Allerseelen

Heute an Allerseelen denken wir besonders an unsere Verstorbenen. Wir glauben daran, dass unser Gebet für sie nicht sinnlos ist, sondern dass Gott ihrer gedenkt und ihre Sünden verzeiht. Besonders wichtig ist es, dass wir unseren Verstorbenen vergeben. So können sie und auch wir selbst Frieden finden.

Einen der ersten biblischen Belege für die Wirksamkeit des Gebetes für die Verstorbenen finden wir in der Lesung aus dem Buch der Makkabäer. Wir befinden uns im 2. Jhd. v.Chr., einer Zeit, in der sich die Juden gegen die Übergriffe der hellenistischen Welt zur Wehr setzen mussten. Ihr Glaube war bedroht durch die Grausamkeit fremder Herrscher, aber mehr noch durch die Verlockungen der hellenistischen Kultur.

Es war auch eine Zeit, in der manche alte Glaubensüberzeugungen nicht mehr taugten. Früher zu Zeiten der Könige glaubten die Juden, dass Gott den Gerechten bereits in diesem Leben für seine Gerechtigkeit belohnen wird. Doch immer mehr wurde deutlich, dass es oft den bösen Menschen, die gewalttätig und habgierig sind und es verstehen, sich bei den Mächtigen einzuschmeicheln, besser geht als den Gerechten, die aufgrund ihrer Geradlinigkeit auf vieles verzichten müssen.

Immer mehr kam daher der Glaube auf, dass Gott wenn nicht in diesem Leben, so doch in einer zukünftigen Welt für Gerechtigkeit sorgen wird. Der Glaube an eine Auferstehung der Toten kam in Teilen des Judentums auf. Für diesen neuerwachten Glauben geben die Makkabäerbücher Zeugnis. Hier wird davon berichtet, dass in einer der zahlreichen Schlachten, die die Juden gegen ihre Feinde führten, besonders viele Kämpfer gestorben sind. Als man sie bestattet, entdeckt man, dass sie alle Amulette einer heidnischen Gottheit tragen. Sie haben ihre Hoffnung also nicht auf den Gott Israels, sondern auf fremde Götter gesetzt. Judas, der Anführer der Juden, sieht sie deswegen aber nicht für verloren, sondern er lässt eine Sammlung durchführen und das Geld als Opfergabe für die Verstorbenen nach Jerusalem senden.

Damit handelte er sehr schön und edel; denn er dachte an die Auferstehung. Hätte er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es nämlich überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten. (2Makk 12,43-44)

Der Glaube an die Auferstehung der Toten gibt Hoffnung, Hoffnung darauf, dass die Gerechten ihren Lohn finden, aber auch die Hoffnung, dass Gott den Menschen verzeihen wird und sie nicht auf ewig verloren sind.

Immer wieder stellen sich Menschen die Frage: Was kommt nach dem Tod? Oder anders gefragt: Kommt überhaupt etwas nach dem Tod? Hat der Mensch nur dieses Leben, in das er aus dem Nichts kommt und dorthin wieder verschwindet? Oder stehen wir in einem Kreislauf des ewigen Geboren-Werdens und Vergehens und leben wir immer neue Leben zu verschiedenen Zeiten? Oder gibt es wirklich so etwas wie das ewige Leben bei Gott, an das die Christen glauben?

Was nach dem Tod sein wird, das werden wir erst erfahren, wenn wir selber dort angelangt sind. Für jetzt bleibt der Glaube daran, dass es einen Gott gibt, der uns liebt, der uns in seinem Sohn erlöst hat, der uns einmal immer bei sich haben möchte und mit ewigem Glück und unvergänglicher Freude beschenken möchte. Die Hoffnung, dass wir diesem Gott vertrauen dürfen und dass das, woran wir glauben, auch wirklich existiert. Der Glaube an Jesu Wort:

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. (Joh 11,25-26)

Jesus ist Auferstanden. Er selbst ist die Auferstehung und das Leben und wer an ihn glaubt hat Teil an seiner Auferstehung und seinem Leben.

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