Die Bücher der Makkabäer (1)

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Die beiden Bücher der Makkabäer gehören nicht zum hebräischen Alten Testament. Sie sind nur griechisch überliefert und zählen daher zu den sogenannten deuterokanonischen Schriften. Die katholische Tradition reiht sie am Ende der Bücher der Geschichte ein. Sie berichten über Ereignisse aus dem 2. Jahrhundert v.Chr. und haben ihren Namen von Judas, der Hauptperson der Bücher. Dieser hat den Ehrennamen Makkabäus (von hebräisch “makkäbät” = Hammer) erhalten, der später auch auf seine Brüder übertragen wurde. Das geschichtliche Umfeld, in dem es zu den Ereignissen kam, die die Bücher schildern, wird zu Beginn des ersten Buches der Makkabäer kurz skizziert.

Alexander der Große hatte binnen kürzester Zeit nach seinem Sieg über die Perser ein Weltreich von bisher nicht gekannter Größe erobert. Nach seinem überraschenden Tod im Jahr 323 v.Chr. teilten seine Generäle das Reich unter sich auf, wobei es auch zu kriegerischen Rivalitäten kam. Für unseren Zusammenhang sind nur die beiden Reiche im Osten relevant, das Reich der Seleukiden und das der Ptolemäer. Während das Reich der Ptolemäer hauptsächlich Ägypten umfasste, erstreckte sich das Reich der Seleukiden über Kleinasien, Syrien, Babylonien und Persien. Auch der jüdische Staat stand unter der Herrschaft der Seleukiden.

Antiochos IV. Epiphanes (175-164 v.Chr.) kämpfte gegen die Ptolemäer. Auf seinem Rückweg aus Ägypten plünderte er den Jerusalemer Tempel und ließ in der Stadt Besatzungssoldaten zurück. Er förderte die Verbreitung einer einheitlichen hellenistischen Kultur in seinem gesamten Reich und erließ ein Verbot zur Ausübung der jüdischen Religion. Der Tempel in Jerusalem wurde zu einem Tempel des Zeus umgewandelt. Viele Juden waren von der hellenistischen Kultur beeindruckt und wandten sich von den Bräuchen der Vorfahren und dem jüdischen Gesetz ab.

Es bildete sich aber um den Priester Mattatias eine starke Gruppe, die bereit war, für den jüdischen Glauben zu kämpfen. Viele gesetzestreue Juden schlossen sich ihnen an. Nach dem Tod des Mattatias übernahm dessen Sohn Judas, genannt der Makkabäer, zusammen mit seinen Brüdern die Führung. In harten Kämpfen konnten sie im sogenannten Makkabäeraufstand (167-160 v. Chr.) weite Teile des jüdischen Staates unter ihre Kontrolle bringen. Der Tempel wurde neu geweiht und die treuen Juden grenzten sich gegen die hellenistische Kultur ab. Das erste Buch der Makkabäer schildert die Kämpfe gegen Antiochos IV. Epiphanes und dessen Nachfolger. Den Seleukiden gelang es trotz mehrerer Feldzüge nicht, die jüdischen Freiheitskämpfer zu bezwingen.

Das zweite Makkabäerbuch stellt keine Fortsetzung des ersten dar, sondern erzählt die gleichen Ereignisse wie dieses, nur in anderer Auswahl und mit anderer Akzentuierung und Bewertung. Es will nicht eine Erzählung von Ereignissen sein, sondern zeigen, was das  Wesen Israels ausmacht. In beiden Büchern wird die Bedeutung des Tempels in Jerusalem als Zentrum des jüdischen Glaubens sichtbar. Bis heute feiern die Juden im fröhlichen achttägigen Chanukka-Fest Wiedereinweihung des Tempels im Jahr 164 v.Chr. unter Judas dem Makkabäer.

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