Gemeinschaft – in Gott

weg4.jpg„Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.“ (Joh 14,20)

Jesus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Jesus ist der Weg zum Vater. Durch ihn haben wir Anteil am Leben Gottes. Wie Jesus zum Vater gehört, so gehören auch wir zum Vater, wenn wir zu Jesus gehören. Als Glaubende sind wir mit Gott und untereinander verbunden.

Nie mehr allein – niemals

christusikone2.jpg„Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen.“ (Joh 14,18) 

„Wer glaubt, ist nie allein.“ So lautet ein bekanntes Wort Papst Benedikt XVI. Glaube bietet die Heimat einer Gemeinschaft, aber er bietet noch mehr. Wir sind hineingenommen in Jesus Christus und haben somit Gemeinschaft mit dem Vater im Heiligen Geist. Unsere Heimat ist die Trinität. Weil Gott selbst in sich Gemeinschaft ist, ist er auch offen, uns Menschen in diese Gemeinschaft mit hineinzunehmen.

Liebe – selbstverständlich

weg5.jpg„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ (Joh 14,15)

Liebe ist nie abstrakt, sie zeigt sich immer konkret. Anderen Menschen zeigen wir unsere Liebe durch Worte und Gesten, indem wir für sie da sind und uns ihnen schenken. Dass wir Jesus lieben, zeigen wir dadurch, dass wir an seinem Wort festhalten und seine Gebote erfüllen.

Jesus ist uns nahe (Joh 14, 15-21)

jesus12.jpgJesus sagt: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch. Nur noch kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet.“ 

Mit diesen Worten spricht Jesus vor seinem Tod den Jüngern Trost zu. Es sind Worte, die bleibende Bedeutung haben, auch für uns. Wenn wir an Jesus glauben, sind wir nicht allein. Auch nach seinem Tod und seiner Auferstehung ist Jesus bei seinen Jüngern, bleibt uns allen, die wir an ihn glauben, nahe. Er ist nun zwar nicht mehr für alle sichtbar, wie er es war, als er auf Erden lebte, doch wenn wir an ihn glauben, können wir ihn „sehen“.

Wie können wir Jesus heute sehen?

Jesus ist uns nahe, wenn wir zu ihm beten, ganz besonders in der Heiligen Messe und der Eucharistie. Wenn wir beten, haben wir Gemeinschaft mit Jesus. Jesus zeigt sich uns aber auch in besonderen Momenten in unserem Leben. Dann spüren wir seine Nähe, hören seinen Rat, erfahren seine Hilfe. Es gibt Situationen im Leben, wo wir denken, ohne Jesu Hilfe hätten wir das nie geschafft. 

Wo erfahre ich Jesu Nähe in meinem Leben? 

Maria unsere Weggefährtin

maria23.jpgMaria,

Gott hat dich dazu erwählt,

die Mutter seines Sohnes zu werden

und Jesus auf seinem Lebensweg zu begleiten.

Du hast wie kein anderer Mensch 

am Leben Jesu teilgenommen,

bist ihm bis zum letzten Augenblick seines Lebens gefolgt,

und unterm Kreuz

hat Jesus dich uns allen zur Mutter geschenkt.

Wir dürfen uns in allen Phasen unseres Lebens

von dir, unserer Mutter, begleitet wissen

und darauf vertrauen,

dass du uns mit deinem guten Rat

aufmerksam machst

auf unseren nächsten Schritt,

der uns zum Heile dient.

Wir vertrauen uns dir an

und danken dir für deine Wegbegleitung

alle Tage unseres Lebens.

Amen.  

Maria Weggefährtin Jesu

maria17.jpgWie nahe war Gott Maria! Viel näher, als er je einem anderen Menschen sein kann. Maria trug Gottes Sohn in ihrem Leib. Sie sorgte für ihn und hat ihn erzogen.

Ich finde es sehr interessant darüber nachzudenken, wie viel Jesus von seiner Mutter angenommen hat. Kinder erben ja viele Eigenschaften von ihren Eltern. Wenn sich Gott so ganz in den Lauf der Natur begeben hat, so dass sein Sohn als wahrer Gott auch wahrer Mensch wurde, so hat er sicher auch etwas von seiner Mutter geerbt.

Es gab sicher immer wieder Momente im Leben der Gottesmutter, in denen sie ganz besonders über dieses Wunder gestaunt hat, dass Gott so menschlich werden kann. Gott, der etwa die Augen oder die Form des Mundes von einer menschlichen Mutter hat, ihre Gesichtszüge trägt.

Ihr Kind, das Maria in ihren Armen trägt, das sie liebevoll umsorgt und liebkost, dieses Kind ist Gottes Sohn. Staunen wir mit Maria über dieses Wunder und bitten wird sie, dass sie uns hineinnimmt in die innige Beziehung zu ihrem Sohn.  

Hl. Philipp Neri (1515-1595)

philippneri.jpgAls Philipp Neri als 20-jähriger nach Rom kommt, trifft er auf eine Stadt der Gegensätze. Armut und Reichtum liegen dicht beieinander. Die Kirche stellt ihre Macht zur Schau, ist aber in ihrem Inneren krank. Glänzende Feste und die Verehrung der heidnischen Antike stehen vor einem Leben nach dem Evangelium und der Liebe zu Jesus Christus.

Philipp Neri will nur das Eine: als Christ ein Leben der Liebe zu Jesus Christus leben. Er tut dies, indem er sein Leben heiligt durch Beten und die Betrachtung des Evangeliums. Das formt ihn und die Menschen spüren seine Liebe, besonders wenn er den Armen und Kranken der Stadt begegnet.

Mit 36 Jahren wird Philipp Neri zum Priester geweiht. Ihn zeichnet eine tiefe Verehrung der Heiligen Eucharistie aus, die sich auch in mystischen Erfahrungen zeigt. Oft ist er während der Hl. Messe lange in stiller Andacht versunken. Um ihn entsteht ein bunter Kreis von Menschen, die sich zum Beten und der Betrachtung der Heiligen Schrift, aber auch zum Gespräch und Musizieren versammeln. Aus diesem Kreis, dem auch Kardinäle und andere hohe Würdenträger angehören, geht das Oratorium hervor, das sich schließlich zu einem Orden entwickelt hat, der auch heute noch eine große Bedeutung in der Kirche hat.

Auch den armen Menschen, den Kranken und der Jugend bleibt Philipp Neri Zeit seines Lebens zugewandt und er war beim ganzen Volk beliebt. Nicht zuletzt zeichnet ihn sein Humor aus und bis heute erzählt man sich viele Anekdoten über ihn. Durch sein Leben hat Philipp Neri die Stadt Rom verwandelt und ein bleibendes Zeichen christlichen Glaubens hinterlassen.

Philipp Neri lehrt uns, dass ein Leben im Glauben nur dann gelingen kann, wenn wir Ausdauer haben und auch die kleinen und unscheinbaren Dinge stets sorgfältig tun:

„Wir sollen das Gewöhnliche ungewöhnlich gut tun“, sagt er. Und zum Gebet heißt es bei ihm: „Wir dürfen nicht von unserem Gebet lassen wegen Zerstreuung und Unruhe des Geistes, auch wenn es unnütz erscheint, damit fortzufahren. Wer seine gewohnte Zeit ausharrt und dabei seinen Geist ruhig zum Gegenstand seines Gebetes hinlenkt, erwirbt sich dadurch großes Verdienst.“  

Maria und Ostern

maria131.jpgIm Mai sind wir mitten in der Osterzeit und noch ganz in die Betrachtung der Geheimnisse der Auferstehung Jesu versunken. Mich verwundert es etwas, dass von Maria keine besondere Begegnung mit ihrem auferstandenen Sohn berichtet wird.

Bei Johannes hören wir, wie Maria unter dem Kreuz steht. Das Leiden ihres Sohnes hat sie tief getroffen. Hätte sie dann nicht die Erste sein müssen, der Jesus als der Auferstandene erscheint? Vielleicht war Maria unter den Frauen, die am Ostermorgen zum Grab gingen. Vielleicht ist Jesus ihr ganz im Stillen erschienen.

Wir hören von Maria erst wieder, als sie zusammen mit den Aposteln nach der Himmelfahrt Jesu versammelt ist, um den Heiligen Geist zu erbitten. Die Frömmigkeit hat aber sehr wohl Maria in einen engen Bezug zu Ostern gesetzt.

„Freu dich du Himmelkönigin!“

So singen wir in einem bekannten Marienlied zur Osterzeit. Ja, Maria hat sich über die Auferstehung ihres Sohnes gefreut. Sie hat sich mit den Aposteln auf die Sendung des Heiligen Geistes vorbereitet. Sie ist Zeugin der Auferstehung Jesu und war selbst die erste, die die Auferstehung des Leibes und der Seele an sich erfahren durfte.

Heilige Maria, zeige uns Jesus, den Auferstandenen. Schenke uns die Freude über seine Auferstehung. Hilf uns, im Gebet mit Jesus verbunden zu sein, damit wir fähig sind, seine Zeugen zu sein. Amen.  

Maria sagt Ja zu Gott

maria24.jpgGott hätte es nicht tun müssen, aber er wollte es so. Er wollte Mensch werden unter uns Menschen. Wo hat man je gehört, dass ein Gott unter den Menschen wohnt? Nicht unnahbar und entrückt, sondern ganz nah, greifbar und erfahrbar.

Gott wollte unter uns Menschen sein, weil er uns unendlich liebt. Er hat uns geschaffen und will Gemeinschaft haben mit uns. Er will, dass wir einst sein Angesicht schauen und bei ihm ewig glücklich und voller Freude sind.

Um unter uns zu sein, wollte Gott geboren werden wie ein Mensch. Von einer Frau, einer Mutter, die er sich auserwählt hat. Aber er wollte ihre freie Zustimmung. Gott, dem nichts unmöglich ist, nimmt das Wagnis auf sich, seine Pläne an schwache Menschen zu binden.

Maria hat Ja gesagt zu Gottes Plan. Sie hätte es nicht tun müssen, aber sie wollte es so. Sie liebte Gott und wusste, dass es das einzig wirklich Wichtige im Leben ist, den Willen Gottes zu tun.