Aloisius von Gonzaga

In einem Brief schreibt Aloisius über die Berufung zur Gotteskindschaft:

„Wenn ein Fürst irgendeinen Armen oder Reichen zu sich rufen ließe und ihm die Zusicherung gäbe, er wolle ihn zu seinem Adoptivsohn machen und ihn wie seinen eigenen Sohn an der Regierung beteiligen und zum Erben ernennen, und ihm nur die Bedingung stellen würde, so zu leben und sich so zu benehmen, wie es sich für seinen Sohn gezieme – das heißt, die arme Hütte als Wohnung zu verlassen und in seinen reichen Palast einzuziehen, die elenden Lumpen wegzuwerfen und sich mit den kostbaren Gewändern zu kleiden, die einem vornehmen Sohn zukommen, von den Sitten und Gewohnheiten des niederen Standes zu lassen und Sitten und Gewohnheiten seines edlen Herren anzunehmen – wer würde dieses Angebot nicht sofort annehmen?

Nun aber lässt Gott, dem Lob und Preis gebührt, sich herab, jedermann an Sohnes statt anzunehmen. Er verspricht uns in dieser Welt väterliche Sorge und fordert nichts anderes von uns, als das ärmliche Haus der Verwandten und unserer Mütter zu verlasen, in der Gesinnung oder in der Tat, je nach der Berufung eines jeden, und in den königlichen Palast des Himmelskönigs einzuziehen, in dem Gott die Herrschaft führt und wo die Engel dienen.

Gott will, dass wir die schlechten Kleider der Eigenliebe ablegen und mit der Liebe uns bekleiden, er will, dass wir die Gewohnheiten einer gemeinen, niedrigen Person, wie Unvollkommenheiten und Sünden lassen, und die Gewohnheiten der Gottessöhne annehmen, das sind Sanftmut, Kindesliebe, Gerechtigkeit, Frömmigkeit und die anderen Tugenden.

Wer unter uns wird diese Einladung nur anhören und sie nicht auch annehmen? Wer wird die Botschaft hören und ihr nicht folgen?“

Aloisius ist dieser Botschaft gefolgt. Er hat sein reiches väterliches Erbe und seine weltliche Karriere aufgegeben, um ganz in den Dienst des himmlische Königs zu treten. Im Dienst an Gott und den Menschen hat er sein Leben hingegeben. 

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