2. Fastensonntag – Gemeinschaft mit dem Herrn

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Ahmt auch ihr mich nach, Brüder, und achtet auf jene, die nach dem Vorbild leben, das ihr an uns habt. Denn viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche – leben als Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn.

Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen kann.

Darum, meine geliebten Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und mein Ehrenkranz, steht fest in der Gemeinschaft mit dem Herrn, liebe Brüder. (Phil 3,17-4,1)

 Es ist ein inniges Anliegen, das Paulus hier am Herzen liegt und sichtlich schmerzt. Er erinnert sich an viele, die ihm wohl seit der Zeit seiner Missionstätigkeit sehr vertraut waren. Jetzt aber gehen sie andere Wege. Sie halten sich nicht an das Evangelium, das Paulus in seinen Gemeinden verkündet hat. Was sie genau zu Feinden des Kreuzes Christi gemacht hat, erwähnt Paulus nicht. Vielleicht haben sie ihre Position in der Gemeinde zu ihrem eigenen Vorteil ausgenutzt, haben es dann mit dem Glauben nicht mehr so ernst genommen und sich eine eigene Religion zusammen gebastelt, die dem nicht mehr entsprach, was Paulus über Jesus Christus verkündet hat.

Umso mehr ermahnt Paulus diejenigen, die ihm und seinem Evangelium bisher treu geblieben sind, das auch weiterhin zu bleiben. Wer seinem Beispiel folgt, geht sicher auf dem Weg des Heiles und soll sich von anderen vermeintlichen Heilsbringern nicht verunsichern lassen.

Unsere Heimat ist im Himmel. Jesus Christus, der für und gestorben und auferstanden ist, ist Garant für unser Heil. In ihm ist Gott uns nahe gekommen und bleibt uns nahe. In ihm hat Gott uns die Gemeinschaft mit sich angeboten.

Paulus weist darauf hin, dass der Leib vergänglich ist. Christus wird unseren Leib verwandeln. Er meint damit sicher nicht, dass wir unseren Leib vernachlässigen sollen, aber wir sollen ihn auch nicht vergöttern. Der Leib ist das irdische Zuhause unserer Seele und sie soll es dort gut haben, im Himmel aber bekommt sie eine neue Wohnung von Gott geschenkt.

Daher lohnt es nicht, nach Irdischem zu streben. Es ist vergänglich und Christus wird es sich letztlich unterwerfen. Als Christen sind wir schon zu Bürgern des himmlischen Reiches geworden. Auch wenn wir jetzt noch in der Fremde leben, ist Christus uns dennoch nahe.

Weil aber unsere wahre Heimat noch verborgen ist, lassen sich viele beirren. Noch dazu, wenn es so viele Irrlehrer gibt. Was ist richtig, was ist wahr? Wie kann ich bei all dem den richtigen Weg finden?

Das Richtige ist nicht immer das, was sich gut anhört und selbst auch nicht immer das, was sich gut anfühlt. Es gilt auch einige Entbehrungen auf sich zu nehmen und Durststrecken zu durchschreiten, um zum Ziel zu gelangen. Aber doch ist der Weg nicht so schwer, dass das Ziel unerreichbar wäre.

Es ist gut, Vorbilder im Glauben zu haben, wie Paulus ein Vorbild für seine Gemeinden war. Wir brauchen solche Vorbilder. Das sind Menschen die mehr gesehen haben von Gottes Größe, wie die drei Apostel am Berg Tabor oder Paulus bei seiner Berufung vor Damaskus, als ihm der Herr begegnet ist. Solche Menschen können uns den Weg weisen, uneigennützig, und mit einer tiefen Sehnsucht im Herzen, dass alle das Heil erlangen.

 

17.2. Heiliger Evermod (um 1100-1178)

EvermodDer romanische Dom ist noch heute das Wahrzeichen der südlich von Lübeck idyllisch auf einer Insel im gleichnamigen See gelegenen Kleinstadt Ratzeburg. Die “Racesburg” wird erstmals erwähnt in einer in Worms ausgestellten Urkunde aus dem Jahre 1062. Heinrich IV schenkte diese Festung dem Billungerherzog Otto von Sachsen. Der Name “Racesburg” geht vermutlich zurück auf den slawischen Fürsten Ratibor, der Ratse genannt wurde und in einer Ringburg residierte.

Die Entwicklung der Ansiedlung geht einher mit der Christianisierung des Gebietes, bereits um das Jahr 1044 wurde Ansverus, ein Mönch aus dem Kloster Harsefeld bei Stade, vom christlichen Obotritenfürst Gottschalk in dieses Gebiet berufen. Ein Kloster auf dem St. Georgsberg wurde begründet. Im Jahr 1060 wurde das Bistum Ratzeburg von Erzbischof Adalbert von Bremen errichtet. Doch schon nach kurzer Zeit, im Jahr 1066, wurde bei einem Slawenaufstand alles Christliche in und um Ratzeburg vernichtet, das Kloster St. Georgsberg wurde zerstört, der Abt Ansverus und 18 seiner Gefährten gesteinigt.

Als im Jahr 1093 der endgültige Sieg über die Ostseeslawen errungen wurde, konnte das Kloster St. Georgsberg zusammen mit der Kirche wieder aufgebaut werden, um das Jahr 1142 wurde Ansverus heiliggesprochen. Im Jahr 1154 errichtete Heinrich der Löwe das Bistum Ratzeburg neu. Es umfasste den Westen Mecklenburgs und das Herzogtum Lauenburg und bestand bis zur Reformation. Um 1165 wurde von Heinrich dem Löwen der Bau des Domes begonnenen, der im Jahr 1220 vollende wurde. Bereits 1172 wurden die Gebeine des hl. Ansverus in einer feierlichen Prozession in den Dom überführt.

Der hl. Evermod war der erste Bischof des neu errichten Bistums Ratzeburg. Evermod wurde um das Jahr 1100 in Belgien geboren. 1120 schloss er sich Norbert von Xanten an und trat in den von diesem gegründeten Orden der Prämonstratenser ein. Er wurde einer der treuesten Schüler des heiligen Norbert und begleitete ihn auf vielen seiner Reisen. Bald übernahm er wichtige Funktionen in den Neugründungen des Ordens, zunächst 1131 im Kloster Gottesgnaden, das Norbert auf einer Insel in der Saale nahe Calbe, südlich von Magdeburg gegründet hatte. Evermod selbst gründete vier Klöster in Havelberg, Jerichow, Quedlinburg und Pöhlde.

Im Jahr 1154 wurde Evermod Bischof von Ratzeburg. Zusammen mit ihm kamen mehrere Prämonstratenser in das neu errichtete Bistum. Mit großem missionarischem Eifer ging er daran, den christlichen Glauben unter den neu bekehrten Slawen zu festigen. In der Umgebung wirkte er beim Wendenstamm der Polaben als Glaubensbote, weshalb er auch “Apostel der Wenden” genannt wird. In einer Chronik heißt es:

„Der eifrige Oberhirte bot alle Kräfte auf, um die Laster, welche zufolge der Einfälle und Plünderungen der Slaven eingerissen waren, zu vertilgen; es erhoben sich in seinem Sprengel eine Menge Kirchen, wodurch die Gottesfurcht und Religion bedeutenden Vorschub gewann.“

In seine Amtszeit fällt auch die Errichtung des Domes, womit Evermod zugleich den Grundstein für die spätere Stadt legte. Es werden viele Wunder des heiligen Bischofs berichtet. Evermod starb am 17. Februar 1178. Seine Gebeine befinden sich im Dom zu Ratzeburg.

Auch die beiden Nachfolger Evermods werden als Heilige verehrt. Der heilige Isfried, Beichtvater Heinrichs des Löwen, wurde 1180 Bischof von Ratzeburg. Er war wie Evermod Prämonstratenser und hatte zuvor den Bau des Klosters Jerichow vorangetrieben. Nun trug er maßbeglich zur Vollendung des Ratzeburger Domes bei. Der hl. Ludolf, ebenfalls Prämonstratenser, kam etwa 1230 als Diakon nach Ratzeburg und wurde 1236 zum Bischof gewählt. Aufgrund von Streitigkeiten mit Herzog Albrecht von Sachsen musste er um 1247 fliehen und starb 1250 in Wismar.

1. Fastensonntag – Dank

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Dankbarkeit, über die Früchte des Landes, das ist es, was Mose das Volk lehrt. Die Israeliten sollen immer im Gedächtnis behalten, woher sie kommen. Ihr Urvater Abraham kam als Fremder in das gelobte Land, die Stammväter zogen mit ihren noch kleinen Familien nach Ägypten, dort wurden sie zu einem großen Volk, das Gott aus Ägypten herausgeführt hat.

Nun lebt Israel im gelobten Land, in dem Land, in dem Milch und Honig fließen. Gott hat es dem Volk geschenkt. Gott schenkt immer neu die Ernte des Landes. Das sollen die Israeliten nicht vergessen und Gott ihr Dankopfer bringen.

Auch uns schenkt Gott das, was wir zum Leben brauchen. Sicher ist es auch die Frucht menschlicher Anstrengung. Aber dass der Boden fruchtbar und das Klima günstig ist, das ist auch ein Geschenk.

Dankbar sein für das, was wir zum Essen haben, dankbar den Menschen gegenüber, die dafür gearbeitet haben (und für diese Arbeit oft nur einen Hungerlohn bekommen), dankbar Gott gegenüber, der uns diese Erde geschenkt hat.

Guter Gott,

gib uns ein hörendes Herz,

damit wir von deiner Schöpfung

nicht mehr nehmen, als wir geben,

damit wir nicht willkürlich zerstören,

um unserer Habgier willen.

Damit wir uns nicht weigern,

ihre Schönheit mit unseren Händen zu erneuern,

damit wir nichts von der Erde nehmen,

was wir nicht wirklich brauchen.

Lass uns stets dankbar sein

für alles, was du uns schenkst.

1. Fastensonntag – Rettung

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Ist Rettung wirklich so einfach? Oder ist das, was Paulus hier sagt, doch schwerer umzusetzen, als es auf den ersten Blick scheint?

Habe ich den Mut, mich zu Jesus Christus zu bekennen? Vor anderen, in der Öffentlichkeit, nicht nur unter Gleichgesinnten, sondern auch da, wo Kritik an diesem Bekenntnis geübt werden könnte? Manchmal hindert uns falsche Rücksichtnahme an diesem Bekenntnis, öfter aber die Angst, uns bloßzustellen.

„Jesus ist der Herr“ – der Herr meines Lebens, der Herr der ganzen Welt. Kann ich das aus vollem Brustton der Überzeugung sagen? Oder nur kleinlaut, mit einem großen Aber? Jesus ist der Herr, aber man muss ja auf die anderen Rücksicht nehmen, die nicht daran glauben. Jesus ist der Herr, aber wer bin ich, dass ich das behaupten darf. Die Kirche sagt, Jesus sei der Herr, aber ich will keinen Gott, der Herr ist …

Merken wir, wie sich in uns Zweifel über dieses Bekenntnis breit machen? Will ich fest zu diesem Bekenntnis stehen? Was hindert mich daran?

Glaube ich mit ganzem Herzen an die Auferstehung Jesu? Bin ich mir unerschütterlich sicher, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat? Was bedeutet für mich der Satz „Jesus lebt!“ ?

Jesus ist Herr und Jesus lebt. Er ist mächtig und hier und jetzt in unserer Mitte. Er ist da, um mich zu retten, um alle Menschen zu retten, um unser Leben in seiner Hand zu tragen. Wenn um uns die Welt aus den Fugen gerät, wenn wir täglich von Unheil hören und wir uns selbst bedrängt fühlen, Jesus ist da. An ihn können wir uns halten.

Rettung ist so einfach und für alle erreichbar. Warum machen wir es uns selbst oft so schwer?

 

Für die Menschen

Die Leute sind unvernünftig, unlogisch und selbstbezogen,

liebe sie trotzdem.

Wenn du Gutes tust, werden sie dir egoistische Motive und Hintergedanken vorwerden,

tue trotzdem Gutes.

Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du falsche Freunde und echte Feinde,

sei trotzdem erfolgreich.

Das Gute, das du tust, wird morgen vergessen sein,

tue trotzdem Gutes.

Ehrlichkeit und Offenheit machen dich verwundbar,

sei trotzdem ehrlich und offen.

Was du in jahrelanger Arbeit aufgebaut hast, kann über Nacht zerstört werden,

baue trotzdem.

Deine Hilfe wird wirklich gebraucht, aber die Leute greifen dich vielleicht an, wenn du ihnen hilfst,

hilf ihnen trotzdem.

Gib der Welt dein Bestes, und sie schlagen dir die Zähne aus,

gib der Welt trotzdem dein Bestes.

Mutter Teresa

Aschermittwoch

05A_Heil

Im dritten Teil des Jesajabuches, das die Kapitel 56 bis 66 umfasst, sind unter dem Namen des Propheten Jesaja Sprüche verschiedener Propheten aus der Zeit nach dem Babylonischen Exil gesammelt. Das Volk Israel lebt wieder im gelobten Land. Gott hat sich nach der Katastrophe der Eroberung Jerusalems seinem Volk wieder zugewandt, wie es Jesaja verheißen hat. Nun ist es die Aufgabe der Propheten, das Volk zu einem Leben gemäß dem Willen Gottes aufzurufen, damit sich Gottes Heilswirken vollenden kann.

Für uns ist die Österliche Bußzeit immer wieder eine solche Zeit, in der wir uns an Gottes Willen ausrichten, neu orientieren, wieder auf den Kompass unseres Lebens schauen und eine nötige Kurskorrektur vornehmen können. Habe ich seit der letzten Fastenzeit mehr zu Gott gefunden? Wie bin ich seither meinen Mitmenschen begegnet? Bin ich selbst noch in meiner Mitte, lebe ich ehrlich und authentisch?

Das Kapitel 58 des Jesajabuches kann uns bei einer solchen Orientierung helfen:

So spricht Gott, der Herr: Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Lass deine Stimme ertönen wie eine Posaune! Halt meinem Volk seine Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden! Sie suchen mich Tag für Tag; denn sie wollen meine Wege erkennen. Wie ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das vom Recht seines Gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir ein gerechtes Urteil und möchten, dass Gott ihnen nah ist. Warum fasten wir, und du siehst es nicht? Warum tun wir Buße, und du merkst es nicht? Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte und treibt alle eure Arbeiter zur Arbeit an.

Obwohl ihr fastet, gibt es Streit und Zank, und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör. Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt?

Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.

Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. (Jes 58,1-9a)

Am Aschermittwoch beginnen wir mit der Auflegung des Aschenkreuzes die Fastenzeit, die Österliche Bußzeit. Die Asche will uns hin weisen auf die Vergänglichkeit unseres Lebens. Die Kirche will uns deutlich machen, dass es nicht egal ist, wie wir die Jahre unseres Lebens verbringen. Das Fasten ist ein Mittel, um uns in die Haltung der Besinnung und Umkehrbereitschaft zu versetzen. Der Prophet Jesaja wirft den Menschen vor, dass sie nicht in rechter Weise fasten. Was machen sie falsch? Wie können wir in rechter Weise Fasten?

Mit dem Wort Fasten verbinden wir zunächst den materiellen Verzicht. Viele nehmen sich vor, in der Fastenzeit auf gutes Essen, Naschereien, Alkohol und dergleichen zu verzichten. Das ist gut so, denn wir brauchen für das Fasten einen äußeren Rahmen, wenn es etwas Besonderes sein soll. Dazu sind die Zeiteinteilung der Kirche und der persönliche Vorsatz wichtig. Dass dies allein aber noch nicht genügt, ist meines Erachtens die Aussage des Propheten Jesaja. Es genügt nicht, ein rein äußerliches Fastenpensum zu erfüllen, um zu meinen, man sei ein besonders frommer Mensch.

Wenn wir vom Fasten reden, müssen wir auch vom Essen reden. Hunger ist ein erzwungener Verzicht auf Nahrung. Fasten hingegen ist ein bewusster Verzicht, der einem höheren Zweck dient. Dieser ist meist entweder gesundheitlicher oder spiritueller Natur. In einer ganzheitlichen Sicht des Menschen sind diese beiden Pole nicht getrennt zu betrachten. Zwar gab es immer wieder Asketen, auch Heilige, die durch das Fasten ihre Gesundheit ruiniert haben, aber das muss nicht Vorbild unseres Fastens sein.

Wir leben in einer Gesellschaft der Verschwendung. Alles gibt es praktisch immer und überall. Aber zu welchem Preis? Unsere Lebensmittel werden immer synthetischer. Eine Vielfalt an unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten wird billigen Einheitsprodukten geopfert. Der größte Teil unseres Fleisches kommt vom Einheitsvieh der Tierfabriken.

Auch wenn die globale Entwicklung durch den Einzelnen nicht zu stoppen ist, gibt es doch viele Möglichkeiten der Einflussnahme. Wenn ich bewusst einkaufe und bereit bin, etwas mehr zu zahlen, bekomme ich Produkte aus nachhaltiger Landwirtschaft. Es ist nicht viel aufwändiger, gesund zu kochen, anstatt auf Industrieprodukte zurückzugreifen.

Fasten ist ein bewusster Umgang mit Nahrung, aber auch anderen Konsumgütern oder Medien. In einer Welt, in der uns alles in Fülle zur Verfügung steht, müssen wir lernen, dies alles in rechter Weise zu gebrauchen. Vor allem kommt es darauf an, der Verschwendung entgegen zu steuern, dort nicht mitzumachen, wo billiger Konsum offensichtlich auf Kosten anderer geht.

In unserer Gesellschaft greift immer mehr die Haltung um sich, sich einfach zu bedienen. Warum soll ich verzichten, wenn sich dann ein anderer das nimmt, worauf ich verzichtet habe? Dann lange ich doch besser gleich mit beiden Händen zu, bevor ich als einziger mit leeren Händen dastehe. Unsere Gesellschaft ist auf den Konsum aufgebaut. Unsere Wirtschaft funktioniert nur, wenn wir das mühsam erworbene Geld wieder ausgeben. Versuchen wir, gegen diesen Strom des Konsumismus zu schwimmen.

Ich will mich in dieser Fastenzeit bewusst ernähren. Weniger ist mehr. Ich esse bewusst weniger Fleisch und mehr Gemüse und achte bei meinen Einkäufen darauf, welche Produkte in den Einkaufskorb kommen.

Fasten ist immer auch geben. Ich gebe etwas von meinem Überfluss, vielleicht sogar einen empfindlichen Teil davon, für andere. Doch zugegeben, es ist nicht leicht, heute großherzig den Mitmenschen gegenüber zu leben. Uns geht es gut, aber die globale Not ist groß. Was kann ich tun? An jeder Ecke steht ein Bettler – gehört er zu einer kriminellen Bande oder ist er wirklich bedürftig? Zigtausende Flüchtlinge strömen in unser Land. Eine Bedrohung für unsere Gesellschaft oder eine Herausforderung, unsere Großherzigkeit zu zeigen?

Jeder Reichtum geht auf Kosten anderer. Unser Wohlstand ist nur durch die Armut in anderen Ländern möglich. Oft sind es Großkonzerne und korrupte Politiker, die Geld in die eigene Tasche stecken und eine gerechte Verteilung verhindern. Was kann ich da tun?

Ich kann versuchen, differenziert zu denken, mir umfassende Informationen holen. Ich kann versuchen, Hintergründe zu verstehen, anstatt mich mit billigen Parolen zufrieden zu geben. Unser freies Denken ist heute wieder mehr und mehr bedroht. Das liegt aber auch daran, dass sich immer weniger Menschen die Mühe machen, wirklich nachzudenken. Seien wir kritisch, mit dem, was uns von allen Seiten entgegenschallt. Hören wir auf die leisen Töne, die leicht überhört werden. Haben wir den Mut, uns einzusetzen und unsere Stimme zu erheben, dort wo es nötig ist.

 

Zeugen

Herr Jesus Christus,

du bietest uns deine Freundschaft an.

Durch deine Gegenwart

schenkst du uns Freude in Fülle

und gibst uns Hoffnung.

Du hast uns durch die Taufe

in deine Gemeinschaft gerufen.

Wir sind bereit, deine Zeugen

in unserer Welt zu sein.

Im Vertrauen auf deine Liebe

und Barmherzigkeit

lassen wir uns senden.

Stärke uns mit

deinem Heiligen Geist!

Lass dein Licht

durch uns leuchten,

damit wir als wahrhaft Liebende

Licht der Welt sein können

und so zum Segen für

unsere Mitmenschen werden.

Amen.

Christoph Kardinal Schönborn

 

Zeugen der Auferstehung – 1Kor 15,1-11

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Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen? Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe:

Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der “Missgeburt”.

Denn ich bin der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht – nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir. Ob nun ich verkündige oder die anderen: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

Paulus erinnert die Korinther an das Evangelium, das er ihnen verkündet hat. Evangelium, das ist die Frohe Botschaft, aber auch die Richtschnur des Glaubens. Evangelium, das ist etwas, das eine feste Gestalt hat, auch wenn es immer neu hinein gesprochen wird in die Welt. Das Evangelium kann man sich nicht aussuchen, sondern es ist von Gott gegeben.

Das Evangelium ist das Fundament, auf den der Glaube aufbaut. Christlicher Glaube ist mehr als eine Lebensphilosophie. Es gibt ja heute eine Fülle an Ratgebern, wie man zu sich selbst findet und gesund, erfolgreich und glücklich leben kann. Man kann sich hier auf dem Markt das aussuchen, was am besten zu einem passt, was am hilfreichsten ist.

Das Evangelium kann man zunächst einmal nur annehmen oder ablehnen. Wenn man es aber annimmt, dann kann man es selbst mit Leben füllen. Dazu muss man aber genau wissen, was die Botschaft des Evangeliums ist. Hier kann sich nicht jeder sein eigenes Evangelium zusammenbasteln, sondern der einzelne tritt ein in eine lange Tradition.

Paulus formuliert hier ein erstes Glaubensbekenntnis. Dieses hat er nicht aus sich, sondern er hat es selbst bei seiner Bekehrung zu Jesus Christus empfangen. Wahrscheinlich geht dieses Glaubensbekenntnis auf die Urgemeinde in Jerusalem und die Apostel selbst zurück. Diese Worte bilden den Kern unseres Glaubensbekenntnisses bis heute.

Im Laufe der Zeit wurde dieses kurze Glaubensbekenntnis ergänzt. Grund dafür waren meistens Fehlinterpretationen des Glaubens. Es hat immer wieder große Streitigkeiten in der Kirche gegeben, was genau das Fundament des Glaubens ist. Wenn einer davon abgewichen ist, hat die Kirche versucht zu korrigieren. Oft ist es zu Spaltungen gekommen. Wir sehen ja heute, dass es nicht nur eine christliche Kirche gibt, sondern mehrere Konfessionen und auch christliche Sekten.

Die Kernbotschaft des Christentums ist, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist. Er hat uns erlöst, uns befreit von der Macht der Sünde und des Todes. Er hat selbst den Tod auf sich genommen, ist begraben worden, dann aber auferstanden.

Dass es einen charismatischen Führer gibt, der die Menschen begeistert, der dann aber irgendwann einmal stirbt, ist nichts Besonderes. Das Einzigartige an Jesus Christus ist seine Auferstehung. Nur diese ist auch die Grundlage dafür, dass er uns erlösen konnte. Weil er sich selbst aus der Macht des Todes befreit hat, kann er auch uns davon befreien und mit hinein nehmen in das neue Leben der Auferstehung.

Nun könnte diese Auferstehung ja etwas sein, das sich die Jünger Jesu ausgedacht haben. Dann wäre der Glaube eine Täuschung, kein wirkliches Fundament und dann würde die Kirche einstürzen wie ein Kartenhaus und jeder, der sich auf den christlichen Glauben verlassen hat, würde enttäuscht werden. Es braucht Zeugen der Auferstehung, um deutlich zu machen, dass sich das Christentum nicht auf Täuschung sondern auf Tatsachen aufbaut.

Paulus führt die Zeugen der Auferstehung an. Zunächst einmal steht die Auferstehung in der großen Tradition der Schriften des Alten Testamentes. Schon dort wird bezeugt, dass der Messias von Gott auferweckt wird. Es würde zu weit führen, hier die einzelnen Textstellen anzuführen, die dies belegen. Wichtig ist die Tatsache, dass die Auferstehung Jesu Christi schon lange prophezeit worden ist.

Wichtigster und erster Zeuge der Auferstehung ist Petrus, Kephas, der Fels, auf den Jesus Christus seine Kirche baut, dann der Kreis der Zwölf. Ihnen ist Jesus als der Auferstandene erschienen. Wir fragen uns, wo hier die Frauen sind. Diese waren doch die ersten Zeugen der Auferstehung. In der Zeit, als Paulus seinen Brief geschrieben hat, galt aber vor Gericht nur das Zeugnis von Männern. Paulus will den Beweis für die Auferstehung hieb und stichfest erbringen, unangreifbar. Daher nennt er nur männliche Zeugen.

Doch allein die Zwölf wären aber zu wenig als Zeugen. Jesus Christus ist auch noch mehr als fünfhundert Männern erschienen. Zudem sind viele von diesen noch am Leben, könnten also befragt werden. Ein solches Zeugnis wäre vor jedem Gericht als wahrheitsgemäß angenommen worden. Die Auferstehung Jesu Christi ist somit eine historische Tatsache, die eindeutig belegt ist und die Grundlage für den Glauben jedes einzelnen bilden kann.

Dann erschien Jesus dem Jakobus, der eine wichtige Funktion in der Urgemeinde von Jerusalem innehatte und allen Aposteln. Paulus zählt also mehr als nur die Zwölf zu den Aposteln, womit er auch rechtfertigen kann, sich selbst Apostel zu nennen. Auch er hat den Auferstandenen gesehen, damals vor Damaskus. Das Licht seiner Herrlichkeit hat ihn geblendet und umgeworfen.

Paulus begegnet hier Vorwürfen, die andere gegen ihn erhoben haben. Wahrscheinlich wurde sein Apostelamt angezweifelt. Er sei kein wirklicher Apostel, sondern eine „Missgeburt“, ein Nachzügler, der sich etwas anmaßt, das ihm nicht zukommt. Doch Paulus sieht sich von Gott legitimiert, der ihn mit seiner Gnade von einem Verfolger der Kirche zu einem ihrer wichtigsten Verkünder und Apostel gemacht hat.

Die Worte des Apostels Paulus machen und Mut. Wir können uns auf sein Zeugnis verlassen, wir können auf den Glauben an Jesus Christus bauen. Wenn wir auf ihn vertrauen, werden wir nicht enttäuscht. Jesus Christus lebt. Er ist auch heute mitten unter uns und geht mit uns. Wir sind gerufen als seine Zeugen in der Welt.

 

Psalm 32 (2) Freude über die Vergebung

Ps32_Freude

Da bekannte ich dir meine Sünde / und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir. Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. / Und du hast mir die Schuld vergeben.

Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten; / fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.

Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not; / du rettest mich und hüllst mich in Jubel.

“Ich unterweise dich und zeige dir den Weg, den du gehen sollst. / Ich will dir raten; über dir wacht mein Auge.”

Werdet nicht wie Ross und Maultier, / die ohne Verstand sind. Mit Zaum und Zügel muss man ihr Ungestüm bändigen, / sonst folgen sie dir nicht.

Der Frevler leidet viele Schmerzen, / doch wer dem Herrn vertraut, den wird er mit seiner Huld umgeben.

Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, / jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!

Psalm 32 zeigt die befreiende Wirkung der Vergebung. Wer die Sünde verbergen will, sich ständig rechtfertigt, die Tatsachen verdreht, der verfängt sich immer mehr in ihrem Geflecht, er stöhnt, ist ermattet und verdorrt, wie eine Pflanze im heißen Sommerwind, der das Wasser fehlt.

Wir kennen sicher das befreiende Gefühl, „wenn es endlich raus ist“, wenn wir den Mut hatten, etwas zu sagen, was uns schwer fiel, wenn wir endlich vor jemanden getreten sind, und ihn um Verzeihung gebeten haben. Die Last fällt von unserer Schulter und wir fühlen uns erleichtert.

Jetzt kann es weiter gehen. Wir sind im Leben einen Schritt vorangekommen, eine neue Perspektive öffnet sich. Das Leben fällt uns leichter. Wir fühlen uns plötzlich beschützt und geborgen. Was uns vorher Angst machte, kann uns nicht mehr erschüttern. Wie auf Flügeln gelangen wir durch die Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg stellen wollen.

Nun spricht Gott im Psalm. Er selbst ist es, der uns führt uns leitet. Er zeigt uns den Weg. Sein Auge wacht über uns. Gottes Wacht – zu unserem Schutz. Er sieht auch unsere Fehler, wenn wir den Weg verlassen, den er uns zeigt. Dann gilt es wieder umzukehren, Kurskorrektur, immer wieder.

Vergebung ist kein einmaliges Geschehen im Leben, sondern etwas, dessen wir immer wieder bedürfen. Immer wieder werden Prüfungen auf uns zukommen, Ereignisse, die uns zeigen, ob wir schon aus unseren Fehlern gelernt haben und bereit sind für den nächsten Schritt.

Nicht zügellos durchs Leben laufen. Wenn Ross und Maultier keinen Herren haben, dann nutzen sie dem Menschen nichts. Wer sie aber zügelt, der gelangt mit ihnen dorthin, wohin er will. Ziele erreicht man nur durch Zielstrebigkeit, Disziplin.

Welches Ziel habe ich? Was nützen Zaum und Zügel, wenn wir nicht wissen, wohin es gehen soll. Ziellosigkeit ist die Ursache vieler Übel. Vielleicht ist es heute für viele Menschen das Wichtigste, erst einmal ein Ziel zu finden. Wohin soll mein Leben gehen? Was will ich erreichen?

Ich werde still uns schaue in mich hinein. Schaue auf meine wunden Punkte, auf das, was Heilung braucht. Aber nicht nur unsere Fehler verstecken wir. Allzu oft verbergen wir auch unsere Wünsche und Sehnsüchte. Wir haben die Hoffnung aufgegeben, dass sie erfüllt werden könnten, weil wir so oft enttäuscht wurden und gescheitert sind.

Ich schaue in die Tiefen meines Herzens, dort, wo ich meine Wünsche und Sehnsüchte vergraben habe, und hole sie hervor, halte sie in Gottes Licht. Im Anschauen meiner Wünsche und Sehnsüchte erkenne ich mein Ziel. Gott wird mir den Weg zeigen, auf dem ich es erreichen kann.

Nun kann ich mich freuen, jauchzen und jubeln und mit neuer Kraft durchs Leben gehen.

 

Psalm 32 (1) – Last der Schuld

Ps32_Last

Wohl dem, dessen Frevel vergeben / und dessen Sünde bedeckt ist.

Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt / und dessen Herz keine Falschheit kennt.

Solang ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, / den ganzen Tag musste ich stöhnen.

Denn deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und bei Nacht; meine Lebenskraft war verdorrt wie durch die Glut des Sommers.

Psalm 32 beginnt mit einem Glückwunsch, einem Glückwunsch der bereits im Aussprechen in Erfüllung gegangen ist. Zu beglückwünschen ist derjenige, dem Sünde und Schuld vergeben ist. Vergeben und bedeckt, das meint sicher nicht unter dem Teppich gekehrt, sondern wirklich weggenommen.

Das Bild, das mir bei diesem Psalm in den Sinn kommt, ist das eines Menschen, dem eine große Last bedrückt, von der er schließlich befreit wird und nun wieder leben kann in Glück und Freude.

Viele Lasten legen wir uns selbst auf, oder wir haben sie plötzlich auf dem Rücken, ehe wir uns versehen. Das Leben ist voll von Ereignissen, die oft unvorbereitet auf uns zukommen. Wir müssen lernen, mit diesen Ereignissen richtig umzugehen. Oft sind schnelle Entscheidungen gefragt, und manchmal sind es die falschen.

Ein Augenblick kann das Leben grundlegend verändern. Ein böses Wort kann Beziehungen vergiften. Es war vielleicht nicht so gemeint, aber ich war eben schlecht drauf und da ist es mir über die Lippen gekommen, scharf wie ein Messer, verletzend für den, den es traf.

Wir alle kennen solche Ereignisse, wissen, wie Schuld entsteht, wie wir uns darin immer mehr verstricken, weil wir zu stolz sind, um Vergebung zu bitten oder es einfach nicht können. Wir wollen uns rechtfertigen oder wir schämen uns und gehen dem anderen aus dem Weg.

Nun liegt die Last auf unserer Schulter. Auch wenn wir sie aus unserem Gedächtnis verdrängen, bohrt sie in uns oft unbewusst weiter, zerfrisst uns innerlich. Wir wissen vielleicht selbst nicht, was da mit uns geschieht, kennen nicht die Ursache, weil wir unsere Schuld verdrängt haben. Da gilt es, ehrlich zu sein, in uns hinein zu hören, heraufzuholen, was wir tief unten eingelagert haben.

Wir dürfen unsere Schuld vor Gott hinhalten. Wir dürfen unsere Dunkelheit in sein Licht stellen. Nur so kann sich unsere Schuld verwandeln. Alles, was wir unseren Mitmenschen antun, betrifft auch unsere Beziehung mit Gott. Ich kann nicht andere Menschen verletzen und dann vor Gott mit reinem Herzen stehen. Ich kann meine Sünde nicht vor Gott verbergen. Er kennt mich durch und durch.

Gott will, dass wir ehrlich sind. Er weiß, dass kein Mensch perfekt ist. Gott will auch nicht, dass wir aus Angst vor Fehlern uns gar nicht mehr unter Menschen wagen. Gott will, dass wir leben, und dazu gehört es auch, Fehler zu machen. Sie sind die Schule, durch die wir gehen müssen. Aber wir müssen auch den richtigen Umgang mit diesen Fehlern lernen, damit wir weiter kommen.

Wenn wir zu unseren Fehlern stehen, dann werden sie für uns zu einer Leiter, die uns immer weiter nach oben führt. Gott will uns vergeben, aber das kann er nur, wenn wir ihn offen darum bitten und unsere Fehler auch formulieren. Ein bloßes: ja ich habe viel falsch gemacht im Leben – hilft da nicht weiter und nützt uns nichts. Was habe ich konkret falsch gemacht? Nur wenn ich eine Situation gezielt anschaue, kann ich es das nächste Mal besser machen.

Wenn wir die Steine auf unserem Weg nicht erkennen, wundern wir uns immer wieder, warum wir darüber stolpern.