Pfingsten

Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. – Mit diesen Worten des Propheten Joel (Joel 3,1) beginnt Petrus seine Predigt am Pfingsttag (Apg 2,17) und will damit sagen, dass eine Sehnsucht des Volkes Israel an diesem Tag in Erfüllung geht. Es ist etwas Unerhörtes. Nicht mehr nur auserwählten Anführern, Priestern und Propheten schenkt Gott seinen Geist, sondern er gießt ihn unbegrenzt aus über die ganze Welt.

Der Geist Gottes, der Heilige Geist, ist Gottes unsichtbare Kraft, die alles durchdringt und heiligt. Wir können ihn nicht sehen, aber wir können sein Wirken spüren. Wind, Feuer und Taube sind Bilder, die uns sein Wirken veranschaulichen sollen. Der Geist ist friedfertig wie eine Taube, er erwärmt alles in seiner Nähe wie die Kraft des Feuers, und er treibt an wie der Wind, wenn er in die Segel eines Schiffes bläst.

Gottes Geist ist überall, aber er kommt zu uns nicht ungefragt. Nur wer ihn einlässt, erfährt seine Kraft. Aber wir fragen oft auch: Wo ist sein Wirken geblieben, warum vertreibt er mit seiner machtvollen Kraft nicht alles Übel und alles Böse aus der Welt? Warum fühle ich selbst mich selbst oft so schwach, obwohl ich täglich um den Heiligen Geist bete?

Vertrauen wir seiner Kraft, die oft auch im Verborgenen wirkt. Es braucht lange, um ein kaltes Herz aus Stein wieder zum Glühen zu bringen. Er will es nicht einfach fortwehen, sondern wartet geduldig, ob es sich nicht doch für seine Wärme öffnet. Gott will mit seinem Wirken die ganze Welt erfüllen, nicht nur die Frommen. Er hat ja alles geschaffen und liebt alle, auch wenn viele sich gegen ihn verschließen.

Beten wir jeden Tag und heute am Pfingstfest ganz besonders darum, dass die Welt sich öffnet für das Wirken des Heiligen Geistes. Nur so geschieht Heil und entsteht Heilung und Heiligkeit.

Komm, Heiliger Geist, komm herab über alles Fleisch, damit die ganze Welt Gottes Heil erfahre. Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt!

Der Heilige Geist in der Dreifaltigkeit

Die letzte Strophe des Hymnus „Veni Creator“ zeigt uns den Heiligen Geist in der Dreifaltigkeit. Der Heilige Geist führt uns ein in dieses für uns unergründbare Geheimnis. Er hilft uns, den Vater und den Sohn zu erkennen. Dieses Erkennen führt zu einer tieferen Beziehung. Der Heilige Geist führt uns hin zum Sohn und zum Vater. Im Hymnus rufen wir ihn an:

Durch dich mögen wir den Vater entdecken,

und auch den Sohn erkennen,

und an dich, den gemeinsamen Geist beider,

allezeit glauben.

Wie können wir an einen dreifaltigen Gott glauben, einen Gott, der Vater ist und Sohn und Heiliger Geist? Ist das alles nicht ein Konstrukt von antiken Philosophen und heute nicht mehr verständlich zu machen?

Der Glaube an die Dreifaltigkeit ist zutiefst biblisch. Jesus spricht oft vom Vater, von seinem Vater und unserem Vater, er spricht davon, dass er den Heiligen Geist vom Vater senden wird und er spricht davon, dass es der Heilige Geist ist, der uns zur Erkenntnis und so auch zum Glauben führt.

Nur, wenn wir Gott kennen, können wir auch an ihn glauben. Glaube bedeutet nicht, die Existenz von etwas gänzlich Ungewissem anzunehmen, sondern Glaube bedeutet das sichere Vertrauen auf einen Gott, von dessen Existenz wir wissen. Nun lässt sich Gott nicht mit naturwissenschaftlichen Mitteln erkennen. Doch es ist eine Engführung der Aufklärung, dass wir allein das für wahr halten, was die Naturwissenschaft erklären kann. Dadurch hat sich die Menschheit den Zugang zu einem Großteil der Wirklichkeit selbst versperrt.

Der Heilige Geist lässt uns den Vater entdecken und den Sohn erkennen, er zeigt uns, dass Gott existiert, dass wir uns auf Gott verlassen können, dass christlicher Glaube sich nicht auf irgendwelche Märchen stützt, sondern auf eine Gewissheit, die verlässlicher ist als alles, was wir mit unseren Augen sehen und mit unseren Händen greifen können.

Komm, Heiliger Geist, zeige uns den Vater, lass uns seine Liebe erfahren!

Komm, Heiliger Geist, zeige uns Jesus Christus, den Sohn, und lass uns alles verstehen, was er gesagt und getan hat.

Komm, Heiliger Geist, gib dich uns zu erkennen als einigendes Band der Liebe zwischen Vater und Sohn, und nimm uns hinein in diese Liebe.

Pfingsten (2)

Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. (Apg 2,4)

Die Jünger haben die Anwesenheit Gottes erfahren. Das erste, das der Geist bewirkt ist, dass die Verwirrung der Sprachen ein Ende nimmt. In Jerusalem sind jüdische Pilger aus allen Regionen des Römischen Reiches und sie alle können die Jünger verstehen, die getrieben von der Kraft des Heiligen Geistes auf die Straße gehen, um Gottes machtvolle Taten zu verkünden.

In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. (Apg 2,5-6)

Die Verwirrung der Sprachen war nach biblischer Schilderung im alten Babylon entstanden (Gen 11,1-9). Dort taten sich die Menschen zusammen, um einen Turm zu bauen, bis in den Himmel. So wollten sie sich selbst und Gott beweisen, wie groß sie sind. Doch Gott verwirrte ihre Sprache. Die Menschen konnten einander nicht mehr verstehen, und sie hörten auf, an dem Turm zu bauen.

Bis heute hat jedes Volk, ja jeder Stamm seine eigene Sprache. Menschen grenzen sich gegeneinander ab. Die verschiedenen Sprachen machen es noch schwerer, dass Menschen sich über Grenzen hinweg verständigen können. Doch es gibt Weltsprachen, mit denen man sich vielerorts verständigen kann. Damals waren dies Griechisch und Latein, heute ist es Englisch.

Als er vom Himmel herabstieg
und die Sprachen verwirrte,
hat der Höchste die Völker zerstreut.
Als er die Zungen des Feuers
verteilte, rief er alle zur Einheit.
Mit gemeinsamer Stimme ehren
wir den allheiligen Geist.
(Gebet der Ostkirche)

Das Sprachwunder an Pfingsten, als alle Menschen die Worte der Apostel verstehen konnten, meint mehr, als dass diese in einer bekannten Weltsprache gesprochen hätten. Was nützt eine gemeinsame Sprache, wenn die Menschen weiter untereinander uneins sind?

Vielleicht ist die Sprache des Heiligen Geistes die Sprache der Herzen. Die Menschen aller Völker und Sprachen wissen, was Liebe ist. Sie erkennen, ob jemand mit guten Absichten kommt oder Streit sucht. Die Sprache, die alle Menschen erreicht, ist die Sprache der Liebe. Nicht mit Gewalt missionieren die Apostel. Sie geben mit ihrem Leben, ihren Worten und ihrem Tun Zeugnis von Jesus Christus. Sie geben Zeugnis von der Liebe, die Gott uns durch seinen Sohn erwiesen hat. Gott ist uns nahe gekommen. Wo Menschen Gott in ihr Leben lassen, da können auch sie einander nahe kommen.

Das kann ein Aufruf für uns heute an Pfingsten sein. Wir erleben, wie heute die Feindschaft zwischen den Religionen vielleicht stärker ist denn je. Versuchen wir, im Heiligen Geist eine Atmosphäre der Toleranz zu schaffen, die zum eigenen Erbe steht, aber auch die Überzeugungen des anderen akzeptiert. Nicht Angst und Gewalt sind Früchte des Geistes, sondern Friede und Langmut. Schaffen wir so den Raum, in dem Gott die Herzen der Menschen anrühren kann.

Am Pfingstfest zeigt sich der Heilige Geist durch das Zeichen eines Sturmwindes, durch Feuerzungen und das Sprechen der Apostel in allen Sprachen. Das ist ein Zeichen dafür, dass die babylonische Zersplitterung – Ergebnis des Hochmuts, der die Menschen trennt – in dem Geist, der Liebe ist und Einheit in der Verschiedenheit spendet, überwunden ist. Die Kirche spricht vom ersten Augenblick ihres Bestehens an in allen Sprachen – durch die Kraft des Heiligen Geistes und der Feuerzungen – und lebt in allen Kulturen; sie zerstört nichts von den verschiedenen Gaben, von den verschiedenen Charismen, sondern fasst alles in einer großen und neuen Einheit zusammen, die versöhnt: Einheit und Vielgestaltigkeit. (Benedikt XVI.)

Pfingsten (1)

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. (Apg 2,1)

Das Wort „Pfingsten“ kommt vom griechischen Wort „Pentekoste“, zu Deutsch „der fünfzigste Tag“. Pfingsten wird 50 Tage (7×7+1, was der Zahlensymbolik nach Überfülle bedeutet) nach Ostern gefeiert und bildet den Abschluss der 50-tägigen Osterzeit.

Wie das christliche Osterfest in engem Zusammenhang zum jüdischen Pessach-Fest steht, so entspricht Pfingsten dem jüdischen Schawuot oder Wochenfest, das 50 Tage nach dem Pessach-Fest gefeiert wird. Dies war ursprünglich ein Erntefest als Dank für die Erstlingsfrüchte, später wurde es zu einem Fest des Gedenkens an die Offenbarung der Zehn Gebote Gottes am Berg Sinai. Die Chronologie von Lukasevangelium und Apostelgeschichte verknüpft die beiden bedeutenden christlichen Heilsgeheimnisse des Todes Jesu Christi und der Geistsendung mit diesen beiden großen jüdischen Wallfahrtsfesten. Am Pessach-Fest wurde Jesus hingerichtet und am Schawuot-Fest kam der Heilige Geist auf die Jünger herab.

Die Christen feierten zunächst die heiligen fünfzig Tage der Osterzeit „wie einen einzigen Festtag“. Im 4. Jahrhundert bekam jedoch das Fest Christi Himmelfahrt am 40. Tag nach Ostern eine immer eigenständigere Bedeutung, was zur Folge hatte, dass die Einheitlichkeit der fünfzig Tage durchbrochen wurde. Dadurch wurde auch das Pfingstfest nicht mehr als Abschluss der fünfzig Tage gesehen, sondern als eigenständiger Festtag, was sich auch darin zeigt, dass es eine eigene Oktav erhalten hat. Nach Wegfall der Pfingstoktav kommen heute wieder die fünfzig Tage der Osterzeit stärker zum Vorschein. Der Pfingstmontag als letzter Rest der Pfingstoktav und zweiter Feiertag des Pfingstfestes ähnlich dem Ostermontag bildet ein gewisses Kuriosum, da er liturgisch schon zur Zeit im Jahreskreis gehört.

Die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten haben als Pfingstnovene eine besondere Bedeutung. Hier folgt die Kirche dem Vorbild der Apostelgeschichte, die uns die Jünger zusammen mit Maria und den anderen Frauen im Abendmahlssaal zum Gebet versammelt zeigt. Auch die Nachwahl des Matthias zum Apostel als Ersatz für Judas fällt in diese Tage. Am fünfzigsten Tag waren dann alle Jünger Jesu beisammen und der Heilige Geist, den Jesus ihnen verheißen hatte, kam auf sie herab.

Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. (Apg 2,2-3)

Der Heilige Geist kommt vom Himmel mit einem Brausen wie ein Sturm, der das ganze Haus durchweht und wie Feuerzungen, die sich auf alle verteilen. Wahrscheinlich ist es Lukas nicht leicht gefallen, das Pfingstereignis in angemessene Worte zu fassen. Die Herabkunft des Heiligen Geistes ist ein geistliches Ereignis, das aber auch materiell erfahrbar wird.

Vielleicht haben wir alle schon einmal einen solchen Sturm erlebt, dessen Wucht man selbst bei gut gebauten Häusern noch merkt, der durch alle Ritzen zieht und an den Fenstern rüttelt. Eine gewaltige Kraft. Sturm ist auch in Alten Testament oft ein Bild für eine Erscheinung Gottes. Sehr intensiv schildert dies der Psalm 29:

Die Stimme des Herrn erschallt über den Wassern. Der Gott der Herrlichkeit donnert, der Herr über gewaltigen Wassern.
Die Stimme des Herrn ertönt mit Macht, die Stimme des Herrn voll Majestät.
Die Stimme des Herrn zerbricht die Zedern, der Herr zerschmettert die Zedern des Libanon.
Er lässt den Libanon hüpfen wie ein Kalb, wie einen Wildstier den Sirjon.
Die Stimme des Herrn sprüht flammendes Feuer, die Stimme des Herrn lässt die Wüste beben, beben lässt der Herr die Wüste von Kadesch. (Ps 29,3-8)

Auch Feuer ist ein Bild für die Anwesenheit Gottes. Als Mose auf den Sinai stieg, um von Gott die Zehn Gebote zu empfangen, war der Berg in Feuer gehüllt:

Am dritten Tag, im Morgengrauen, begann es zu donnern und zu blitzen. Schwere Wolken lagen über dem Berg und gewaltiger Hörnerschall erklang. Der ganze Sinai war in Rauch gehüllt, denn der Herr war im Feuer auf ihn herabgestiegen. Der Rauch stieg vom Berg auf wie Rauch aus einem Schmelzofen. Der ganze Berg bebte gewaltig und der Hörnerschall wurde immer lauter. (Ex 19,16.18)

Ein Gebet der Ostkirche versucht das, was Lukas schreibt, zu einem neuen Bild zu formen und uns bewusst zu machen, dass jede Darstellung von Pfingsten nicht einmal annähernd das beschreiben kann, was die Jünger erfahren haben:

Des Geistes Quell kam zu den Erdenbewohnern;
in feuerfließenden Strömen verteilte er sich, geistig,
und fiel wie Tau auf die Apostel und machte sie licht und hell.
Es ward ihnen zu einer Wolke von Tau das Feuer,
und es erleuchtete sie eine regenspendende Flamme.
Von ihnen haben wir empfangen die Gnade
durch Feuer und Wasser.
Erschienen ist das Licht des Trösters
und hat die Welt erleuchtet.

Leben aus dem Heiligen Geist (1Petr 4,14)

Der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes, ruht auf euch. (1Petr 4,14b)

Der Erste Petrusbrief nennt hier das, was Christen und Nichtchristen fundamental voneinander unterscheidet. Christen zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Heiligen Geist empfangen haben. In seinen Abschiedsreden im Johannesevangelium verheißt Jesus Christus diesen Heiligen Geist seinen Jüngern. In der Apostelgeschichte lesen wir, wie der Heilige Geist an Pfingsten zunächst auf die Jünger herabkommt, dann aber auch auf alle, die gläubig werden und sich taufen lassen.

Nur wer glaubt und sich taufen lässt, kann den Heiligen Geist empfangen. Er ist Gabe und Aufgabe zugleich. Er zeichnet uns Christen aus, aber verlangt zugleich von uns, dass wir ein Leben führen, das seiner würdig ist. Wir Christen müssen unser Leben ordnen, damit wir anderen keinen Grund zum Anstoß geben. Wir müssen uns auszeichnen durch ein „Mehr“ an Liebe und Verantwortung für diese Welt. Wir müssen aber auch auf den hinweisen, der unserem Leben Kraft und Richtung gibt.

Gott zuerst, so könnte unser Wahlspruch lauten. Dieses „Gott zuerst“ ist aber in keinster Weise ein Ausschluss von Nächstenliebe und Verantwortung für diese Welt. Gerade aus diesem „Gott zuerst“ kommt die Kraft zu wahrer Liebe und Mitmenschlichkeit. Wir hören immer wieder von Heiligen, die sich in die Einsamkeit mit Gott zurückziehen, und gerade daraus erwächst eine Strahlkraft, wie sie andere, die mitten in der Welt leben, nur selten erlangen.

Wenn es heißt, dass der Heilige Geist auf uns ruht, so hört sich das zunächst recht statisch an. Mit dem Heiligen Geist verbinden wir aber doch den Gedanken der Dynamik, des Feuers, der lebendigen Kraft. Warum heißt es hier, dass der Heilige Geist auf uns ruht? Vielleicht will der Erste Petrusbrief uns damit aufzeigen, was das Tragende in unserem christlichen Leben ist. Um uns das Getöse der Welt, Herausforderungen, möglicherweise auch Verfolgungen. Aber wir haben das unerschütterliche Siegel des Heiligen Geistes eingeprägt. Wenn wir uns auf ihn verlassen, werden wir alle Widrigkeiten überstehen, und zum Ziel unseres Lebens gelangen.

Wir Christen werden durch den Heiligen Geist, der auf uns ruht, zu Menschen, die in sich ruhen, die in Gott ruhen, und aus dieser Kraft der Ruhe in die Welt hinein wirken. Kein hektischer Aktionismus, keine oberflächliche Hilfe, sondern eine Liebe, die tiefer geht und auf die Verlass ist. Sicher, oft sind wir weit davon entfernt, aber dennoch geben uns diese Worte Mut, uns wieder neu auf unsere Berufung zu besinnen. Um die Kraft dazu bitten wir gerade in den Tagen vor Pfingsten den Heiligen Geist, den Geist Gottes, den Geist der Herrlichkeit.

Komm, Heiliger Geist, Geist Gottes, Geist der Herrlichkeit.

Lass uns ruhen in dir, lass uns stets auf deine Anwesenheit vertrauen.

Heilige uns und erfülle unsere Herzen mit brennender Sehnsucht nach der Wahrheit und dem vollen Leben. Lass uns erkennen, welcher Weg zum Leben führt und zu wahrer Liebe.

Brenne in unsere Herzen die innige Liebe zum Namen Jesu Christi ein und gib uns den Mut, für diesen Namen Zeugnis zu geben.

Entzünde in uns dein Licht, dass wir selbst zum Licht werden, das leuchtet und wärmt und tröstet. Lass unsere schwerfälligen Zungen Worte finden, die von deiner Liebe und Schönheit sprechen. Lass uns mit Wort und Tat Boten deiner Liebe sein.

Schaffe uns neu, dass wir Menschen der Liebe werden, deine Heiligen, Bürger des Reiches Gottes mitten in dieser Welt. Gib unseren Herzen Klarheit und führe uns durch die Wirren dieser Zeit hin zur ewigen Herrlichkeit.

Amen.

Die Versuchung Jesu

Jesus wird zu Beginn seines öffentlichen Wirkens vor die Wahl gestellt, ob er ein sensationeller Wunderprediger sein will, dem die Menschen in Scharen nachlaufen und der sich selbst in den Mittelpunkt stellt, oder ob er sich zum Diener Gottes und der Menschen machen möchte, der dem Willen Gottes gehorsam ist bis in den Tod.

Exemplarisch wird das Wesen der Versuchung an drei Beispielen dargestellt. Durch die Verwandlung von Steinen zu Brot soll Jesus dazu versucht werden, ein Wunder allein zu seinen Gunsten zu wirken, ein Wunder das allein die menschliche Gier befriedigt, aber nicht zu einer Begegnung mit Gott führt. Alles Tun Jesu ist aber darauf hin gerichtet, den Willen des Vaters zu erfüllen. Davon lebt er, nicht vom Brot allein.

Wenn sich Jesus vor aller Augen von der Zinne des Tempels stürzen würde und heil am Boden ankäme, würden ihn alle bewundern. Aber er würde zugleich den Vater herausfordern und auf die Probe stellen. Jesus zeigt seine Göttlichkeit nicht durch sensationelle Taten, vielmehr folgt der Erweis seiner Göttlichkeit nach seiner größten Erniedrigung am Kreuz in der Auferweckung durch den Vater.

Bestand die erste Versuchung im Missbrauch der Gabe Gottes zum Eigennutz, die zweite in der Versuchung Gottes, so ist das Wesen der dritten Versuchung die explizite Gotteslästerung. Der Satan verlangt, dass Jesus sich vor ihm niederwirft und ihn anbetet. Dafür verspricht er ihm die Macht über alle Reiche der Welt. Doch welchen Preis hat diese Macht. Jesus wird über die ganze Erde herrschen, aber nicht nach dem Sinn Satans, sondern nach Gottes Willen. Die Herrschaft des Satans bringt der Welt das Verderben, die Herrschaft Jesu Christi aber bringt der Welt das Heil.

Pfingsten

Pfingsten_2

Das Wort „Pfingsten“ kommt vom griechischen Wort „Pentekoste“, was auf Deutsch „der fünfzigste Tag“ bedeutet. Pfingsten wird 50 Tage (7×7+1, was der Zahlensymbolik nach Überfülle bedeutet) nach Ostern gefeiert und bildet den Abschluss der 50-tägigen Osterzeit. Die Juden feiern an diesem Tag, 50 Tage nach dem Pessach-Fest, das Schawuot oder Wochenfest, das ursprünglich ein Erntefest als Dank für die Erstlingsfrüchte war, später aber zu einem Fest des Gedenkens an die Offenbarung der Zehn Gebote Gottes am Sinai wurde.

Die Chronologie von Lukasevangelium und Apostelgeschichte verknüpft die beiden bedeutenden christlichen Heilsgeheimnisse des Todes Jesu Christi und der Geistsendung mit diesen beiden großen jüdischen Wallfahrtsfesten. Am Pessach-Fest wurde Jesus hingerichtet und am Schawuot-Fest kam der Geist auf die Jünger herab.

Die Christen feierten zunächst die heiligen fünfzig Tage der Osterzeit „wie einen einzigen Festtag“. Im 4. Jahrhundert bekam jedoch das Fest Christi Himmelfahrt eine immer eigenständigere Bedeutung, was zur Folge hatte, dass die Einheitlichkeit der fünfzig Tage durchbrochen wurde und auch das Pfingstfest nicht mehr als Abschluss der fünfzig Tage gesehen wurde, sondern zu einem eigenständigen Fest mit eigener Oktav wurde. Nach Wegfall der Pfingstoktav kommen heute wieder die fünfzig Tage der Osterzeit stärker zum Vorschein. Der Pfingstmontag als letzter Rest der Pfingstoktav und zweiter Feiertag des Pfingstfestes ähnlich dem Ostermontag bildet ein gewisses Kuriosum, da er liturgisch schon zur Zeit im Jahreskreis gehört.

Die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten haben als Pfingstnovene eine besondere Bedeutung. Hier folgt die Kirche dem Vorbild der Apostelgeschichte, die uns die Jünger zusammen mit Maria und den anderen Frauen im Abendmahlssaal zum Gebet versammelt zeigt. Auch die Nachwahl des Matthias zum Apostel als Ersatz für Judas fällt in diese Tage. Wie die Jünger Jesu beten auch wir heute besonders um den Heiligen Geist.

Dann kehrten sie vom Ölberg, der nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern. (Apg 1,12-14)

Wenn wir auf das Johannesevangelium blicken, aus dem der Text des Evangeliums am Pfingstsonntag stammt, so sehen wir hier eine andere Chronologie. Jesus wurde nach Johannes nicht am Pessach-Tag, sondern am Rüsttag vor dem Pessach-Fest gekreuzigt. Die Aussendung des Geistes über die Jünger erfolgte nicht erst nach fünfzig Tagen, sondern bereits am Osterabend mit der ersten Erscheinung des Auferstandenen.

Was uns zunächst widersprüchlich erscheinen mag, wird bei näherem Betrachten verständlich. Blicken wir zunächst auf den Text der Apostelgeschichte, der für uns zum Kerntext des Pfingstfestes geworden ist:

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. (Apg 2,1-4)

Am Pfingsttag öffnet der Heilige Geist die Tore des Hauses und der Herzen. Nach Tagen des Rückzugs gehen die Apostel auf die Straße hinaus und verkündigen den Auferstandenen Herrn. Der Heilige Geist ist es, der ihnen Wort und Stimme gibt. Zugleich wird der Pfingsttag zum Geburtsfest der Kirche, an dem die Urgemeinde von Jerusalem zum ersten Mal nach dem Tod Jesu öffentlich in Erscheinung tritt und ihre ersten neuen Mitglieder gewinnt.

Lukas, der ein vortrefflicher Schriftsteller war, versteht es, die Ausbreitung der Kirche von der kleinen „Zelle“ der ersten Jünger in Jerusalem über die ganze Welt spannend zu schildern. Wir können bildlich vor uns sehen, wie das kleine Senfkorn aufgeht und zu einem großen Baum heranwächst. Der Pfingsttag ist der Tag, an dem der Keimling aus dem Korn hervorbricht – durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Johannes liefert uns keine solche Geschichte der Kirche. Sein Evangelium endet mit der Auferstehung des Herrn. Wie es dann weiter geht, das erleben die Leser seines Evangeliums zu ihrer Zeit. Er will uns mit den Berichten von den Erscheinungen des Auferstandenen etwas Bleibendes vermitteln. Was die Apostel an Ostern erfahren haben, das kann jeder Mensch erfahren, der sich auf Jesus Christus einlässt.

Jesus tritt in die Mitte der versammelten Jünger. Johannes lässt bewusst offen, wer hier genau versammelt ist. Gehören Maria und die anderen Frauen auch dazu? Hier ist jeder versammelt, der an Jesus glaubt. Wichtig ist der Tag, an dem es geschieht. Es ist der achte Tag, der Sonntag. An ihm versammeln sich seither die Christen zum Gottesdienst. Was Johannes hier schildert, ist nichts anderes als der erste Sonntagsgottesdienst, der seit diesem Ostersonntag durch alle Zeiten hindurch gefeiert wird.

Jesus in der Mitte. Seither ist Jesus mitten unter den Gläubigen, die sich zum Gottesdienst versammeln. Der Friedenswunsch ist ein zentrales Element jeder Heiligen Messe. Gehet hin in Frieden! – Ite missa est! – Ich sende euch. Aus jeder Messe werden wir mit dieser Sendung als Boten des göttlichen Friedens entlassen.

Jesus hauchte sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. (Joh 20,22f)

Auch bei Johannes werden die Jünger auf die Straße hinaus gesandt. Wenn auch Johannes nicht so spektakulär wie Lukas in der Apostelgeschichte davon berichtet, welche Scharen von Menschen zu Zeugen des Pfingstwunders wurden, so ist doch das Ergebnis das gleiche. Die Jünger folgen dem Auftrag Jesu. Sie sind nun erfüllt von Gottes Heiligem Geist und wirken Gottes Heil unter den Menschen.

Das Pfingstfest soll uns wieder neu dazu ermuntern, täglich um den Heiligen Geist zu beten und uns auf sein Wirken einzulassen, damit sein Feuer ins uns stets lebendig bleibt. Das folgende Gebet hat Papst Johannes Paul II. täglich gebetet:

O Heiliger Geist, Du Liebe des Vaters und des Sohnes!

Gib mir immer ein, was ich denken soll, gib mir immer ein, was ich sagen soll, und wie ich es sagen soll. Gib mir immer ein, was ich verschweigen soll und wie ich mich dabei verhalten soll. Gib mir ein, was ich zur Ehre Gottes, zum Wohl der Seelen und zu meiner eigenen Heiligung tun soll.

Heiliger Geist, gib mir Verstand, um zu verstehen und zu erkennen, gib mir das Fassungsvermögen, um alles zu behalten. Lehre mich die Methoden und gib mir die Fähigkeit, um immer wieder zu lernen. Gib mir Scharfsinn, um richtig zu deuten und zu unterscheiden, gib mir die Gnade, um wirkungsvoll zu sprechen.

Heiliger Geist, gib mir Zuversicht und Treffsicherheit am Beginn, leite und führe mich bei der Ausführung, und schenke mir Vollkommenheit beim Beenden.

Amen.

Gebet um den Heiligen Geist

Geist_Finger_Gottes

Der Heilige Geist ist es, der die Gläubigen Weisheit lehrt. Jesus hat den Jüngern den Heiligen Geist versprochen:

Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. (Joh 14,16-17)

In der Kirche hat sich die Lehre von den sieben Gaben des Heiligen Geistes herausgebildet. Hierzu verweise ich auf die Seite zur Pfingstnovene: Die sieben Gaben des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist treibt uns dazu an, nach den Gnadengaben Gottes zu streben.

Der Heilige Geist entflammt jeden, den er erfüllt hat, zum Verlangen nach den unsichtbaren Gütern. Und weil die weltlichen Herzen nur die sichtbaren Dinge lieben, daher kann die Welt ihn nicht empfangen. (Gregor der Große)

Wenn der Geist aber als Finger Gottes bezeichnet wird, dann meint dies die Wirkkraft Gottes, die durch ihn zum Ausdruck kommt.

Mit der Bezeichnung Finger Gottes wird die wirkende Kraft des Geistes betont, da auch der Geist, wie der Vater und der Sohn, Urheber der göttlichen Werke ist. (Ambrosius von Mailand)

Vom hl. Ambrosius stammt auch das folgende Gebet zum Heiligen Geist:

O Heiliger Geist,

eins mit dem Vater und dem Sohn,

sei jetzt gerne bereit, in uns Wohnung zu nehmen,

indem du dich ergießt in unser Herz.

Mund, Zunge, Verstand, Sinn und Kraft

mögen dein Lob verkünden,

hell flamme auf die Liebe,

die Glut entzünde die Nächsten.

Verleihe es, gütigster Vater

und du, Eingeborener gleich dem Vater

mit dem Tröster, dem Heiligen Geist

herrschend in alle Ewigkeit. Amen.

Gebet um die Sieben Gaben des Heiligen Geistes

Sieben_Gaben

O Gott, Heiliger Geist, dem ich von den Tagen meiner ersten Jugend an bis zum heutigen Tag so viel Betrübnis und Widerstand bereitet habe, erfülle mich mit Ehrfurcht vor deiner Person, deinem Wesen, deiner Gegenwart, deiner Macht!

Lass mich deine siebenfache Gabe erkennen: die Gabe der Weisheit und der Einsicht, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Du bist die Liebe zwischen Vater und Sohn, du taufst mit Feuer und gießt die Liebe Gottes in die Herzen aus, senke deine Liebe auch in mein Herz!

Nur um eines habe ich Gott gebeten; nicht um Reichtum, Wohlstand, Macht, irdisches Glück und irdische Güter, sondern nur um einen Funken deines heiligen Feuers, damit ich ganz und gar vom Feuer deiner göttlichen Liebe durchglüht werde. Lass dieses heilige Feuer mich reinigen von allen Makeln an Leib und Seele!

Erfülle mich mit deiner siebenfachen Gabe; nimm mich als ein dir wohlgefälliges Opfer an! Entzünde mich mit Eifer, gib mir aufrichtige Reue, damit ich als dein Diener leben und sterben möge! Amen.

Kardinal Manning

1.Korintherbrief – Gnadengaben 1Kor 12,4-11

Gnadengaben

4 Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.

5 Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.

6 Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.

Paulus macht deutlich, dass alle Befähigungen in ihrer Vielzahl einen gemeinsamen Ursprung haben: den dreifaltigen Gott. Gottes Kraft wirkt durch den Herrn Jesus Christus im heiligen Geist. Auf den ersten Blick unscheinbar, kommt in diesen drei Sätzen deutlich der trinitarische Charakter der Charismen zum Ausdruck.

Gottes Wirken setzt sich fort in der Zeit durch Menschen, die seinen Willen tun. Ob es sich aber bei dem, was Menschen tun, um eine Gabe Gottes oder allein um menschliches Profilierungsstreben handelt, lässt sich an einem Aspekt messen:

7 Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.

Ist das, was ein Christ tut, förderlich zum Aufbau der Gemeinde, oder führt es zu Streit und Spaltung? Wenn einer sich selbst in den Mittelpunkt stellt, dann bringt er Spaltung in die Gemeinde, weil sie sich formiert in Anhänger und Gegner seiner Person. Wem es aber um den Aufbau der Gemeinde geht, der stellt sich selbst in den Hintergrund. Nicht sein Licht in den Schatten, das ist hier nicht gemeint. Jeder darf mutig seine Gabe zum Einsatz bringen. Die Geschichte der Heiligen zeigt jedoch, dass eine besondere Gabe oft zu einer Bürde wird. Sie bringt nichts Herausragendes im irdischen Sinn, sondern ist eher eine Herausforderung, die dem Begabten oft unter seiner Begabung leiden lässt.

8 Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln,

9 dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen,

10 einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten.

Paulus gibt hier einen kurzen Überblick über die verschiedenen Gnadengaben. Wir verstehen das, was hier gemeint ist, leichter, wenn wir auf Christus blicken. In ihm wirkte Gottes Kraft in ihrer ganzen Fülle und er hat alle Gnadengaben in ihrer Fülle in sich vereinigt. Er besaß Gottes Weisheit und hat diese den Menschen verkündet. Er besaß die Kraft, Krankheiten zu heilen, ja sogar Tote zum Leben zu erwecken. Kein Geheimnis war ihm fremd, alles war ihm offenbar und davon hat er Kunde gebracht. Schließlich hat er sein Leben gering geachtet und sich für uns alle hingegeben.

Die Menschen, die in der Nachfolge Christi leben, teilen sich diese Kräfte. Der Geist teilt jedem seine Gabe zu, so wie es Gott gefällt. Kein einzelner Mensch kann in seiner Fülle das wirken, was Christus getan hat, aber die Gemeinde in ihrer Ganzheit, die Christi Leib in seiner bleibenden Gegenwart darstellt, kann durch die Summe ihrer Glieder, der einzelnen Christen, das Wirken Christi durch die Zeiten fortführen.

Die Gemeinde als Ganzes tut das, was Christus getan hat. Da gib es Christen, die in besonderer Weise Einblick in die Geheimnisse Gottes haben und den Menschen Weisheit vermitteln können. Andere verstehen die Zusammenhänge dieser Welt in besonderer Weise und können Erkenntnis vermitteln. Andere besitzen Glaubenskraft, die Berge versetzen kann. Mit ihrem Gebet können sie Großes bewirken. Andere können wie Christus Kranke heilen, können Menschen befreien von den Leiden und Zwängen, in denen sie lieben.

Wieder anderen ist die Gabe der Prophetie geschenkt. Sie erkennen tiefe Zusammenhänge und sehen voraus, was geschehen wird. Eine wichtige Gabe ist die Unterscheidung der Geister. Wenn es viele Stimmen in der Gemeinde gibt, welche ist die Stimme Gottes? Woran kann man sich orientieren? Anderen ist die Gabe der Zungenrede gegeben. Diese ist nicht unumstritten. Für manche ist es ein unverständliches Lallen, andere aber sehen darin eine Schau unergründlicher Geheimnisse, die andere zu deuten wissen.

11 Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will. (1Kor 12,4-11)

Noch einmal macht Paulus deutlich, dass alle diese Gnadengaben ihren Ursprung haben in dem einen Geist, der diese schenkt. Alle diese Gnadengaben sind wichtig für die Gemeinde und eine Gemeinde kann nur leben, wenn sie diese Gaben in sich vereinigt. Nur so stellt sie den Leib Christi dar, dessen Bild auf Erden sie ist. Dieses Bild von der Gemeinde als Leib Christi führt Paulus im folgenden Abschnitt noch deutlicher aus.

Beten wir darum, dass auch heute in unseren Gemeinden die Gnadengaben wirksam sind. Nur so können wir Gottes Wirken auf Erden fortsetzen in einer Zeit, die dieser Hilfe so sehr bedarf.

Gott. Du hast uns verschiedene Gaben geschenkt.

Keinem gabst du alles – und keinem nichts.

Jedem gibst du einen Teil.

Hilf uns, dass wir uns nicht zerstreiten,

sondern einander dienen mit dem,

was du einem jeden zum Nutzen aller gibst.