Sebastian (+ 288), Märtyrer

Der Heilige Sebastian hat in der Volksfrömmigkeit einen hohen Stellenwert erlangt und wir finden ihn in vielen Kirchen sei es plastisch oder auf Bildern dargestellt. Sebastian ist oft als junger Mann zu sehen, dessen makelloser Körper von Pfeilen durchbohrt wird.

Sebastian wurde Mitte des 3. Jahrhunderts in Narbonne geboren. Er war Soldat und stieg unter Kaiser Diokletian zum Offizier der kaiserlichen Leibgarde auf. Als Christ sollte er bald in Konflikt mit seinen Kaiser geraten.

Die Legenda Aurea erzählt von einer Begebenheit, die sich im Leben des Heiligen zugetragen haben soll. Unter Diokletian kam es zu umfangreichen Christenverfolgungen. Viele wurden hingerichtet und viele davon empfingen mit Freuden die Krone des Martyriums.

In Anwesenheit Sebastians sollten zwei Zwillingsbrüder, Marcellianus und Marcus, wegen ihres Glaubens hingerichtet werden. Die Eltern und Frauen der beiden kamen, um sie von ihrem Glauben anzubringen. Die Mutter verwies auf ihre Mutterliebe. Die Eltern konnten es nicht verstehen, wie ihre Kinder freiwillig dazu bereit sein konnten, das Martyrium zu erlangen. „Ach wie eisern sind eure Herzen, dass ihr Vater und Mutter verschmäht, eurer Freunde nicht achtet, eure Frauen vertreibt eure Kinder verleugnet und euch freiwillig den Händen des Henkers übergebt.“

Da trat Sebastian auf:

Ihr starken Ritter Christi, lasst euch nicht die ewige Krone rauben durch Bitten und süße Worte.

Ihr Eltern und Freunde fürchtet euch nicht, denn diese werden nicht von euch geschieden, sondern sie gehen hin, dass sie euch eine Wohnung bereiten in den Sternen.

Mit vielen Worten zeigte er den Gewinn auf, der den Märtyrern bereitet ist, dem gegenüber das Irdische nur wenig bedeutet. Und seine Worte begeisterten. Die Frau des kaiserlichen Beamten Nicostratus, in dessen Haus das Urteil über die beiden Brüder gefällt werden sollte, hatte die Worte Sebastians gehört. Sie war stumm. Nun löste sich ihre Zunge und sie konnte reden. Ihr Mann war davon so beeindruckt, dass er die beiden Brüder frei lässt. Die Eltern und viele andere der Anwesenden ließen sich taufen.

Als Tranquillinus, der Vater der beiden Brüder, getauft wird, verspürt er plötzlich die Heilung von der Krankheit, an der er schon länger leidet. Das kommt dem Stadtpräfekten von Rom zu Ohren und er möchte auch geheilt werden. Er lässt Sebastian rufen und der macht ihm klar, dass das nur dann möglich ist, wenn er alle seine heidnischen Götterbilder zerstören lässt. Sebastian macht sich auch gleich an die Arbeit, doch in einem geheimen Zimmer hat der Präfekt noch ein kostbares Bild versteckt, was Sebastian sogleich erkennt:

Entweder du hast deinem Unglauben noch nicht abgeschworen oder du hast noch andere Götterbilder heimlich verborgen, darum bist du noch nicht gesund geworden.

Als der Präfekt schweren Herzens seinen wertvollen Schatz opfert, wird er gesund. Und er lässt sich taufen zusammen mit seinem ganzen Haus.

Der Kaiser jedoch wollte das fromme Spiel nicht länger mit ansehen und ließ die Christen seine Macht spüren. Als erste erlitt Zoe, die Mutter der beiden Brüder, das Martyrium, danach der Vater und schließlich empfingen auch Marcellianus und Marcus die Siegespalme.

Sebastian aber wurde vor den Kaiser zitiert. Dem Vorwurf, dass er die Treue zum Staat durch seinen christlichen Glauben verraten habe, entgegnete er:

Ich habe Christus allezeit geehrt um das Heil des Kaisers willen und habe Gott im Himmel stets um seinen Segen für das Römische Reich gebeten.

Kaiser Diokletian jedoch ließ Sebastian an einen Pfahl auf freiem Feld binden. Die Soldaten sollten auf ihn mit ihren Pfeilen schießen.

Da schossen sie so viele Pfeile auf ihn, dass er dastand einem Igel gleich.

Doch Sebastian starb nicht an dieser grausamen Marter. Nach einigen Tagen war er wieder gesund und trat vor den Kaiser hin, um ihm seine Grausamkeit gegenüber den Christen vorzuhalten. Da ließ der Kaiser Sebastian zu Tode prügeln und in die Kloake werfen, damit niemand seinen Leib finden könne. Der heiligen Lucina aber wurde in einem Traum gezeigt, wo sich der Leichnam des Heiligen befindet. Man fand ihn und er wurde in der Katakombe an der Via Appia beigesetzt.

Schon bald wurde über der Katakombe eine Kirche errichtet. San Sebastiano fuori le mura wurde zu einer der Hauptkirchen Roms und eine vielbesuchte Pilgerstätte. Große Verbreitung fand die Verehrung des hl. Sebastian in den Zeiten der Pest. Man deutete die Pfeile im Leib des Heiligen als Pestpfeile, mit denen sich symbolisch das Elend auf die Menschen übertrug. Auf seine Fürsprache erhoffte man sich Schutz und Heilung vor dieser heimtückischen Krankheit.

Sebastian hat es verstanden, so von seinem Glauben Zeugnis zu geben, dass er andere damit begeistern konnte. Die Menschen spürten die Glaubenskraft, die von ihm ausging. Er macht auch deutlich, dass die Bekehrung zum Christentum nicht halbherzig erfolgen darf. Nur wer bereit ist, alles aufzugeben, wovon er sich bisher Schutz und Hilfe erwartet hat, zeigt, dass er wirklich auf Christus vertraut. Und dieses Vertrauen wird Christus nicht enttäuschen.

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