Feuer bin ich gekommen, auf die Erde zu werfen … Lk 12,49 (1)

Feuer ist Kraft und Leben. Wenn es außer Kontrolle gerät, ist es vernichtend, doch wenn seine Kraft in rechte Bahnen gelenkt wird, dann treibt es an. Das Feuer der Sonne strahlt seine Wärme bis auf die Erde und macht erst das Leben möglich. Von diesem Feuer empfangen die Pflanzen ihre Kraft zum Wachstum. In jedem von uns brennt ein Feuer, das uns die Energie zum Leben gibt, und wenn dieses Feuer erlischt, dann sterben wir.

Antonius Maria Claret spricht vom Feuer der Liebe und um dieses zu erklären, gebraucht er das Bild einer Dampflok, die durch Feuer angetrieben wird:

„Die notwendigste Tugend ist die Liebe. Ja, das sage ich, und ich werde es noch tausendmal sagen: Die Tugend, die ein apostolischer Missionar am dringendsten braucht, ist die Liebe. Er muss Gott lieben, Jesus Christus, Maria und die Mitmenschen. Wenn er diese Liebe nicht hat, sind alle seine schönen Talente nutzlos. Verbindet sich bei ihm jedoch mit seinen natürlichen Talenten eine große Liebe, dann hat er alles.

In der Tat wirkt das Feuer der Liebe bei einem Diener des Herrn so wie das materielle Feuer in der Lokomotive der Eisenbahn und wie die Maschine in einem Dampfschiff, die alles mit größter Leichtigkeit in Bewegung setzt. Wozu nützte die ganze Maschinerie, wenn kein Feuer darin wäre und kein Dampf? Zu gar nichts nützte sie. Wozu kann es einem Priester nützlich sein, dass er seine ganze Ausbildung gemacht hat und zum Doktor der Theologie und beider Rechte promoviert wurde, wenn er das Feuer der Liebe nicht hat? Zu gar nichts. Es hat keinen Nutzen für andere, denn er wäre dann wie eine Lokomotive der Eisenbahn ohne Feuer; anstatt eine Hilfe zu sein, wäre er eher ein Hindernis.“

Von einem solchen Feuer spricht Jesus, das Feuer, das auch in ihm brennt und als Funke auf die Menschen überspringt. Der Heilige Geist kam an Pfingsten in Gestalt von Feuerzungen herab und hat die ersten Christen entflammt. Bis heute brennt dieses Feuer und jeder, der in der Nachfolge Jesu leben will, muss sich von ihm entzünden lassen.

Lauheit ist eines der größten Übel. Wenn das Feuer ausgeht und etwas langsam kalt wird, dann wird es fad, niemand mag es mehr. Ein fader Christ kann niemanden begeistern. Daher ist es an uns, das Feuer in uns nie erlöschen zu lassen, uns immer neu zu entzünden an Christus, durch das Gebet, durch die Meditation der Heiligen Schrift, durch die Heilige Messe …

Beten wir darum, dass dieses Feuer der Liebe in uns brennt. Je mehr es uns verzehrt, desto mehr werden wir eins mit Jesus Christus.

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