Berufung – Elischa

Für Elischa war es vielleicht ein Tag wie jeder andere. Wir erfahren nichts davon, was er vorher getan oder gedacht hat. Wir sehen ihn nur, wie er bei seiner Arbeit ist. Der Sohn eines reichen Gutsbesitzers – sicher konnten damals in Israel nicht viele Bauern zwölf Rindergespanne ihr Eigen nennen – packt bei der Arbeit mit an und sicher war diese Arbeit nicht leicht.

Da kommt Elija, ob Elischa ihn erkannt hat? Ob er ihm vorher schon näher begegnet ist? All das bedarf keiner Erwähnung. Wichtig ist, was jetzt geschieht: Elija wirft Elischa seinen Mantel über – den Prophetenmantel, Zeichen der Würde und Vollmacht seines Besitzers.

Elischa erfährt seine Berufung. Sie kommt über ihn, sie trifft ihn ganz plötzlich. Da gibt es kein Überlegen mehr, kein Abwägen eines Für- und Wider. Da gibt es nur eine Konsequenz – nachfolgen. Ähnlich wird es auch bei Jesus und seinen Jüngern sein, er ruft sie und sie folgen ihm.

Aber eines will Elischa noch tun: sich von seinen Eltern verabschieden. Er kann nicht ohne einen Gruß gehen. Und seine beiden Rinder bereitet er für die Leute aus dem Haus seines Vaters zu einem Abschiedsmahl zu.

Dann stand er auf, folgte Elija und trat in seinen Dienst.

Dieser Schritt verändert sein Leben. Elija wird sein Vater und als Elija im Feuersturm gen Himmel fährt, wird Elischa seinen Mantel auffangen und mit der Kraft Gottes das Prophetenamt in Israel weiterführen.

Elischa ist bereit, alles herzugeben. Er ist bereit, sein bisheriges Leben zu verlassen. Aber nicht durch Nachdenken kommt er zu diesem Entschluss. Er beruft sich nicht selbst, sondern er wird berufen, die Berufung  kommt über ihn. Mit dem Mantel des Elija ergreift ihn Gottes Geist und führt ihn, und Elischa ist bereit, sich führen zu lassen.

Mit all unserem eigenen Denken und Planen geraten wir leicht in Sackgassen und auf Holzwege. Uns fehlt oft das Gespür dafür, Gottes Stimme von den vielen Stimmen in und um uns zu unterscheiden. Nur selten wird Gottes Ruf so machtvoll in unser Leben dringen, wie es Elischa erfahren hat. Und doch, Gottes Stimme ist da, Gottes Geist will uns führen. Wir können es lernen, diese Stimme zu hören, in der Stille, im Gebet, im Betrachten des Wortes Gottes. Und dann wird es auch in unserem Leben den Moment geben, in dem uns klar wird, wozu Gott uns ruft. Haben wir dann den Mut, seinem Ruf zu folgen!

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