Das Beispiel der Frau aus Schunem (2 Kön 4,8-16)

Das zweite Buch der Könige erzählt uns eine schöne Begebenheit aus dem Leben des Propheten Elischa:

Immer wenn er in die Gegend von Schunem kommt, nimmt ihn eine Frau freundlich auf, gibt ihm zu Essen und lässt sogar ein eigenes Zimmer für ihn herrichten. Elischa überlegt, wie er dies der Frau danken kann. Da kommt sein Diener Gehasi auf eine Idee: die Frau und ihr Mann sind schon alt und haben keine Kinder. Sicher wäre es das größte Geschenk, wenn diese Familie noch ein eigenes Kind haben könnte. Und so geschieht es.

Die Frau wird für die Aufnahme des Propheten belohnt, ohne dass sie einen Lohn gefordert hätte. Freigebig helfen, da wo es nötig und möglich ist, Gott wird dafür sorgen, dass wer dies tut nicht leer ausgeht.

Gotteslohn (Mt 10,40-42)

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Jesus sagt:

„Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten.

Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.“  

Fronleichnam

Die Gaben, die wir in der Eucharistiefeier zum Altar bringen, sind einfach, Brot und Wein. Und doch sind sie Symbol für unser ganzes Leben. Brot ist die Nahrung unseres Alltags. Es ist lebensnotwendig. Wein hingegen trinken wir an besonderen Festtagen. Er ist eine Gabe zu unserer Freude. So zeigen Brot und Wein, was notwendig ist in unserem Leben, die Mühen des Alltags, aber auch die Freuden des Festes. In allem will Gott uns nahe sein.

Diese Gaben werden auf dem Altar verwandelt. Das Brot wird Christi Leib, der Wein wird Christi Blut. Christus tritt ein in unsere Existenz und wandelt unser Leben, damit er unser Leben wird. Jesus will nicht nur eine Beigabe zu unserem Leben sein, keine Freizeitbeschäftigung, kein Hobby, sondern er will unser Leben selbst sein. Alltag und Fest, Freude und Mühe, in allem will er bei uns sein, alles soll in ihm für uns seinen Sinn und seine Erfüllung finden.

Bei der Kommunion empfangen wir die gewandelten Gaben. In ihnen empfangen wir Christus selbst. Er geht ein in uns. Er ist die Speise für unser Leben, er ist die Nahrung, von der wir satt werden, die den Hunger unserer Seele stillt, den wir mit keinem Geld der Welt befriedigen können. „Jesus sagt: ‚Nehmt und esst! Das ist mein Leib.’ Nehmt, esst, empfangt mich selber, meinen Leib, meine Seele, meine Gottheit, mich ganz und gar. Nehmt und trinkt, das ist mein Blut, für euch für die Vergebung der Sünden vergossen.“ (Kardinal Schönborn)

Die Eucharistie, das Brot des Lebens, essen wir nicht nur, wir beten sie auch an, weil sie nicht nur ein Zeichen für Jesus Christus ist, sondern weil Jesus Christus selbst in ihr gegenwärtig ist. Wir beten vor dem ausgesetzten Allerheiligsten, tragen den Leib des Herrn an Fronleichnam durch die Strassen. Glaubend dürfen wir vertrauen, dass Jesus da ist, mitten unter uns, nicht nur in der Kirche, sondern auf allen Wegen unseres Lebens.

Er ist da, Jesus ist immer bei mir, er ist meine Freude, mein Leben. Möge diese Erfahrung in mit immer lebendiger werden.

Dreifaltigkeit

Wir glauben an den dreifaltigen Gott. Das bedeutet, dass wir an einen Gott glauben, der einer ist, der aber in dieser Einheit zugleich auch Beziehung ist. Gott schließt sich nicht als der vollkommen Eine, als ein sich selbst genügendes „Ich“ von allem anderen ab. In Gott ist von allem Anfang an die Bewegung von sich selbst weg zum anderen hin, ist schon immer auch das „Du“. Daher ist er offen für eine Beziehung zu seiner Schöpfung und somit auch zum Menschen.

Wir sind dazu berufen, mit Gott in Beziehung zu treten und das bedeutet, dass wir hinein genommen sind in die Beziehung, die schon immer in Gott selbst ist. Durch Jesus Christus, der unser Menschsein angenommen hat, treten wir ein in die Beziehung zum Vater im Heiligen Geist. Unsere Heimat ist bei Gott, in ihm sind wir geborgen und geliebt.

Beziehung bedeutet auch immer auch ein Sich-Schenken. Wir können Gott nicht denken ohne diese Bewegung, die sich schenkt, die annimmt und verbindet. Somit kann ein Denken, das von der Dreifaltigkeit ausgeht, nur zu einer Leidenschaft für die anderen und zu einem Sein mit den anderen führen. Unser Leben soll zu einer Antwort werden auf Gottes Liebe und auf seinen Heilswillen, der uns geoffenbart wurde durch Jesus Christus.

Somit hat der Glaube an den dreifaltigen Gott, der uns zunächst so unverständlich und vom Alltag abgehoben erscheinen mag, eine immens praktische Bedeutung. Glaube bedeutet Beziehung. Wir leben den Glauben, indem wir mit den Menschen um uns in eine Beziehung treten, die geprägt ist von der Liebe, die Gott schon immer in sich selbst ist und in die er uns hinein genommen hat.