Kathedra Petri

Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? (Mt 16,13)

Das Messiasbekenntnis des Petrus und seine Einsetzung zum Fels der Kirche geschehen nach dem Bericht des Matthäus nahe bei Cäsarea Philippi. Diese Stadt liegt ganz im Norden des Siedlungsgebietes Israels am Fuße des Hermon-Gebirges. Hier entspringt der Banyas, einer der Quellflüsse des Jordan. Nur wenige Kilometer entfernt liegt die alte jüdische Stadt Dan, die nördlichste Stadt Israels gemäß der biblischen Verheißung, nach der das gelobte Land von Dan (im Norden) bis Beerscheba (im Süden) reicht.

Ursprünglich hieß dieser Ort „Paneas“, was darauf hinweist, dass sich dort ein wichtiges Heiligtum des Pan befand, das an die Stelle einer früheren Kultstätte des Baal getreten war. Der römische Kaiser Augustus hat diese Gegend dem Herodes geschenkt, der ca. 20 v.Chr. dort einen Tempel für Augustus und die Göttin Roma errichten ließ. Der Sohn des Herodes, der Tetrarch Philippus, errichtete hier die Hauptstadt seines Herrschaftsgebiets und nannte sie „Cäsarea“ zu Ehren des römischen Kaisers.

Ursprünglich entsprang der Fluss aus einer hoch im Felsen gelegenen Grotte. Ein Erdrutsch führte aber dazu, dass das Wasser nun tiefer aus dem Berg austrat. Zurück blieb die Grotte, die wegen ihrer düsteren Tiefe auch als Tor zur Unterwelt (Hades) bezeichnet wird. Flavius Josephus schreibt darüber:

Hier steigt ein Berg in eine schwindelnde Höhe auf und neben der unten am Berg befindlichen Schlucht öffnet sich eine düstere Grotte, in der sich ein Abgrund in unermessliche Tiefe hinabsenkt, der mit stehendem Wasser angefüllt ist. Will man mit dem Senkblei die Tiefe ausloten, so reicht keine noch so lange Schnur aus.

Wir können uns vorstellen, wie die Jünger Jesu staunend vor der hohen Felswand standen und wie ihnen ein Schauder über den Rücken lief, als ihnen Einheimische die Geschichten vom Tor des Hades erzählt haben. Direkt vor Augen stand ihnen auch der mächtige Tempel, den Herodes zu Ehren der römischen Kaiser errichten ließ. Und wer sind sie selbst? Ein paar armselige Fischer, dir einem einfachen Rabbi aus dem Hinterland gefolgt sind. Ist dieser einfache Jesus tatsächlich Gottes Sohn? Jesus weiß, was in den Jüngern vorgeht und er überrascht sie mit seiner Frage. Petrus ist der erste, der die Fassung wiedergewinnt und eine klare Antwort auf die Frage Jesu findet.

Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. (Mt 16,14)

Für wen halten die Leute den Menschensohn? Diese Frage Jesu an seine Jünger hat bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Die Menschen damals haben Jesus mit einem der Propheten in Zusammenhang gebracht. Heute halten manche Jesus einfach für einen besonders guten Menschen, für einen besonders weisen Menschen, einen Religionsgründer, wie es ihn auch in anderen Religionen gibt, wie zum Beispiel Buddha oder Mohamed. Oder Jesus wird zum Sozialreformer, zum Kämpfer für die Armen. Man könnte die Liste wohl unbegrenzt erweitern.

Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! (Mt 16,15-16)

Jesus ist Gott und Gottes Sohn. Alle anderen Antworten, die in Jesus nur einen besonderen Menschen sehen, greifen zu kurz. Wer Jesus das Gott-Sein abspricht, wird ihm nicht gerecht. Was aber bedeutet, dass Jesus Gott ist und Gottes Sohn, der auf Erden Mensch geworden ist? Das ist ein Geheimnis, über das die Menschen zu allen Zeiten nachgedacht und auch gestritten haben.

Wenn man also eh nicht so genau weiß, was es mit diesem Jesus auf sich hat, der vor etwa 2000 Jahren hier auf Erden gelebt haben soll, kann man dann nicht jedem sein eigenes Jesusbild machen lassen? Im Wort Jesu an Petrus meine ich zu lesen, dass Jesus selbst es anders gewollt hat.

Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 16,17-19)

Simon Barjona, nur hier nennt Jesus ihn so. Spielt Matthäus hier auf das Zeichen des Jona an, von dem unmittelbar zuvor die Rede war? Ist Simon ebenso wie Jona ein Zeuge und Verkünder, der eine zweite Berufung braucht? Wir denken hier an seine Verleugnung Jesu und an die Frage des Auferstandenen an ihn: „Liebst du mich?“, die uns Johannes überliefert. Zugleich trägt Simon auch den Beinamen Petrus, der Fels, und als dieser wird er zum Fundament der Kirche. Wenn Jesus hier von den Mächten der Unterwelt spricht, so spielt Matthäus hier sicher an die Tore des Hades an, vor denen Jesus mit seinen Jüngern gerade stand. Keine dunkle Macht und scheint sie noch so mächtig, kann das Reich Gottes überwältigen, denn es steht fest gegründet auf einen Felsen, der mächtiger ist als der Fels von Cäsarea Philippi.

Als denkbar festes Fundament der vom Messias Jesus zu erbauenden Heilsgemeinde soll Simon das sichernde Prinzip ihres Bestandes und ihrer Einheit sein. Und in dieser Funktion wird er mit heilsmittlerischer Vollmacht ausgestattet sein, wie das Bildwort von der Übergabe der Schlüssel zum Himmelreich und die Übertragung verbindlicher Binde- und Lösegewalt erläuternd hinzufügen. (Anton Vögtle)

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Liebe

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Mt 5,43-45)

Das Gebot der Nächstenliebe gab es schon vor Jesus, aber Jesus hat ihm eine vorher nicht gekannte Universalität gegeben. Vor Jesus war der Nächste nur ein Mensch aus der gleichen Sippe, ein Angehöriger des eigenen Stammes. Für Jesus aber ist der Nächste jeder Mensch, auch derjenige, der nicht zum eigenen Volk gehört, auch ein Mensch, der einen anderen Glauben hat, ja mehr noch, sogar unseren Feinden sollen wir die gleiche Liebe entgegenbringen wie Menschen, die uns nahe stehen.

Jesus Christus war wahrscheinlich der erste, der das Gebot der Feindesliebe formuliert hat. Wir haben an den vorangehenden Beispielen schon gesehen, wie Jesus die Gewaltfreiheit propagiert. Ein erfinderischer gewaltfreier Widerstand steht über dummer roher Gewalt. So steht auch die Liebe über dem Hass. Wer sich nicht vom Hass gefangen nehmen lässt, sondern dem Hass die Liebe entgegensetzt, der ist stärker und wird als Sieger hervorgehen, was auch geschieht.

Doch geht das Gebot der Feindesliebe nicht über die Kraft des Menschen hinaus?

Viele schätzen die Gebote Gottes nach ihrer eigenen Schwachheit ein, nicht nach den Kräften der Heiligen, und deshalb glauben sie, dass diese Vorschriften unerfüllbar seien. Und sie sagen, dass es für die Tugend ausreiche, seine Feinde nicht zu hassen; sie darüber hinaus auch noch zu lieben, dies sei für die menschliche Natur eine zu schwere Vorschrift. Man muss aber wissen, dass Christus nicht etwas Unmögliches vorschreibt, sondern Vollkommenes. (Hieronymus)

Wie die Liebe zu den Feinden gelingen kann, dazu gibt Papst Franziskus einige Hinweise.

Jesus sagt uns zuerst: Blickt auf den Vater! Unser Vater ist Gott: er lässt die Sonne aufgehen über Bösen und Guten; es lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Unser Vater sagt morgens nicht zur Sonne: Heute leuchte über diesen und jenen; über die anderen nicht, lass sie im Schatten! Er sagt: Leuchte über allen! Seine Liebe gilt allen, seine Liebe ist ein Geschenk für alle, für Gute und Böse. …

Weiter sagt Jesus uns: Betet, betet für eure Feinde! … Bete ich für meine Feinde? Bete ich für die, die mir übel gesinnt sind? Wenn wir ja sagen, dann sage ich euch: Weiter so, bete noch mehr, denn das ist ein guter Weg. Wenn die Antwort nein ist, dann sagt der Herr: Du Armer! Auch du bist ein Feind der anderen! Und deshalb muss man beten, damit der Herr ihre Herzen verwandelt.

Die Bergpredigt leben heißt, sich als geliebtes Kind des Vaters im Himmel zu erfahren, der seinen Kindern immer das gibt, was sie zum Leben brauchen. Nur wer sich so bei Gott geborgen weiß, findet den Mut zu einer Liebe, deren Größe sich auch im scheinbaren Scheitern zeigen kann. Jesus erwartet von uns, dass wir bereitwillig schenken, ohne nach dem zu fragen, was zurückkommt. Das ist ein Mehr an Hilfsbereitschaft, als es rein menschliches Denken kennt, das ist die größere Liebe, die nur im Blick auf Gott gelingen kann.

Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist. (Mt 5,48)

Gott liebt den Menschen. Gott liebt die Welt. Nicht einen idealen Menschen, sondern den Menschen wie er ist, nicht eine Idealwelt, sondern die wirkliche Welt. (Dietrich Bonhoeffer)

Die unendliche Güte und Liebe Gottes sind das Vorbild des Christen. Zwar wird kein Mensch diese Vollkommenheit erreichen, aber sie ist ein sinnvoller Maßstab, an dem sich menschliches Tun orientieren kann. Bei all deinem Tun soll dir stets bewusst sein:

Du stehst vor dem Angesicht Gottes, Gottes Gnade waltet über dir, du stehst aber zum Andern in der Welt, musst handeln und wirken, so sei bei deinem Handeln eingedenk, dass du unter Gottes Augen handelst, dass er seinen Willen hat, den er getan haben will. (Dietrich Bonhoeffer)

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Seid heilig!

Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig. (Lev 19,2)

Neben den einzelnen Vorschriften für Priester und Opfer ist die Heiligkeit des gesamten Volkes ein zentrales Anliegen des Buches Levitikus. Der heilige Gott hat Wohnung genommen inmitten seines Volkes Israel. Daher muss auch Israel ein heiliges und priesterliches Volk sein, damit eine kultische Gemeinschaft mit Gott möglich ist. Durch das Opfer werden Verfehlungen getilgt, wodurch eine Wiederherstellung der Heiligkeit möglich ist. Durch die Heiligung des Alltags wird die Lebensordnung, die in der Schöpfungsordnung (Gen 1) grundgelegt ist, bejaht und eingelöst. Aber es ist auch eine Tatsache, dass Störungen der Weltordnung durch menschliches Verschulden zur Realität der Schöpfung gehören, was die Wiederherstellung der Heiligkeit durch bestimmte Opfer oder Rituale stets nötig sein lässt.

Gottes Heiligkeit in der Welt sichtbar zu machen ist zunächst eine Aufforderung an den Menschen. Alle Gläubigen sind dazu berufen, Zeugnis zu geben von dem Gott, an den sie glauben. Mehr als das Zeugnis durch Worte überzeugt das Zeugnis durch das Leben. In einem heiligen, gerechten und liebenden Leben sollen die Gläubigen den Gott der Heiligkeit, des Lebens und der Liebe erfahrbar machen.

Dieses Zeugnis ist den Menschen aber nur möglich, weil Gott ihnen schon immer die Zusage gegeben hat:

Ihr seid heilig, weil ich, der Herr, euer Gott, heilig bin.

Die Würde des Menschen ist in Gott begründet, der den Menschen als sein Ebenbild geschaffen hat. Gott denkt groß vom Menschen, er hat ihm Würde verliehen und schenkt ihm seine Liebe. So hat der Mensch teil an der Heiligkeit Gottes.

Immer wieder muss Gott aber auch den Menschen sagen: Ich bin heilig! Die Menschen neigen immer wieder dazu, sich Gottes zu bemächtigen, in seinem Namen das zu tun, was nicht Gottes Wille ist, Gott in das enge Gebäude ihrer Gedanken einzusperren und an Gottes Heiligkeit zu zweifeln. Gott lässt sich aber nicht von den Menschen missbrauchen. Er wird seine Heiligkeit zeigen, auch gegenüber denen, die seinen Namen missbrauchen.

Bereits das Alte Testament kennt die Forderung der Nächstenliebe, die Jesus in der Bergpredigt formuliert:

Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden. An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten Lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr. (Lev 19,17-18)

Wer sich lieblos seinem Nächsten gegenüber verhält, der verletzt auch seine Liebespflicht gegenüber Gott und stört die Heiligkeit, in der das Volk leben soll. Wir sehen hier aber deutlich, dass das Liebesgebot nur auf Menschen des eigenen Volkes hin ausgerichtet ist. Erst Jesus wird das Liebesgebot auf alle Menschen ausweiten und sogar noch auf die Feinde. Erst wenn der Mensch – mit Hilfe Gottes – sein Herz zu einer solch grenzenlosen Liebe ausweitet, wird er Gott ähnlich sein, der seine Liebe allen Menschen schenkt.

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Ihr seid Gottes Tempel

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr. (1Kor 3,16-17)

In der Gemeinde von Korinth hilten sich einige für besonders geisterfüllte Menschen, doch das Leben in der Gemeinde gleicht nicht einer Gemeinschaft von Vollkommenen. Es gibt Missstände, kapitales Fehlverhalten von Menschen, die als gläubige Christen als Heilige in der Welt leben sollten. In der Gemeinde sind Gruppen entstanden, die miteinander in Streit liegen. Jede Gruppe schreibt sich ein anderes Motto auf die Fahnen und meint, so besser, weiser, geisterfüllter zu sein als die anderen.

Paulus sieht die Gemeinde als Gottes Ackerfeld, Gottes Bau. Alle Missionare und Gemeindeleiter bauen mit am Haus der Gemeinde, alle bauen auf dem gleichen Fundament, Jesus Christus, aber jeder hat seinen eigenen Baustil. Das Haus hat jedoch nur Bestand, wenn mit festem Material gebaut wird.

Jeder Getaufte ist Tempel Gottes. Das ist eine Tatsache, die es zu achten gilt. Alle Missionare und Prediger müssen mit den Gläubigen so umgehen, wie mit wertvollem Tempelgerät. Sie müssen die Würde und Heiligkeit des einzelnen achten und dürfen nichts tun, was diese Würde verletzt. Wir können hier an die Missbrauchsfälle denken, die ein Beispiel dafür geben, wie Menschen andere, die ihnen anvertraut haben, verletzt haben. Aber auch schon kleinere Vergehen von Gemeindeleitern können in den ihnen anvertrauten tiefe Wunden hinterlassen.

Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr! Wir müssen uns dieses Wort des Paulus immer wieder vor Augen halten, wenn wir anderen Menschen begegnen. Uns steht es nicht zu, über andere zu urteilen. Wir müssen jedem Menschen begegnen mit Respekt und Achtung vor dessen Heiligkeit und Würde. Nicht umsonst hat die Kirche diesen Text des Paulus in Verbindung mit Jesu Gebot der Nächsten- und Feindesliebe ausgewählt.

Herr, gib mir die Kraft zu lieben,

auch wenn ich nicht lieben kann.

Lass mich das Gute im anderen sehen,

wo ich blind dafür bin.

Lass in meinem Herzen keinen Hass aufkommen,

und über meine Lippen kein böses Wort.

Nur Liebe,

grenzenlose Liebe,

für alle, auch für die,

über die ich mich ärgere und die ich nicht verstehen kann.

Herr, verändere meinen Blick auf die Menschen,

dass ich sie sehe, wie du sie siehst,

als deine Geschöpfe, von dir geliebt,

dein Tempel und Wohnung deines Geistes.

Amen.

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Recht und Gerechtigkeit

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. (Mt 5,17)

Jesus lehrt nicht ein neues Gesetz. Er steht fest in den Geboten, die sein Vater dem Volk Israel gegeben hat. Aber wie Israel das Gesetz lebt, ist Gott zu wenig. Aus dem lebendigen Gebot Gottes hat Israel starre Vorschriften gemacht. Das ganze Leben war durch Gebote geregelt, aber es gab auch Ausnahmen, die dem eigentlichen Sinn des Gesetzes widersprachen. So wurde aus Gottes Gebot Menschengesetz. Jesus will diese starren Mauern des Gesetzes durchbrechen, nicht indem er Gottes Gesetz aufhebt, sondern indem er ihm seine ursprüngliche Lebendigkeit und Dynamik zurückgibt.

Als Christen sind wir dazu aufgerufen, nie wieder die Menschen in die engen Mauern von Geboten zu sperren. Aber auch ein freizügiges „alles ist erlaubt“ wäre die falsche Alternative. Immer neu nach Gottes Gebot fragen und in jedem Augenblick versuchen das zu tun, was Gott will, ist eine größere Herausforderung als einfältiger Legalismus. Sie bringt Spannung ins Leben und letztlich die Freude darüber, zu sehen, wie sich die Welt verändert und Gottes Licht in ihr erstrahlt.

Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. (Mt 5,20)

Gerechtigkeit fängt im Herzen an. Nicht erst die offensichtliche Übertretung eines Gesetzes ist Unrecht, sondern schon eine negative Haltung dem anderen Menschen gegenüber, so beispielsweise unversöhnlicher Zorn oder die Geringschätzung der eigenen Frau.

Wenn es zum Äußersten kommt, zu Mord, Ehescheidung oder Meineid, dann ist es meist zu spät für ein Zurück, für eine Versöhnung. Wir sollen bereits dann, wenn wir merken, dass etwas in der Beziehung nicht stimmt oder wir mit einem Menschen plötzlich in Streit geraten, prüfen woran es liegt, und unser Möglichstes tun, den Frieden wieder herzustellen.

Wenn man erst anfängt, einer Sache nachzugehen, wenn ein Mensch zu Tode gekommen ist, dann ist es eigentlich zu spät. Der Hass, der sich letztlich im Akt des Tötens entlädt beginnt schon früher. Schon wenn es zu Zorn, Streit oder gar Beschimpfungen kommt, gilt es einzuschreiten. Hier kann noch Versöhnung gestiftet werden. Bereits beim ersten Tropfen Gift, der in einen Körper tritt, muss mit der Heilung begonnen werden, nicht erst, wenn der ganze Körper vergiftet ist.

Unser Streit mit anderen Menschen hat auch eine direkte Auswirkung auf unsere Beziehung zu Gott. Ich kann nicht mit einem anderen im Streit sein und vor Gott so tun, als sei nichts gewesen. Das Entscheidende dabei ist nicht, dass ich etwas gegen einen anderen habe, viel wichtiger ist, dass ein anderer nichts gegen mich hat. Ein Streit ist erst gelöst, wenn in den Herzen beider Gegner Frieden eingetreten ist.

Ehebruch beginnt nicht erst, wenn er vollzogen wird. Bereits dann, wenn ich in der Treue zu meinem Partner schwach werde, öffnet sich ein Tor, durch das sich eine unrechtmäßige Beziehung anbahnen kann. Auch hier gilt es, den Anfängen zu wehren. Jesus wird hier sehr radikal. Wenn ich meine Blicke nicht zügeln kann, dann wäre es sogar besser, das Auge auszureißen, als dem verführerischen Blick nachzugeben.

In orientalischen Gesetzbüchern bis zur islamischen Scharia heute ist es üblich, einem Menschen für ein Verbrechen durch den Verlust des Gliedes zu bestrafen, durch welches das Verbrechen verübt wurde. Wer Diebstahl begangen hat, dem soll die Hand abgehauen werden. Jesus ist hier noch radikaler. Nicht erst, wenn das Verbrechen geschehen ist, soll der Mensch bestraft werden, sondern es wäre besser für einen, der sich nicht selbst im Griff hat, bevor er ein Verbrechen begeht, sich selbst die Hand abzuhauen, damit er nicht schuldig wird.

Diese Forderungen dürfen nicht wörtlich verstanden werden. Aber dennoch soll ihre Radikalität uns aufrütteln, damit wir uns bewusst sind, wie sehr bereits Kleinigkeiten das Miteinander der Menschen und die Beziehung zu Gott stören können.

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Leben oder Tod (Jesus Sirach)

Das Buch Jesus Sirach erteilt praktische Lebensregeln, wie ein Leben in Gerechtigkeit und Gottesfurcht gelingen kann. Das Ziel eines solchen Lebens ist es, Weisheit zu erlangen. Doch wenn man diese Lebensregeln näher betrachtet, erkennt man, dass viele von ihnen für eine ganz bestimmte Zeit geschrieben sind. Jede Zeit aber hat ihre eigenen Herausforderungen. Umso mehr erstaunt der folgende Abschnitt, der die Verantwortung des Menschen bei der Suche nach Weisheit unterstreicht. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, gemäß der Weisheit Gottes zu leben und jeder Mensch kann den Weg dazu finden, sein Leben selbst zu gestalten.

Er hat am Anfang den Menschen erschaffen und ihn der Macht der eigenen Entscheidung überlassen. (Sir 15,14)

Dieser Satz des Jesus Sirach klingt modern. Die Willensfreiheit ist eine der Grundeigenschaften des Menschen. Er wird nicht allein von Trieben gesteuert, sondern hat die Möglichkeit, diese zu kontrollieren. Das setzt aber voraus, dass ein Mensch bereit ist, an sich zu arbeiten, und das ist oft schwer. Aber wer ein erfülltes Leben sucht, für den ist das unerlässlich. Willensstärke ist lernbar, weil sie jedem Menschen in die Wiege gelegt wurde.

Gott gab den Menschen seine Gebote und Vorschriften. Wenn du willst, kannst du das Gebot halten; Gottes Willen zu tun ist Treue. (Sir 15,15)

Wenn du willst kannst du es. Was will ich wirklich? Will ich mich nur treiben lassen von Unterhaltung und Konsum, oder will ich mein Leben gestalten und mit Sinn erfüllen? Jeder Mensch hat eine Aufgabe in der Welt, für die er allein Verantwortung trägt. Aber diese Aufgabe steht nicht plötzlich da, sondern wir müssen sie suchen. Und es gibt viele Versuchungen, die uns von unserer Aufgabe abbringen wollen.

Sein Leben zu gestalten, setzt Treue und Beständigkeit voraus, Treue auch ganz besonders in den kleinen Dingen. Wir wissen oft intuitiv, was zu tun wäre, entscheiden uns aber dagegen, weil wir zu bequem sind oder anderes verlockender erscheint, aber es gilt:

Gott hat uns seine Gebote zu wissen gegeben, und wir haben keine Ausflucht, als wüssten wir Gottes Willen nicht. Gott lässt uns nicht in unlösbaren Konflikten leben. Er macht unser Leben nicht zu ethischen Tragödien, sondern er gibt uns seinen Willen zu wissen. (Dietrich Bonhoeffer)

Feuer und Wasser sind vor dich hingestellt; streck deine Hände aus nach dem, was dir gefällt. Der Mensch hat Leben und Tod vor sich; was er begehrt, wird ihm zuteil. (Sir 15,16-17)

Feuer oder Wasser, Tod oder Leben, was wähle ich? Ich komme um eine Wahl nicht herum. Wer nicht wählt, der entscheidet sich stets für das weniger Gute. Das Gute zu erlangen, setzt stets unsere Suche und Entscheidung voraus. Wir tragen Verantwortung für unser Leben und damit auch für diese Welt, denn es liegt in meiner Verantwortung, ob sich das Lebensfreundliche und Gute in der Welt vermehrt oder der Tod. Der Tod ist die Folge einer fehlenden Entscheidung für das Gute. Wer nicht für das Gute eintritt, gibt den Übeltätern Raum, jenen, die andere ausbeuten, unsere Welt zerstören und letztlich Tod und Verderben über andere bringen.

In seiner Verantwortung, das Gute zu erkennen und es auch zu tun, steht der Mensch ständig in der Spannung zwischen Gehorsam und Freiheit.

In der Verantwortung realisiert sich beides, Gehorsam und Freiheit. Sie trägt diese Spannung in sich. Jede Verselbständigung des einen gegen das andere wäre das Ende der Verantwortung. … Der Gehorsam zeigt dem Menschen, dass er sich sagen lassen muss, was gut ist und was Gott von ihm fordert, die Freiheit lässt den Menschen das Gute selbst schaffen. (Dietrich Bonhoeffer)

Dabei kommt es nicht darauf an, Großes zu vollbringen. In den kleinen Dingen des Alltags bringt sich unsere Liebe zum Leben zum Ausdruck.

Nicht die Welt aus den Angeln zu heben, sondern am gegebenen Ort das sachlich – im Blick auf die Wirklichkeit – Notwendige zu tun und dieses wirklich zu tun, kann die Aufgabe sein. (Dietrich Bonhoeffer)

Wir sollen uns stets bewusst sein, dass alles, was wir tun – und sei es noch so klein und verborgen -, eine Bedeutung hat für die ganze Welt. Wir können uns unserer Verantwortung nicht entziehen. Alles, was wir tun, dient entweder dem Tod oder dem Leben, einen Weg dazwischen gibt es nicht. Wir müssen uns entscheiden und wenn wir es nicht tun, haben wir auch bereits eine Entscheidung getroffen.

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Kraft des Lichtes

Gottes Gerechtigkeit ist seine Barmherzigkeit, das hat Gott uns nicht erst in Jesus Christus offenbart. Gerechtigkeit bedeutet nicht menschliche Selbstgerechtigkeit und Heuchelei, die nur äußerer Schein sind, der das ungerechte Herz verbirgt. Gerecht ist der Mensch, der anderen zu ihrem Recht verhilft. Der ungerecht Gefangene hat ein Recht auf Befreiung, der Versklavte hat ein Recht auf Freiheit, der Hungrige hat ein Recht auf Nahrung, der Obdachlose hat ein Recht auf eine menschenwürdige Wohnung, der Nackte hat ein Recht auf Kleidung und der Verwandte hat ein Recht darauf, dass seine Familie ihn in einer Notlage unterstützt.

Auch nach der Formulierung der Menschenrechte besteht in unserer Welt noch enormer Handlungsbedarf, damit wirklich Gerechtigkeit herrscht. Wir erleben vielmehr, wie die Ungerechtigkeit immer weiter zunimmt, wie reiche und mächtige Staaten auf Kosten armer Länder leben, wie Reiche immer mehr Reichtum anhäufen, während die Armen immer ärmer werden. Die Finsternis nimmt zu auf unserer Welt.

Doch Resignation ist keine Lösung. Werden wir zu Lichtbringern in der Welt, indem wir für die Gerechtigkeit eintreten. Nicht mit großen Parolen und Programmen, sondern konkret in unserem Alltag. Nicht auf andere mit dem Finger zeigen, dem Hungrigen Brot schenken und dem, der unsere Hilfe braucht, liebevoll begegnen, das sind kleine Schritte auf dem Weg zur Gerechtigkeit, kleine Lichter, die aber ein helles Licht ergeben, wenn viele sie entzünden.

Es heißt, dass weniger als zehn Prozent der Bevölkerung mehr als neunzig Prozent des Reichtums besitzen. Das mag uns wütend und deprimiert machen. Aber wir können uns einmal überlegen, was geschehen würde, wenn die große Masse der neunzig Prozent sich zusammen tun würde, und jeder von ihnen ein Licht der Gerechtigkeit entzünden würde. Wie hell würde dieser Schein die Welt erleuchten und über all die Ungerechtigkeit triumphieren.

Vertrauen wir darauf, dass Gott mit denen ist, die für seine Gerechtigkeit eintreten.

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Die Seligpreisungen (4)

Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. (Mt 5,8)

Die sechste Seligpreisung beinhaltet die größte aller Verheißungen, Gott zu schauen. Kein Mensch kann Gott anschauen, so war die Überzeugung der Menschen des Alten Testaments. Selbst ein großer Prophet wie Elija verbarg sein Gesicht, als Gott an ihm vorüberzog. Gott zu schauen, das überlebt nur ein Mensch, der keine Sünde hat, und selbst der Frömmste weiß, dass er nicht ohne Sünde ist.

Wenn Jesus denen, die reinen Herzens sind, verheißt, Gott zu schauen, dann bedeutet dies, dass der Graben zwischen Gott und Mensch, den die Sünde des Menschen aufgerissen hat, überbrückt ist. Die Brücke zu Gott sieht Jesus aber nicht in asketischen Höchstleistungen und akribischer Erfüllung religiöser Vorschriften, sondern allein darin, dass jemand ein reines Herz hat. An anderer Stelle wird Jesus sagen, dass nicht das den Menschen verunreinigt, was in ihn hineingeht (also aus Sicht der Juden unreine Speisen oder Berührungen), sondern was aus dem Menschen herauskommt.

Das Herz ist Sitz der Seele des Menschen. Aus einem verdorbenen Herzen kommen Schlechtigkeit und Bosheit, Neid und alle anderen Übel, die Menschen einander antun. Wenn das Herz aber rein ist, dann entströmt ihm Liebe und nichts als Liebe. Wir wissen, wie schwer das ist. Wie leicht lassen wir uns dazu hinreißen, über andere schlecht zu denken, ein böser Blick, ein unfreundliches Wort, all das kommt so leicht aus uns hervor.

Somit ist die Erlangung der höchsten Verheißung auch mit der höchsten Anstrengung verbunden. Es bedarf ständiger Wachsamkeit und lebenslanger Übung, das Herz rein zu halten. Für die Wüstenväter, die in Einsamkeit und Schweigen wohnten, war es die größte Herausforderung. Antonius der Große sagt:

Wer in der Wüste sitzt und die Herzensruhe pflegt, wird drei Kämpfen entrissen: dem Hören, dem Reden, dem Sehen. Er hat nur noch einen Kampf zu führen: den mit dem Herzen. (Apophthegmata Patrum)

Der Mensch muss erst einmal lernen, es mit sich selber auszuhalten. Wir entdecken unser Herz, wenn wir einmal alle Zerstreuungen und jedes Unterhaltungsprogramm abschalten. Wir müssen aber auch dazu bereit sein, das anzuschauen, was wir verdrängt haben. Ehrlich zu mir selbst sein, das ist der erste Schritt zu einem reinen Herzen. Es werden viele Wunden und Verletzungen zum Vorschein kommen. Diese können wir in das Licht der göttlichen Gnade halten und um Heilung bitten. Manchmal bedarf es dazu auch der professionellen Hilfe dazu befähigter Menschen.

Wenn wir so den Blick auf uns selbst gewagt haben, müssen wir ehrlich darauf schauen, wie wir anderen begegnen. Wo hege ich Zorn und Groll gegen andere, wo kann ich nicht verzeihen? Wo habe ich anderen wehgetan und muss selbst um Verzeihung bitten? Wenn wir achtsam sind, werden wir entdecken, wie weit wir noch von einem reinen Herzen entfernt sind. Aber das soll uns nicht entmutigen. Wir können jeden Augenblick neu anfangen. Jede Begegnung mit einem anderen Menschen gibt uns die neue Chance, unser Herz zu üben.

Ein reines Herz haben, das bedeutet, nicht auf Äußerlichkeiten zu achten und nur nach außen hin gut scheinen zu wollen. Das wäre Heuchelei, die Jesus scharf kritisiert. Ein reines Herz haben, das bedeutet, wirklich aus ganzem Herzen gut sein. Gott allein sieht das Herz. Menschen können wir täuschen, Gott nicht. Darum ist nicht jeder, der vor den Menschen groß erscheint, auch vor Gott groß. Gott allein aber ist der Maßstab dafür, ob unser Herz rein ist, und würdig ihn zu schauen.

Der Mensch ist das, was er vor Gott ist, das und nicht mehr. (Franz von Assisi)

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Die Seligpreisungen (3)

Selig die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden. (Mt 5,6)

Gerechtigkeit haben wir nötig wie das tägliche Brot. Wer täglich unter Ungerechtigkeiten leiden muss, der verkümmert wie einer, der nichts zu Essen und zu Trinken hat. Hunger und Durst sind aber auch konkrete Folgen von Ungerechtigkeit. Jeder Reichtum eines Menschen stürzt viele andere in Armut. Es gibt keine Rechtfertigung für den Reichtum. Wer aber wegen der Ungerechtigkeit dieser Welt Hunger und Durst leiden muss, der ist glücklich zu preisen.

Doch, so fragen wir, was hat der Hungernde und Dürstende von dieser Seligpreisung? Ist sie nicht ein Hohn? Nun können doch die Reichen erst recht voller Spott sagen: Dann ist es doch gut, dass wir unseren Reichtum genießen, wenn der Hungernde und Dürstende dafür das Glück bei Gott bekommt. Auch 2000 Jahre nach der Bergpredigt ist es doch immer noch so, dass es den Reichen gut geht und die Armen unglücklich sind.

Und doch liegt in den Worten Jesu eine Kraft, die den Hungernden und Dürstenden zusagt, dass ihre Situation nicht unumkehrbar ist. Aber was heißt satt werden konkret? So zu werden wie die Reichen? Das wünschen sich ja die viele. Gerade darum ist diese Seligpreisung Jesu eine Herausforderung sowohl für dir Satten als auch für die Hungernden.

Jeder Mensch hat die gleiche Würde, aber jeder Mensch hat unterschiedliche Fähigkeiten. Gerechtigkeit entsteht nicht, indem alles gleich gemacht wird und alle gleich behandelt werden. Gerechtigkeit entsteht, wo ein Mensch den anderen achtet und sich nicht über andere erhebt. Gerechtigkeit gibt dem andern, was recht ist und zwar dauerhaft und unverlierbar. Wer viele Fähigkeiten hat, soll den nicht verachten, der es nicht so weit gebracht hat wie er. Wenn die Menschen verschiedener Schichten und Klassen sich nicht gegeneinander abgrenzen, sondern miteinander leben und teilen, was sie haben, dann können alle satt und glücklich werden und die Gerechtigkeit blüht auf.

Wie konkret der Hunger nach Gerechtigkeit sein kann, zeigt uns ein Gebet aus Lateinamerika:

Gott, wir danken dir für Brot.
Wir bitten dich um Brot für die,
die hungern müssen.
Wir bitten dich um Hunger nach Gerechtigkeit
für die, die Brot haben.
Gott, wir danken Dir für Brot. Amen.

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31.1. Don Bosco

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