Peter Claver (1580-1654)

Petrus Claver wurde 1580 in Spanien geboren. Während seines Theologiestudiums trat er 1602 in den Jesuitenorden ein. Ab 1605 studiere er an der Missionsschule in Palma de Mallorca und erlangte dort über die Berichte von Mitbrüdern Einblick in die Nöte der Schwarzen, die man als Sklaven nach Amerika verschiffte. Neben deren körperlichen Leiden beschäftigte ihn vor allem auch der Gedanke, dass sich niemand um das Seelenheil dieser Menschen kümmerte.

Im Jahr 1610 sandte ihn der Orden schließlich nach Cartagena, einem für den Handel mit Spanien wichtigen Hafen in Kolumbien. Dort wurde er 1616 zum Priester geweiht und diese Stadt bildete von nun an das Zentrum seines Wirkens. Cartagena war damals ein wichtiges Handelszentrum Spaniens in Amerika und als solches eine Drehscheibe für die Ausfuhr von Gold und Edelmetallen nach Spanien und die Einfuhr von Sklaven aus Afrika.

Petrus kümmerte sich in selbstloser Nächstenliebe um die Sklaven, die hier eintrafen und weiterverkauft wurden. Immer, wenn ein Sklavenschiff ankam, war er vor Ort. Für uns ist es wahrscheinlich unvorstellbar, wie es auf einem solchen Sklavenschiff zuging. Um den Sklavenhandel möglichst profitabel zu halten, wurden so viele Sklaven wie möglich (300 bis 500) auf dem Schiff im dunklen Unterdeck zusammengepfercht und ihnen wurde nur so viel Wasser und Nahrung gegeben, dass sie gerade so überleben konnten. Schon in Afrika wurden die Sklaven auf brutale Weise gefangen genommen, wenn sie dann in Amerika ankamen, waren sie von den Entbehrungen und Misshandlungen gezeichnet, viele waren krank. Petrus Claver brachte ihnen Lebensmittel und Kleidung und hatte im Jesuitenkolleg eine eigene Ambulanz für die Kranken eingerichtet.

Den Kranken galt die besondere Sorge des Heiligen. So besuchte er 14 Jahre lang täglich einen alten Afrikaner, der in einer elenden Hütte am Rande der Stadtmauer dahinsiechte. Oft sah man den Pater im Spital die demütigsten Dienste verrichten. Im Spital von St. Lazarus am Stadtrand widmete er sich den Leprakranken. Hier kannte seine Liebe keine Grenzen und keine Vorsicht. Er legte die Kranken auf seinen eigenen Mantel, so dass seine Begleiter den Gestank kaum ertragen konnten, und der Mantel oft bis zu viermal am Tag gewaschen werden musste. Es gibt Zeugen, die berichten, dass Petrus Claver die von den Handschellen und Ketten verursachten Wunden der Sklaven geküsst habe.

Die gesunden Sklaven verbrachten oft nur wenige Tage in Cartagena, weil sie so schnell wie möglich weiterverkauft wurden. Petrus Claver gab ihnen in dieser kurzen Zeit eine Einführung in den katholischen Glauben. Mehr als 300.000 Sklaven soll er getauft haben. Vor allem aber sollte ihnen das Vorbild christlicher Nächstenliebe im Gedächtnis bleiben. Die Hilfe für die Nöte der Sklaven stand bei ihm an erster Stelle. So sagten Sklaven später über ihn:

Er war für alle Schwarzen Zuflucht und Schutz. Zu ihm kamen sie mit ihren Nöten, um Trost und Hilfe zu erlangen, denn er tröstete sie nicht nur mit Worten, sondern trat auch bei ihren Herren dafür ein, dass sie nicht gequält und unnötig bestraft wurden.

Durch seine Anwesenheit konnte er zumindest etwas die Brutalität der Sklavenhändler zähmen, die die geschwächten Menschen vom Schiff zum Sklavenmarkt trieben. Auch den weißen Sklavenhaltern war er ein Stachel im Gewissen. Viele von ihnen begegneten ihm mit Feindschaft, einige aber unterstützen seine Tätigkeit. Er selbst führte ein asketisches Leben, fastete viel und schlief auf einer einfachen Matratze. Er nannte sich selbst stets den “Sklaven der Sklaven” – im Volksmund wurde er der “Apostel der Schwarzen” genannt. 38 Jahre lang verrichtete er diese Tätigkeit, das Ende seines Lebens ist gezeichnet von verschiedenen Krankheiten, die ihn ans Bett fesselten. Er starb 1654 im Jesuitenkolleg von Cartagena. Bei seiner Beerdigung war die ganze Stadt zugegen. Sein Leichnam ruht in einem Kristallsarg unter dem Altar der nach ihm benannten Jesuitenkirche.

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