kommt die Kraft zu wahrer Liebe und Mitmenschlichkeit. Wir hören immer wieder von Heiligen, die sich in die Einsamkeit mit Gott zurückziehen, und gerade daraus erwächst eine Strahlkraft, wie sie andere, die mitten in der Welt leben, nur selten erlangen.

Wenn es heißt, dass der Heilige Geist auf uns ruht, so hört sich das zunächst recht statisch an. Mit dem Heiligen Geist verbinden wir aber doch den Gedanken der Dynamik, des Feuers, der lebendigen Kraft. Warum heißt es hier, dass der Heilige Geist auf uns ruht? Vielleicht will der Erste Petrusbrief uns damit aufzeigen, was das Tragende in unserem christlichen Leben ist. Um uns das Getöse der Welt, Herausforderungen, möglicherweise auch Verfolgungen. Aber wir haben das unerschütterliche Siegel des Heiligen Geistes eingeprägt. Wenn wir uns auf ihn verlassen, werden wir alle Widrigkeiten überstehen, und zum Ziel unseres Lebens gelangen.

Wir Christen werden durch den Heiligen Geist, der auf uns ruht, zu Menschen, die in sich ruhen, die in Gott ruhen, und aus dieser Kraft der Ruhe in die Welt hinein wirken. Kein hektischer Aktionismus, keine oberflächliche Hilfe, sondern eine Liebe, die tiefer geht und auf die Verlass ist. Sicher, oft sind wir weit davon entfernt, aber dennoch geben uns diese Worte Mut, uns wieder neu auf unsere Berufung zu besinnen. Um die Kraft dazu bitten wir gerade in den Tagen vor Pfingsten den Heiligen Geist, den Geist Gottes, den Geist der Herrlichkeit.

Komm, Heiliger Geist, Geist Gottes, Geist der Herrlichkeit.

Lass uns ruhen in dir, lass uns stets auf deine Anwesenheit vertrauen.

Heilige uns und erfülle unsere Herzen mit brennender Sehnsucht nach der Wahrheit und dem vollen Leben. Lass uns erkennen, welcher Weg zum Leben führt und zu wahrer Liebe.

Brenne in unsere Herzen die innige Liebe zum Namen Jesu Christi ein und gib uns den Mut, für diesen Namen Zeugnis zu geben.

Entzünde in uns dein Licht, dass wir selbst zum Licht werden, das leuchtet und wärmt und tröstet. Lass unsere schwerfälligen Zungen Worte finden, die von deiner Liebe und Schönheit sprechen. Lass uns mit Wort und Tat Boten deiner Liebe sein.

Schaffe uns neu, dass wir Menschen der Liebe werden, deine Heiligen, Bürger des Reiches Gottes mitten in dieser Welt. Gib unseren Herzen Klarheit und führe uns durch die Wirren dieser Zeit hin zur ewigen Herrlichkeit.

Amen.

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