3. Sonntag der Osterzeit

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Noch einmal hören wir heute im Evangelium von einer Erscheinung des Auferstandenen. Sieben Jünger, Petrus, Thomas, Natanael, Jakobus, Johannes und zwei ungenannte sind nach Galiläa gegangen. Nach Jesu Tod fehlt ihnen zunächst die Perspektive. Wahrscheinlich war es auch die Angst vor der Verfolgung durch die jüdische Obrigkeit, die sie nach Galiläa fliehen ließ. Und sie müssen ja von irgendetwas leben. Warum daher nicht bei dem bleiben, was man gut kann: Fischen. Zumindest von Petrus, Jakobus und Johannes wissen wir sicher, dass sie vor ihrer Berufung Fischer gewesen sind. Da Fischer ein durchaus ehrenwerter Beruf ist, bedeutet es für sie keinerlei Komplikationen, ihn wieder auszuüben. Ihre Familien werden sich ja weiterhin dieser Arbeit gewidmet haben, so dass es auch am nötigen Arbeitszeug nicht mangelt.

Sie sind die ganze Nacht auf dem See, doch ohne Erfolg. Als es Morgen wird, steht jemand am Ufer, ruft ihnen zu, ermuntert sie, es noch einmal zu versuchen und nicht aufzugeben. Das Netz wird übervoll. Da erkennen sie ihn:

Es ist der Herr!

Die Jünger erkannten Jesus zunächst nicht – wie so oft, als der Auferstandene ihnen erschien. Es brauchte Zeichen dafür, dass er es ist, das Brechen des Brotes oder die Erinnerung an ein früheres Erlebnis mit Jesus. Hier ist es die Weisung Jesu, auf sein Wort hin die Netze auszuwerfen – wie damals, am Anfang, als Jesus sie zu Jüngern berufen hat nach jener Nacht, als sie mit leeren Händen von ihrer Arbeit ans Land gerudert sind.

Jesus sorgt sich um die Jünger. Er fragt sie, ob sie etwas zu essen haben. Dabei hat er schon alles, was nötig ist, vorbereitet, ein Feuer, Fisch und Brot. Es ist alles da, und doch will Jesus, dass die Jünger auch selbst etwas beitragen. Ihr überreicher Fang ist ein Geschenk aus Gottes überfließender Gnade.

Kommt her und esst!

Im Mahl entsteht die vertraute Gemeinschaft mit dem Herrn. Doch hier isst er nicht mehr mit ihnen, sondern er teilt aus, gibt sich selbst, wie es von nun an in der Eucharistie geschieht. Wir stehen hier am Übergang von der leiblichen hin zur eucharistischen Mahlgemeinschaft mit dem Herrn. In der Begegnung mit dem Auferstandenen ist nicht mehr seine leibliche und sichtbare Gegenwart entscheidend, sondern seine Gegenwart im Herzen der Glaubenden. Jesus will Herzensgefährte sein, will im Innern eines jeden von uns leben.

Den Jüngern, die sich abmühen und die niedergeschlagen sind, steht Jesus bei. … Er zeigte sich ihnen aber nicht sofort, sondern wollte zuerst ein Gespräch mit ihnen beginnen und spricht mit ihnen auf menschliche Weise. … Damit sie aber Ehrfurcht bekämen, gab er ihnen ein Zeichen, durch das sie ihn erkennen sollten. … Die Jünger aber wagten nicht mehr mit ihm zu sprechen wie zuvor, sondern mit Schweigen und großer Ehrerbietung saßen sie da und blickten auf ihn. Sie sahen auch, dass er eine andere Gestalt hatte, und sie waren dabei so voller Bewunderung und Erstaunen, dass sie ihn nicht fragen wollten. Die Furcht, die aus dem Wissen kam, dass er der Herr war, verbot es ihnen, Fragen zu stellen.

Johannes Chrysostomus

Es ist eine eigenartige Szene, die Johannes uns hier schildert. Und doch geschieht hier etwas ganz Entscheidendes. Die Jünger erkennen den Herrn und sind sich von nun an seiner bleibenden Gegenwart unter ihnen bewusst, einer neuen Gegenwart, die sich von der bisher gewohnten unterscheidet. Das müssen die Jünger realisieren, aber dann gehen sie gestärkt an ihre neue Aufgabe, Zeugen des Auferstandenen zu sein.

Nach dem Abstieg in das Totenreich und der Auferstehung von den Toten, kehrten die Jünger zu ihrer Tätigkeit zurück, zurück zu ihren Schiffen und Netzen. Sie waren traurig ob deines Weggehens, Christus, was verständlich ist. Doch sie taten keinen Fang. Du aber, Heiland, erscheinst als Gebieter des Alls und befiehlst, die Netze nach der rechten Seide auszuwerfen. Das Wort wurde befolgt und groß war die Menge der Fische, unerwartet aber das Mahl, das ihnen bereitet am Land. Wie die Jünger daran teilnahmen, so würdige auch uns jetzt teilzuhaben in geistlicher Freude, menschenliebender Herr!

Du zeigtest dich deinen Jüngern, Erlöser, nach Deiner Auferstehung, und hast den Simon beauftragt, deine Schafe zu weiden. Von seiner Liebe hast du die Sorge um die Herde gefordert. Deshalb sagtest du: Wenn du mich liebst, Petrus, weide meine Lämmer, weide meine Schafe! Dieser bewies sogleich seine Liebe und fragte wegen des anderen Jüngers. Auf ihre Fürbitten, Christus, bewahre Deine Herde vor den Wölfen, die sie verderben wollen.

Gebet der Ostkirche

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