
Fastenzeit
Fastenzeit ist die Zeit,
in der ich mich neu auf das konzentriere,
was wirklich wichtig ist,
Fastenzeit ist die Zeit,
in der ich bewusst auf mein Leben schaue,
auf meine Stärken und meine Schwächen.
Wo kann ich anfangen, etwas neu zu machen,
das Schwache in mir stärken
und das Starke noch stärker machen ?
Ich will heute ganz bewusst damit beginnen,
etwas ganz Bestimmtes anzupacken.
Ich will heute damit beginnen,
nicht morgen, übermorgen oder sonstwann.
Heute mache ich einen Anfang,
einen neuen Schritt
auf dem Weg mit meinem Gott,
um so zu leben, wie es ihm gefällt
und wie es gut ist für mich selbst.
Hl. Polykarp (ca. 81 ca. 167)
Sechsundachtzig Jahre diene ich Christus und er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König lästern, der mich erlöst hat?
Polykarp ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der frühen Kirche, doch wir wissen nur wenig über sein Leben. Er kannte noch den Apostel Johannes und ist dessen Schüler gewesen. Dieser soll Polykarp auch als Bischof von Smyrna in Kleinasien (dem heutigen Izmir) eingesetzt haben. Auf Grund seines langen Lebens gilt Polykarp als letzter Zeuge der apostolischen Zeit. Er gilt als der Lehrer Asiens, Vater der Christen, Zerstörer der Götter.
Einen ausführlichen Bericht besitzen wir von seinem Martyrium. Er wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Vor seinem Tod sprach er das folgende Gebet:
Herr, Gott, Herrscher des Alls, ich preise dich, dass ich unter der Schar der Märtyrer am Kelch deines Christus teilhaben darf zur Auferstehung des ewigen Lebens von Seele und Leib zur Unverweslichkeit durch den Heiligen Geist. Mit einem reichen, von dir angenommenen Opfer möchte ich heute unter sie eingereiht werden, mit einem Opfer, wie du es mir im Voraus bestimmt und verkündet hast und wie du es nun erfüllst.
Dafür und für alles lobe ich dich. Ich preise und verherrliche dich mit dem ewigen Hohenpriester Jesus Christus im Himmel, deinem geliebten Sohn und Knecht. Durch ihn ist dir mit ihm und dem Heiligen Geist die Ehre jetzt und in Zukunft und in Ewigkeit. Amen.
Nachdem Polykarp das Amen gesprochen hatte, wurde der Scheiterhaufen entzündet, doch die Flammen verbrannten ihn nicht, sondern umgaben ihn wie die Segel eines Schiffes, die vom Wind aufgebläht werden. Da ihn das Feuer nicht tötete, wurde er mit einem Dolch durchbohrt. Christen bestatteten seinen Leib und begingen von da an den Gedenktag an seinem Grab.
Aschermittwoch
Die Asche des Aschermittwochs stammt von den verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres. Das Auflegen des Aschenkreuzes ist mit der Formel Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst. (vgl. Gen 3,19) oder Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium. (Mk 1,15) verbunden.
Bereits im Alten Testament ist das Bestreuen des Hauptes mit Asche ein Zeichen der Buße. Der Schmutz der Asche ist ein äußeres Zeichen für den Schmutz, den der Mensch durch die Sünde auf sich geladen hat.
Indem der Mensch bereit ist, öffentlich das Zeichen seiner Schuld zu tragen, zeigt er zugleich seine Bereitschaft, sein Leben zu ändern.
Die Einsicht, etwas falsch gemacht zu haben und das Bekenntnis zu den eigenen Fehlern, ist der erste Schritt zur Vergebung.
So soll das Zeichen der Buße uns nicht einschüchtern und mutlos machen. Es zeigt vielmehr den Mut, zu unseren Fehlern zu stehen und die Bereitschaft, unser Leben anzupacken.
Dieser Mut und diese Bereitschaft führen uns mit Gottes Hilfe zu neuer Stärke und zu einem bewussten und erfüllten Leben.
Petrus Damiani (1006 1072)
Petrus Damiani wurde 1006 in Ravenna geboren. Nach Studien in Faenza und Parma begann er 1034, in Ravenna Grammatik und Rhetorik zu lehren, trat aber schon ein Jahr später in die benediktinische Gemeinschaft von Fonte Avellana bei Gubbio ein.
Dort wurde das eremitische Element des monastischen Lebens besonders betont. In seinem eigenen Leben zeigt Petrus Damiani eine glückliche Synthese von Einsiedlerleben und pastoraler Tätigkeit. Oft riefen die Päpste den fähigen Mönch in ihre Dienste. So muss er immer wieder für eine gewisse Zeit seine Einsamkeit verlassen, um Streitigkeiten zu schlichten und zum Aufbau der Kirche beizutragen.
Der Dienst an der Kirche stand für ihn aber nicht im Gegensatz zu seinem geliebten Einsiedlerleben. Er sah dieses vielmehr als Mahnung an alle Christen, dem Herrn Jesus Christus die erste Stellung in der Welt und im eigenen Leben zukommen zu lassen.
Seine Erfahrungen hat Petrus Damiani in einem umfangreichen literarischen Werk der Nachwelt hinterlassen. Er starb 1072 im Kloster St. Maria vor den Toren von Faenza, wo er auch beigesetzt ist.
In einem Brief an einen Freund schreibt er:
Es befreie dich Christus,
der für dich gelitten hat,
von allen Strafen,
es befreie dich Christus,
der für dich gekreuzigt worden ist,
von aller Qual,
es befreie dich Christus,
der für dich den Tod auf sich nahm,
vom Tode.
Witze
Der neue Pfarrer hat gerade sein neues Büro bezogen.
Plötzlich klopft es an der Tür. Denkt sich der Pfarrer: Na, ich werde mir gleich Respekt verschaffen!
Er nimmt den Telefonhörer in die Hand und ruft: Herein!
Es ist der Messner.
Der neue Pfarrer spricht in sein Telefon:
Jawohl, Herr Kardinal. Genauso werde ich es machen. Und nochmals vielen Dank für die Gratulation, schönen Gruß noch an meinen Freund, ihren Sekretär.
Danach legt er auf, begrüßt den Messner und fragt ihn: Was wollen Sie von mir? –
Ich muss noch ihr Telefon anschließen, Herr Pfarrer.
***
Der Klassenlehrer meint zum Religionslehrer, der gerade hereinkommt, um seine erste Stunde in dieser Klasse zu halten, dass er wahrscheinlich nicht sehr zufrieden mit dieser Klasse sein würde.
Stellen Sie sich vor: Ich habe gefragt, wer die vier Evangelisten sind, und keiner wusste es. Schließlich antwortete der Sepp: David und Goliath!
Darauf der Religionslehrer: Na wenigstens hat er zwei davon gewusst!


