Prophet Sacharja (1)

Sacharja_Prophet

Im zweiten Jahr des Darius erging im achten Monat das Wort des Herrn an den Propheten Sacharja, den Sohn Berechjas, des Sohnes Iddos. (Sach 1,1)

Der Prophet Sacharja (“JHWH hat sich erinnert”) hat in der Zeit um 518 v.Chr. gewirkt, nur wenig später als der Prophet Haggai. Er wird auch in anderen biblischen Büchern erwähnt (vgl. Esra 5,1; Neh 12,16). Nach Nehemia 12,16 war Sacharja Priester. Er wurde in Babylon geboren und war mit seinem Großvater Iddo in der ersten Gruppe der Exilanten, die nach dem Befreiungsedikt des Perserkönigs Kyros unter der Führung von Serubbabel und Jeschua nach Jerusalem zurückkehrten.

Das Buch Sacharja ist Teil des Zwölfprophetenbuches. Es lässt sich in zwei Teile gliedern, wobei wohl nur der erste Teil, der die Kapitel 1 bis 8 umfasst, direkt auf den Propheten zurückgeht. Der zweite Teil, der die Kapitel 9 bis 14 umfasst, ist später (wahrscheinlich im 4. Jhd. v.Chr.) entstanden und wurde im Nachhinein dem Propheten zugeschrieben.

Die Zeit des Propheten ist geprägt vom Wiederaufbau der jüdischen Herrschaft im Land Israel nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil. Das Volk ist bedroht von äußeren Feinden, aber auch von inneren Auseinandersetzungen, die Worte des Propheten sollen Mut machen. In der Gestalt des Hohenpriesters Jeschua und des davidischen Herrschers Serubbabel sieht er die Heilsgestalten seiner Zeit, die für ihn zugleich Endzeit ist. Das Eintreffen von Gottes Heil steht nahe bevor. Serubbabel ist der letzte im Alten Testament erwähnte Herrscher aus dem Haus David.

Das Buch Sacharja enthält zahlreiche Hinweise auf den Messias, die in den Evangelien auf Christus gedeutet werden. Sach 9,9 prophezeit den Einzug Jesu in Jerusalem auf einem Esel, Sach 11,12-13 den Verrat durch Judas für 30 Silberstücke, Sach 12,10 die Durchbohrung der Seite des am Kreuz erhöhten Messias, Sach 13,7 die Zerstreuung der Jünger nach der Verhaftung Jesu, Sach 14,6-7 die Sonnenfinsternis in der Todesstunde Jesu. Der letzte Vers des Buches, Sach 14,21, wird auf die Tempelreinigung hin gedeutet. Die endzeitliche Schlacht in Harmagedon (Offb 16,16) leitet sich ab von der in Sach 12,11 erwähnten Totenklage in der Ebene von Megiddo.

Die Visionen erhält Sacharja nicht immer unmittelbar von Gott, sondern es tritt ein Engel auf, der ihm das Geschaute deutet. Damit kündigt sich die Wende von der Prophetie zur Apokalyptik an und wir können Ähnlichkeiten zum Buch Daniel und zur Offenbarung des Johannes feststellen. Die Texte im zweiten Teil des Buches sehen das Heil erst nach einer Eroberung Jerusalems durch die Feinde. Vor der Heilszeit steht die Notwendigkeit des Leidens. Am Ende des Buches steht die Vision vom Tag des Herrn.

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