Aschermittwoch

Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.

oder

Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium.

Diese Worte begleiten die Auflegung des Aschenkreuzes am Aschermittwoch. Der erste Satz erinnert an den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies (vgl. Gen 3,19). Er soll uns die Vergänglichkeit unseres Lebens vor Augen führen und zugleich eine Mahnung sein, unsere Lebenszeit nicht sinnlos zu vergeuden.

Der zweite Satz ist der Ruf zur Umkehr, den der Evangelist Markus an den Beginn des Wirkens Jesu stellt (Mk 1,15). Die Fastenzeit ist die Zeit im Jahr, in der wir uns besonders dieser Notwendigkeit der Umkehr bewusst werden sollen. Darüber schreibt der hl. Benedikt in seiner Mönchsregel, doch das, was er sagt, können sich alle Gläubigen zu Herzen nehmen:

Der Mönch soll zwar immer ein Leben führen wie in der Fastenzeit. Dazu aber haben nur wenige die Kraft. Deshalb raten wir, dass wir wenigstens in diesen Tagen der Fastenzeit in aller Lauterkeit auf unser Leben achten und gemeinsam in diesen heiligen Tagen die früheren Nachlässigkeiten tilgen. Das geschieht dann in rechter Weise, wenn wir uns von allen Fehlern hüten und uns um das Gebet unter Tränen, um die Lesung, die Reue des Herzens und um Verzicht mühen. Gehen wir also in diesen Tagen über die gewohnte Pflicht unseres Dienstes hinaus durch besonderes Gebet und durch Verzicht beim Essen und Trinken.

Die Asche des Aschermittwochs stammt von den verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres. Bereits im Alten Testament ist das Bestreuen des Hauptes mit Asche ein Zeichen der Buße. Der Schmutz der Asche ist ein äußeres Zeichen für den Schmutz, den der Mensch durch die Sünde auf sich geladen hat.

Indem der Mensch bereit ist, öffentlich das Zeichen seiner Schuld zu tragen, zeigt er zugleich seine Bereitschaft, sein Leben zu ändern. Die Einsicht, etwas falsch gemacht zu haben und das Bekenntnis zu den eigenen Fehlern ist der erste Schritt zur Vergebung.

Das Nachdenken über unsere Fehler und Sünden soll uns aber nicht einschüchtern und mutlos machen. Vielmehr vertrauen wir darauf, dass Gott immer wieder bereit ist, uns zu vergeben, wenn wir ihm unsere Sünden bekennen. Und auch mit unseren Mitmenschen können wir zu neuer Gemeinschaft finden, wenn wir den Mut haben, zu unseren Fehlern zu stehen, andere um Verzeihung zu bitten und das, was wir durch unsere Fehler angerichtet haben, soweit es uns möglich ist wieder gut zu machen.

Ja, es ist gut, uns daran zu erinnern, dass wir Sünder sind. Nehmen wir die Einladung an, unsere Vergehen aufrichtig zu bedauern und möglichst wiedergutzumachen. Fragen wir uns, wie wir unseren Lebensstil ändern müssen, damit er mehr dem Evangelium entspricht. (Basil Hume)

Der Mut und die Bereitschaft, zu unseren Fehlern zu stehen, führen uns mit Gottes Hilfe zu neuer Stärke und zu einem bewussten und erfüllten Leben.

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