Psalm 32 (2) Freude über die Vergebung

Ps32_Freude

Da bekannte ich dir meine Sünde / und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir. Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. / Und du hast mir die Schuld vergeben.

Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten; / fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.

Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not; / du rettest mich und hüllst mich in Jubel.

„Ich unterweise dich und zeige dir den Weg, den du gehen sollst. / Ich will dir raten; über dir wacht mein Auge.“

Werdet nicht wie Ross und Maultier, / die ohne Verstand sind. Mit Zaum und Zügel muss man ihr Ungestüm bändigen, / sonst folgen sie dir nicht.

Der Frevler leidet viele Schmerzen, / doch wer dem Herrn vertraut, den wird er mit seiner Huld umgeben.

Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, / jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!

Psalm 32 zeigt die befreiende Wirkung der Vergebung. Wer die Sünde verbergen will, sich ständig rechtfertigt, die Tatsachen verdreht, der verfängt sich immer mehr in ihrem Geflecht, er stöhnt, ist ermattet und verdorrt, wie eine Pflanze im heißen Sommerwind, der das Wasser fehlt.

Wir kennen sicher das befreiende Gefühl, „wenn es endlich raus ist“, wenn wir den Mut hatten, etwas zu sagen, was uns schwer fiel, wenn wir endlich vor jemanden getreten sind, und ihn um Verzeihung gebeten haben. Die Last fällt von unserer Schulter und wir fühlen uns erleichtert.

Jetzt kann es weiter gehen. Wir sind im Leben einen Schritt vorangekommen, eine neue Perspektive öffnet sich. Das Leben fällt uns leichter. Wir fühlen uns plötzlich beschützt und geborgen. Was uns vorher Angst machte, kann uns nicht mehr erschüttern. Wie auf Flügeln gelangen wir durch die Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg stellen wollen.

Nun spricht Gott im Psalm. Er selbst ist es, der uns führt uns leitet. Er zeigt uns den Weg. Sein Auge wacht über uns. Gottes Wacht – zu unserem Schutz. Er sieht auch unsere Fehler, wenn wir den Weg verlassen, den er uns zeigt. Dann gilt es wieder umzukehren, Kurskorrektur, immer wieder.

Vergebung ist kein einmaliges Geschehen im Leben, sondern etwas, dessen wir immer wieder bedürfen. Immer wieder werden Prüfungen auf uns zukommen, Ereignisse, die uns zeigen, ob wir schon aus unseren Fehlern gelernt haben und bereit sind für den nächsten Schritt.

Nicht zügellos durchs Leben laufen. Wenn Ross und Maultier keinen Herren haben, dann nutzen sie dem Menschen nichts. Wer sie aber zügelt, der gelangt mit ihnen dorthin, wohin er will. Ziele erreicht man nur durch Zielstrebigkeit, Disziplin.

Welches Ziel habe ich? Was nützen Zaum und Zügel, wenn wir nicht wissen, wohin es gehen soll. Ziellosigkeit ist die Ursache vieler Übel. Vielleicht ist es heute für viele Menschen das Wichtigste, erst einmal ein Ziel zu finden. Wohin soll mein Leben gehen? Was will ich erreichen?

Ich werde still uns schaue in mich hinein. Schaue auf meine wunden Punkte, auf das, was Heilung braucht. Aber nicht nur unsere Fehler verstecken wir. Allzu oft verbergen wir auch unsere Wünsche und Sehnsüchte. Wir haben die Hoffnung aufgegeben, dass sie erfüllt werden könnten, weil wir so oft enttäuscht wurden und gescheitert sind.

Ich schaue in die Tiefen meines Herzens, dort, wo ich meine Wünsche und Sehnsüchte vergraben habe, und hole sie hervor, halte sie in Gottes Licht. Im Anschauen meiner Wünsche und Sehnsüchte erkenne ich mein Ziel. Gott wird mir den Weg zeigen, auf dem ich es erreichen kann.

Nun kann ich mich freuen, jauchzen und jubeln und mit neuer Kraft durchs Leben gehen.

 

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