Kategorie: Schriftzitate
Jesus, unser Beistand
Jesus spricht von der Liebe und fordert und dazu auf, ihn darin nachzuahmen. Was aber geschieht, wenn wir in der Liebe nachlässig sind?
Wir müssen jeden Tag neu die Liebe lernen. Und wir werden immer wieder Fehler machen. Wichtig ist, dass wir diese erkennen und um Verzeihung bitten, dass wir unsere Fehler wieder gut machen, soweit dies möglich ist und sie auch regelmäßig in der Beichte bekennen.
So heißt es auch im Ersten Johannesbrief:
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.
Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten.
Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt. (1Joh 1,9; 2,1-2)
Was bedeutet es, dass Jesus unser Beistand ist? Wird hier ein Dualismus angedeutet, der den liebenden Sohn im Gegensatz zum zürnenden Vater zeigt? Das kann nicht gemeint sein. Ich denke, Jesus muss uns nicht vor dem Vater schützen, sondern vielmehr vor uns selbst.
Wenn wir einmal vor Gott stehen, werden wir uns sehen, wie wir wirklich sind. Wie oft machen wir uns auf Erden etwas vor, belügen uns selbst und wollen uns selbst nicht eingestehen, wer wir wirklich sind. Wenn wir vor Gott stehen, fällt dies alles ab.
Wer kann es dann ertragen, sich so zu sehen, wie er wirklich ist? Wir selbst sind es dann, die uns anklagen, wenn wir uns im Licht der ewigen Liebe sehen. Dann wird Jesus uns vor uns selbst in Schutz nehmen. Er wird sagen: Siehe, ich bin für dich gestorben. Ich habe alles das, was du jetzt an dir beklagenswert findest, ans Holz des Kreuzes getragen, um dich zu erlösen.
Erlösen – auslösen – befreien – frei machen von einer fremden Macht – befreit zur Freiheit der Kinder Gottes. Dann werden wir erkennen, mit welcher Liebe wir geliebt sind.
Bleibt in meiner Liebe!
Liebt einander! (Joh 13,34)
Das Leben Jesu war ein einziges Tun der Liebe. Allen, die seine Hilfe brauchten, hat er sich zugewandt. Er war frei von Vorurteilen. Jesus nahm sich der Menschen an, ohne Ansehen der Person.
Diese Liebe, die Jesus gelebt hat, sollen auch seine Jünger leben. Doch kein Mensch ist fähig, diese Liebe ganz nachzuahmen. Wir werden immer hinter dieser Forderung Jesu zurückbleiben.
Warum hat Jesus uns dann diese Liebe aufgetragen? Weil er uns Menschen etwas zutraut. Weil er in uns seine Hoffnung setzt.
Wie viele winken da resigniert ab. Solche Liebe funktioniert nie. Wir müssen Macht und Stärke zeigen, wenn wir es zu etwas bringen wollen. Wer liebt, der zeigt Schwäche und der rutscht auf den letzten Platz.
Der letzte Platz, das war der Ort, an dem Charles de Foucauld Jesus suchte. Jesus hat tatsächlich den letzten Platz eingenommen. Ja, er kam als König, doch nicht um sich seinen Thron zu erkämpfen. Sein Liebesthron war das Kreuz. Hier hat sich seine Liebe am stärksten offenbart.
Und doch hat die Liebe eine Macht, die ihr nicht genommen werden kann. Gerade weil sie nicht auf irdischer Stärke beruht. Die Mächtigen können zwar die Liebenden töten, die Liebe aber werden sie dadurch nicht auslöschen. Ihr Feuer brennt durch alle Zeiten und wo man meint, seiner Asche jede Glut geraubt zu haben, bricht es ganz neu hervor.
Wir sind Zweifler und glauben nicht an diese Macht der Liebe. Wir wollen mit unserer Kraft nachhelfen, um der Liebe zum Sieg zu verhelfen. Doch gerade so verstoßen wir gegen die Liebe und weisen sie von uns.
Jesus Liebe folgen, heißt Jesus in seiner Schwachheit folgen, an den letzten Platz, an dem es keine Macht und Gewalt mehr gibt, sondern allein nur noch die Liebe.
Vater, in deine Hände lege ich mein Leben. Umfange mich mit deiner Liebe. Lass mich ganz deiner Liebe hingeben. Lass mich vertrauen, dass du mich in deiner Liebe trägst. So will ich zu den Menschen gehen. Getragen von deiner Liebe.







