Apg 2,37-47 Kirche beginnt

Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten. (Apg 2,42-47)

Nach der Pfingstpredigt des Petrus kommt es zu vielen Bekehrungen. Die junge Kirche wächst. Lukas zeichnet hier ein Idealbild einer christlichen Gemeinde. Ihre Kennzeichen sind das Festhalten an der Lehre der Apostel, die Gemeinschaft, die gemeinsame Feier des Brotbrechens und das Gebet. Das sind bis heute die Grunddimensionen christlichen Lebens. Kirche bedeutet Einheit in der Lehre und der Hierarchie, Eucharistiegemeinschaft und Gottesbeziehung im Gebet.

Leider zeigen diese Punkte auch die großen Wunden des Christentums. Schon von Anfang an gibt es in der Kirche Irrlehrer, die nicht der Lehre der Apostel folgen, es gibt Machtmenschen, die ihre eigene Herrschaft aufbauen wollen, und aus der auf die Apostel gründenden Hierarchie ausbrechen. All dies führt zunächst zu Streit und wenn dieser nicht beigelegt werden kann zu Spaltungen. Aus der einen Kirche sind heute viele christliche Gemeinschaften geworden, die sich teilweise auch feindlich gegenüberstehen. Die gemeinsame Feier des Brotbrechens, der Eucharistie, ist nicht mehr möglich. Viele Christen pflegen auch nicht das Gebet und entfernen sich so immer mehr von der Gemeinschaft mit Gott.

Lukas zeichnet ein Idealbild, das selbst die ersten Christen nicht einhalten konnten, wie Lukas selbst nur wenige Kapitel weiter schildern wird. Eine Blutspur durchzieht die Kirchengeschichte. Aber dennoch ist das Bild, das Lukas zeichnet, kein Luftschloss. Es ist ein Ideal, an dem sich die Kirche immer wieder orientiert hat, das immer wieder Reformen angestoßen hat, ein Ideal, das auch immer wieder einzelne Menschen begeistert hat, die dann versucht haben, zumindest im Kleinen eine solche Gemeinschaft aufzubauen.

Das Ideal der Gütergemeinschaft scheint für die Vielzahl der Christen nicht praktikabel zu sein. Aber in Klöstern und klosterähnlichen Gemeinschaften wird es bis heute praktiziert. Wenn auch unter der Mehrheit der Christen keine Gütergemeinschaft herrscht, so soll es doch eine Solidarität untereinander geben, einen gewissen Ausgleich zwischen denen, die viel haben, und denen, die Mangel leiden, und das weltweit.

Die frühen Christen versammelten sich sowohl im Tempel als auch in den Häusern. Wir können heute sagen, dass Kirche einerseits die große Gemeinschaft der Pfarrei ist, aber Kirche ist auch Hauskirche. Sie braucht kleine Keimzellen, die der großen Gemeinschaft wertvolle Impulse geben.

Ein wesentliches Charakteristikum der Christen ist die Freude am Glauben. Jesus Christus ist für uns gestorben. Wir sind befreit von all unseren Sünden. Jesus ist aber nicht nur gestorben, sondern er ist auferstanden, er lebt, mitten unter der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Freude darüber macht sich auch nach außen hin bemerkbar. Die Christen sind befreit von den Sorgen des Alltags, weil sie wissen, dass Gott für sie sorgt. Christen streiten nicht, sie sind liebevoll auch zu Menschen, die außerhalb ihrer Gemeinschaft stehen. Sie stehen auch bei Außenstehenden in hohem Ansehen, weil sie authentisch leben, weil sie das, wovon sie reden, auch tun.

Herr, schenke uns die Freude an dir und die Einheit in dir, dass durch unsere Freude und unseren Einsatz das Böse geringer werde und das Gute sich umso kräftiger erweist.

Lass durch unsere Freude die Traurigkeit schwinden und gib uns die Kraft und den Mut, einander anzunehmen und einander behilflich zu sein. Gib uns offene Hände, die freigebig schenken, und in die du deinen Segen legen kannst.

Lass uns Lösungen finden, damit die Streitigkeiten und Missverständnisse aufhören und die Enttäuschten Mut gewinnen.

Gib uns die Kraft zu heilen, damit die Kranken Trost finden und die Sterbenden deine Erbarmung. Lass und wohnen können auf Erden und die Ernten gerecht verteilen.

Hilf uns, Menschen zu sein, die deinen Frieden mächtig werden lassen, den Frieden im Herzen – rund um die Erde.

Amen.

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Osterwoche (3)

Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen. (Mt 28,9-10)

Als sich die Frauen in aller Eile auf den Weg zu den Aposteln machen, kommt ihnen Jesus entgegen. Sie fallen ihm zu Füßen. Er wiederholt den Auftrag, den ihnen schon der Engel gegeben hat. Die Szene ist dem Bericht ähnlich, den wir bei Johannes über die Begegnung Jesu mit Maria Magdalena lesen. Dort ist Maria Magdalena allein mit Jesus, und als sie sich ihm zu Füßen wirft sagt Jesus zu ihr: Halte mich nicht fest.

Hier lässt Jesus sich von den Frauen berühren. Dar Auferstandene ist keine Fata Morgana, eine Sinnestäuschung oder Ähnliches. Er ist konkret gegenwärtig. Das wollen auch die Berichte der anderen Evangelisten zeigen, wenn Jesus dort mit den Jüngern isst oder Thomas die Hand in seine Seite legen lässt.

Matthäus will seinen Lesern deutlich machen, dass Jesus wirklich gestorben ist. Sein Tod am Kreuz ist sicher, ein Scheintod ausgeschlossen. Jesus konnte auch nicht heimlich aus dem Grab entkommen, es war mit einem Stein verschlossen und wurde bewacht. Jesu Auferstehung muss also ein reales, von Gott gewirktes Geschehen sein.

Jesus hat den Tod besiegt, aber nicht nur für sich, sondern für alle Menschen. Das wird bei Matthäus auch dadurch deutlich, dass er bei Jesu Kreuzigung davon berichtet, dass viele Verstorbene plötzlich in der Stadt erschienen sind. Diese Sichtbarkeit der Auferstehung verwundert uns. Ja, wir glauben an die Auferstehung, aber doch stellen wir es uns eher als ein verborgenes Ereignis vor, etwas, das mit dieser Welt nichts mehr zu tun hat, etwas Jenseitiges.

Aber gibt es diese strenge Trennung von Diesseits und Jenseits? Ist nicht das Reich Gottes mitten unter uns? Ist es nicht ein Reich, das sowohl aus den lebenden Gläubigen besteht als auch aus den Verstorbenen? Die Menschen früherer Zeiten wussten darum. Die Statuen der Heiligen in den Kirchen des Mittelalters sind keine toten Gestalten, sondern sie zeigen uns die konkrete Anwesenheit der Heiligen inmitten der versammelten Gemeinde.

Diesseits und Jenseits sind auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden und diese Verbindung ist konkret erfahrbar. So wie die Frauen Jesus berühren konnten, so kann auch für uns die jenseitige Welt konkret erfahrbar werden. Gewiss, das ist etwas Besonderes, aber es ist nichts Außergewöhnliches.

Die Himmel mögen sich freuen, die Erde jubeln

und feiern die ganze Welt,

die sichtbare und die unsichtbare,

denn Christus ist erwacht. Ewige Freude!

Christus erstand von den Toten!

(Gebet der Ostkirche)

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Osterwoche (2)

Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt. Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. (Mt 28,5-8)

Was der Engel sagt, ist unfassbar. Jesus ist nicht mehr da. Obwohl das Grab verschlossen und bewacht war, hat Jesus es verlassen. Er ist auferstanden. Noch wissen die Frauen nicht so recht, was das bedeutet. Die Frauen empfinden Furcht und Freude zugleich, ein heiliger Schauder hat sie ergriffen angesichts der Macht Gottes, die hier am Wirken ist. Doch der Engel nimmt ihnen die Furcht und sendet sie zu den Aposteln.

Obgleich du ins Grab hinabgestiegen bist, Unsterblicher, hast du doch der Unterwelt Kraft gebrochen und bist auferstanden als Sieger Christus, unser Gott, der du zu den Myronträgerinnen gesagt hast „Freuet euch!“ und deinen Aposteln Frieden gegeben hast, schenke den Gefallenen Auferstehung. (Gebet der Ostkirche)

Ja, es ist wahr, Jesus ist auferstanden, Jesus lebt, in ihm haben wir das Leben, als Lebende und als Verstorbene, es gibt keinen Unterschied mehr, alle leben in Christus.

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Osterwoche (1)

Nach dem Sabbat in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. (Mt 28,1)

Bei Matthäus sind es nur zwei Frauen, die kommen, um nach dem Grab Jesu zu sehen. Bei Markus und Lukas sind sie zu dritt, neben Maria aus Magdala ist auch eine andere Maria (die Mutter des Jakobus) dabei und Salome (Markus) bzw. Johanna (Lukas). Bei Johannes kommt nur Maria Magdalena zum Grab. Auch haben die Frauen nur bei Markus und Lukas wohlriechende Öle bei sich. Matthäus folgt hier also mehr einer Vorlage, die auch Johannes verwendet haben könnte. Das wird auch in der späteren Erscheinung Jesu vor den Frauen deutlich. Diese Begegnung erweitert Johannes zu der bekannten Episode der Erscheinung Jesu vor Maria aus Magdala.

Maria aus Magdala und die andere Maria waren bereits bei der Beisetzung Jesu zugegen und haben beobachtet, wie Josef von Arimathäa das Grab mit einem Stein verschlossen hat. Dann kamen die von den Hohenpriestern bei Pilatus angeforderten Wachen. Als Maria von Magdala und die andere Maria am dritten Tag wieder zum Grab kommen, ist der Stein immer noch dort. Das Grab ist also äußerlich unversehrt. Es ist gänzlich ausgeschlossen, dass in der Zwischenzeit irgendjemand heimlich den Leichnam Jesu hätte stehlen können. Wahrscheinlich kursierten bereits damals Gerüchte, dass die Sache mit der Auferstehung ein gut ausgedachter Betrug der Jesusanhänger gewesen sein könnte. Doch es gibt Beweise, Augenzeugen. Die Auferstehung Jesu ist somit eine historisch belegbare Tatsache.

Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz und sein Gewand war weiß wie Schnee. (Mt 28,2-3)

Der Stein lag also noch vor dem Grab, als die beiden Frauen gekommen sind. Doch dann geschah etwas Außergewöhnliches. Ein gewaltiges Erdbeben entstand und ein Engel mit einem himmlisch-weißen Gewand erschien und plötzlich war das Grab offen, der Stein weggewälzt. Ein Erdbeben gab es bereits bei Jesu Tod. Mit seinem Tod und seiner Auferstehung bringt Jesus die Unterwelt ins Wanken. Nach altem jüdischem und antikem Glauben war die Unterwelt der Ort der Toten, das Totenreich, aus dem es kein Entrinnen gab.

Auch Jesus geht den Weg aller Verstorbenen, den Weg, vor dem sich bis heute viele fürchten, weil er für uns Menschen ganz im Dunkeln liegt und noch keiner von ihm zurückgekehrt ist. Doch Jesu Eintritt erschüttert die Festung des Todes. Er reißt die Tore des Hades heraus, er öffnet einen Weg, auf dem die Gefangenen diesen schaurigen Ort verlassen können.

Von jetzt an ist der Weg der Verstorbenen keine Sackgasse mehr, die Unterwelt kann die Toten nicht länger gefangen halten. Es wird ein Durchgang frei in die lichte Weite der Auferstehung. Jesus ist als erster diesen Weg gegangen. Er nimmt alle mit, die hier so lange ausharren mussten. Ab sofort ist der Tod der Durchgang zu neuem Leben.

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Osterfest

Wir sind mit Christus auferweckt, neues Leben ist uns allen geschenkt.

Auferstehung – das Leben Jesu geht weiter, im Leben jedes einzelnen Menschen.

Jesus Christus, Hoffnung der Welt, jeder Mensch der in Christus lebt, ein Hoffnungsträger.

Was Jesus einst getan hat, kann auch heute geschehen.

Wir sind mit Christus auferweckt, leben wir, wie er es getan hat.

Auferstehung – Sieg des Lebens, das Reich Gottes ist mitten unter uns.

Ostern, Fest der Freude!

Geht alle ein in die Freude unseres Herrn. Arme und Reiche – freut euch miteinander. Enthaltsame und Nachlässige – ehrt diesen Tag. Die ihr gefastet und nicht gefastet habt – freut euch. Der Tisch ist reichlich gedeckt, genießt alle davon.

Erquickt euch alle am Gastmahl des Glaubens. Empfangt alle vom Reichtum der Barmherzigkeit. Es klage niemand über seine Armut, denn das Reich ist für alle erschienen. Es beweine niemand seine Sünden, denn die Vergebung strahlt hervor aus dem Grabe. Es fürchte keiner den Tod, denn befreit hat uns der Tod des Erlösers.

Vernichtet hat den Tod, er, der von ihm umfangen. Abgenommen hat der Hölle die Beute, er, der zur Hölle hinabfuhr. Die Bitterkeit hat er sie spüren lassen, da sie von seinem Fleische genossen. …

Erstanden ist Christ, und der Tod ist gestürzt. Erstanden ist Christus und gefallen sind die Dämonen. Erstanden ist Christus und es freuen sich die Engel. Erstanden ist Christus und das Leben ist befreit. Erstanden ist Christus und von den Toten ist keiner mehr im Grab.

Denn Christ ist erstanden von den Toten und als Erstling der, die Entschlafenen. Ihm sei Ehre und Macht in Ewigkeit. Amen.

(Johannes Chrysostomus)

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest und die Freude des Auferstandenen!

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Karfreitag

Heute hängt am Kreuze,

der die Erde über den Wassern aufgehängt;

mit einem Kranz aus Dornen wird umwunden

der König der Engel;

zum Spotte wird in Purpur gehüllt,

der den Himmel mit Wolken umhüllt;

Backenstreiche erhält,

der im Jordan den Adam befreite;

mit Nägeln wird angeheftet

der Bräutigam der Kirche;

mit der Lanze wird durchbohrt

der Sohn der Jungfrau;

wir verehren Deine Leiden, o Christus;

zeige uns auch Deine glorreiche Auferstehung!

(Gebet der Ostkirche)

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Getsemani

Nach dem Mahl geht Jesus mit seinen Jüngern zum Ölberg, zu einem Grundstück, das Getsemani heißt. Er hat eine Ahnung davon, was geschehen wird. Die ganze Erschütterung Jesu über das ihm bevorstehende Leiden wird nun deutlich. Jesus ist ganz Gott und ganz Mensch, daher schaudert er genau wie wir bei dem Gedanken an Schmerzen und Tod. Doch er nimmt sein Leiden an – um den Willen des Vaters zu erfüllen und um uns das Heil zu schenken.

Jesus ist an der Schwelle seiner Ganzhingabe angekommen, sich Opfer für das Heil der Welt hinzugeben. Er scheint allein, doch er befindet sich ganz in der Gegenwart des Vaters. Wie hätte es auch anders sein können, da sein heimlicher Dialog der Liebe mit dem Vater niemals aufgehört hatte? Und doch hat Jesus Angst davor, was nun geschehen wird. Von dieser Angst bleibt uns nichts verborgen. Aber in seiner äußersten Angst sucht Jesus im Gebet Trost beim Vater. Und Jesus wagt es ein letztes Mal, vor dem Vater der Beunruhigung Ausdruck zu geben, die ihn befällt:

Meine Seele ist zu Tode betrübt. Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst. (Mt 26,38-39)

Jesus betet zum Vater, doch seine Jünger schlafen. Jesus bittet sie zu wachen, doch sie schaffen es nicht, mit ihm zu beten. In seiner Not ist Jesus allein, allein mit seinem Vater im Himmel. Dreimal muss Jesus die Jünger wecken und sie darum bitten, mit ihm zu beten. Doch sie schlafen immer wieder ein. Erst als die Soldaten im Garten erscheinen, angeführt von Judas, merken die anderen Jünger, was los ist. Jesus wird verhaftet, die Jünger aber fliehen.

Nun wird Jesus vor Gericht gestellt, zuerst bei den Juden. Doch die Römer haben zu dieser Zeit in Israel das Sagen. Die Juden dürfen niemand zum Tod verurteilen und deshalb bringen sie Jesus zum römischen Statthalter Pontius Pilatus. Eine lange Verhandlung beginnt.

Petrus ist neugierig. Er will sehen, was mit Jesus geschieht. Doch er hat Angst. Als man ihn als einen Jünger Jesu erkennt, streitet er es ab. „Ihr müsst euch irren, ich gehöre nicht zu Jesus.“ Dreimal verleugnet er so Jesus, dann kräht ein Hahn. Petrus erkennt: Ich habe meinen besten Freund verleugnet. Es tut ihm leid, dass er aus Angst nicht zu Jesus gehalten hat. Er geht weg und weint.

Jesus ist ganz allein vor dem Richter. Ein Jünger hat ihn seinen Feinden ausgeliefert, der andere hat ihn verleugnet, alle anderen Jünger sind geflohen. Wo sind sie alle hin, die sonst zu ihm gehalten haben, all die Menschen die er geheilt, denen er geholfen hat?

Das Urteil lautet: Tod am Kreuz, die härteste Strafe, die die Römer zu bieten haben. So werden Schurken, Staatsfeinde, die schlimmsten Verbrecher bestraft. Wie es ihnen beliebt, dürfen die Soldaten nun ihren Spott mit Jesus treiben. Als er schon nicht mehr kann vor Schmerzen und Wunden muss er auch noch sein Kreuz durch die Stadt bis hinauf zum Hügel Golgota tragen. Sein einziger Trost: Seine Mutter und einige Frauen, die ihm gefolgt sind, haben ihn nicht verlassen sondern stehen an seinem Kreuzweg. Simon von Zyrene muss ihm helfen, das Kreuz zu tragen.

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Gründonnerstag

Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. Da waren sie sehr betroffen und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten. Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre. Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es. (Mt 26,20-25)

Deutlich weist Jesus auf seinen bevorstehenden Tod hin und zugleich auch auf den, der ihn verraten und ausliefern wird. Noch immer sind die Jünger ratlos, wen und was Jesus damit meint. Nur Judas weiß es. Sein ganzes Sinnen und Trachten ist bereits darauf hin gerichtet, Jesus so schnell wie möglich an die Juden auszuliefern und seinen Lohn dafür zu kassieren. Das muss geschehen. Aber trotzdem ist es keine gute Tat, die Judas leistet. Er hat sich dafür hergegeben, zum Erfüller des Bösen zu werden. Und er besitzt die Unverfrorenheit, weiterhin im vertrauten Kreis um Jesus zu verweilen. Nur Jesus weiß um die Abgründe, die sich in seinem Jünger auftun. Jesus liebt ihn, auch wenn er weiß, was geschehen wird. Er schließt ihn nicht vom Mahl aus. Judas hat noch die Möglichkeit, umzukehren. Aber er wird seine Chance nicht nutzen und stellt sich so gegen die Liebe seines Herrn.

Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters. (Mt 26,26-29)

Nun ist alles gesagt. Jesus hat den Seinen das Gedächtnis seines Leidens und Sterbens hinterlassen. In seinem Tod wird er diese Worte erfüllen und fortan wird in jeder Feier der Eucharistie sein Opfer gegenwärtig gesetzt. Mein Leib, Brot des Lebens, mein Blut, für euch vergossen zur Vergebung der Sünden. Nehmt, esst und trinkt. So legt er sich selbst hinein – in das Zeichen von Brot und Wein. Er legt sich selbst hinein – und verschenkt sich an alle, die ihn empfangen. Der zerschlagene Leib im gebrochenen Brot, nehmt und esst: Das bin ich.

Nehmt und esst, das heißt auch: nehmt mich auf, nehmt mich hinein in euch. Wie Brot, das ihr teilt und esst euch ernährt und dabei in euch verwandelt wird, so nehmt mich auf. Wenn ihr mich aufnimmt habt ihr Gemeinschaft mit mir und ich nehme euch hinein in das, was an mir geschieht; so lasst es auch an euch geschehen: Das Geheimnis vom Leiden und Sterben und Auferstehen.

Aus voller Glaubensüberzeugung wollen wir also am Leib und Blut Christi teilhaben! In der Gestalt des Brotes wird dir der Leib gegeben, und in der Gestalt des Weines wird dir das Blut gereicht, damit du durch den Empfang des Leibes und Blutes Christi ein Leib und ein Blut mit ihm wirst. Durch diesen Empfang werden wir Christusträger; denn sein Fleisch und sein Blut kommt in unsere Glieder. Durch diesen Empfang werden wir der göttlichen Natur teilhaftig. …
Betrachte daher Brot und Wein nicht wie gewöhnliche Dinge! Denn nach der Aussage des Herrn sind sie Leib und Blut Christi. Wenn dich auch die Sinne hier im Stich lassen: der Glaube möge dir Festigkeit geben! Nicht nach dem Geschmack darfst du hier urteilen, der Glaube muss dir die zweifellose Sicherheit geben, dass du des Leibes und Blutes Christi gewürdigt wurdest. …
Wer zum Mahle kommt, der wird nicht eingeladen, Brot und Wein zu kosten, sondern die Wirklichkeit des Leibes und Blutes Christi. Kommst du nach vorn, tritt nicht mit ausgetreckten Händen und gespreizten Fingern hinzu, sondern mache die linke Hand zum Thron für die rechte, da diese den König empfangen soll. Forme die Hand zur Höhle, empfange den Leib Christi und antworte: Amen! Vorsichtig heilige nun deine Augen durch die Berührung mit dem heiligen Leib und dann genieße ihn, doch hab acht, dass dir nichts davon auf den Boden fällt! …
Nach der Kommunion des Leibes Christi tritt auch zum Kelch des Blutes hinzu. Strecke nicht die Hände aus, sondern verneige dich und in der Weise der Anbetung und Verehrung sprich das Amen. Dann empfange das Blut Christi und heilige dich. So lange noch Feuchtigkeit auf deinen Lippen ist, berühre sie mit den Fingern und heilige deine Augen, die Stirn und die übrigen Sinne. Dann warte das Gebet ab und danke Gott, der dich solcher Mysterien gewürdigt hat.
(Aus der Vierten Mystagogischen Katechese des hl. Cyrill von Jerusalem)

Jede Eucharistiefeier endet mit dem Dankgebet und dem Segen. Auch Jesus hat mit seinen Jüngern nach dem Mahl das Dankgebet gesprochen. Der jüdischen Feier entsprechend meint Matthäus damit wahrscheinlich die Lobpsalmen 113-118. Danach geht Jesus mit seinen Jüngern zum Ölberg und weist sie erneut auf die Bedeutung dessen hin, was nun geschehen wird.

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Karwoche

Als Jesus seine Reden beendet hatte, sagte er zu seinen Jüngern: Ihr wisst, dass in zwei Tagen das Paschafest beginnt; da wird der Menschensohn ausgeliefert und gekreuzigt werden. (Mt 16,1-2)

Jesus hat vor seinen Jüngern eine lange Rede gehalten. In ihr ging es um die Endzeit, die kommende Not, die der Wiederkunft des Menschensohnes voraus gehen wird. Nur wer wachsam ist, wird gerettet. Das macht Jesus an mehreren Gleichnissen deutlich. Am Ende der Rede steht das Gleichnis vom Weltgericht.

Jesus bereitet seine Jünger auf die Zeit vor, in der er nicht mehr bei ihnen sein wird, und diese Zeit steht nahe bevor. Nur noch zwei Tage sind es bis zum Beginn des Paschafestes. An diesem Fest wird der Herr sein Leben hingeben als Opferlamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.

Um die gleiche Zeit versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes im Palast des Hohenpriesters, der Kajaphas hieß, und beschlossen, Jesus mit List in ihre Gewalt zu bringen und ihn zu töten. Sie sagten aber: Ja nicht am Fest, damit kein Aufruhr im Volk entsteht. (Mt 26,3-5)

Während Jesus mit seinen Jüngern im vertrauten Gespräch ist, werden andernorts heimliche Gespräche geführt. Die Hohenpriester und Ältesten halten eine Versammlung ab, in der sie den Tod Jesu beschließen. Jetzt ist Jesus in Jerusalem, jetzt müssen sie zugreifen, bevor er wieder nach Galiläa geht und ihren Machtbereich verlässt. Doch wie sollen sie Jesus verhaften? Ihn einfach während seiner Reden abzuführen, würde einen Aufruhr im Volk auslösen. Das wollen sie verhindern. Die Stimmung in Jerusalem ist sowieso zum Paschafest schon aufgeheizt wegen all der Pilger, die in der Stadt sind. Doch es wird sich eine Lösung finden.

Als Jesus in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen bei Tisch war, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll kostbarem, wohlriechendem Öl zu ihm und goss es über sein Haar. Die Jünger wurden unwillig, als sie das sahen, und sagten: Wozu diese Verschwendung? Man hätte das Öl teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können. Jesus bemerkte ihren Unwillen und sagte zu ihnen: Warum lasst ihr die Frau nicht in Ruhe? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer. Als sie das Öl über mich goss, hat sie meinen Leib für das Begräbnis gesalbt. Amen, ich sage euch: Überall auf der Welt, wo dieses Evangelium verkündet wird, wird man sich an sie erinnern und erzählen, was sie getan hat. (Mt 26,6-13)

Von der Versammlung, auf der Jesu Tod beschlossen wurde, wechselt der Evangelist die Perspektive wieder hin zu Jesus. Er hat mittlerweile mit seinen Jüngern die Stadt verlassen und ist im nahen Betanien bei Freunden eingekehrt. Der Gastgebet, Simon der Aussätzige, ist uns nicht weiter bekannt. Vielleicht aber war er den Menschen zur Zeit des Matthäus noch vertraut, weshalb er hier mit Namen genannt wird. Sein Beiname „der Aussätzige“ rührt möglicherweise daher, dass er durch Jesus vom Aussatz geheilt worden ist und das Andenken daran bewahren und zugleich Zeugnis geben möchte von Jesu Wundertaten.

Wenn wir die Evangelien miteinander vergleichen, so merken wir, dass hier verschiedene Traditionen vorliegen. Matthäus benutzt die Markus-Vorlage, nach der Jesus in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen einkehrt, wo ihm eine nicht namentlich genannte Frau salbt. Nach dem Johannesevangelium begibt sich Jesus auch nach Betanien, kehrt dort aber bei seinen Freunden Marta, Maria und Lazarus ein, und es ist Maria, die ihn salbt. Lukas berichtet von der Salbung Jesu nicht im Zusammenhang mit der Passion sondern weit früher, während Jesu wirken in Galiläa. Auch dort geschieht die Salbung im Haus eines Simon, der aber als Pharisäer gekennzeichnet wird.

Wir sehen hier deutlich, wie die einzelnen Evangelisten mündlich überlieferte oder bereits schon schriftlich fixierte Berichte über Jesus verwenden und in ihre Evangelien einbauen. Die Salbung in Betanien im Rahmen der Passion als Vorausbild der Totensalbung Jesu zu sehen ist sinnvoll. Zugleich könnte der Streit um das vermeintlich sinnlos vergeudete Öl der Anlass dafür gewesen sein, dass Judas Iskariot endgültig entscheidet, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Johannes stellt diese These auf, während bei den anderen Evangelisten alle Jünger ihr Unverständnis über die Verschwendung des Öls äußern.

Sorge für die Armen oder sinnfreies Opfer, was ist wichtiger? Ich denke, diese Frage ist falsch gestellt, ebenso wie manche Kritik am Reichtum der Kirche unangebracht ist. Oft hört man Menschen sagen, die Kirche solle doch mehr den Armen geben anstatt prächtige Kirchen zu bauen oder wertvolle Kelche und Gewänder für den Gottesdienst anzuschaffen. Ich denke, beides hat seine Bedeutung. Verschwenderischer Reichtum steht der Kirche nicht zu. Das stimmt. Aber zur Ehre Gottes ist es angebracht, dass das Gotteshaus und die liturgischen Gewänder auch einen gewissen künstlerischen Wert haben. Hilfe für die Armen und liturgischer Schmuck haben beide eine wesentliche Bedeutung für die Kirche. Das eine geht nicht ohne das andere. Aber dennoch gilt bis heute der Satz des heiligen Diakons Laurentius: „Die Armen sind der wahre Schatz der Kirche.“

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Palmsonntag

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte … (Mt 21,1a)

Über zwei Kapitel hinweg hat uns Matthäus vom Weg Jesu mit seinen Jüngern nach Jerusalem berichtet. Nun sind sie am Ziel angekommen, Jerusalem, dem Zentrum des jüdischen Glaubens mit dem imposanten Tempel des Herodes. Galiläa war Provinz, weit weg von den Schaltstellen der Macht. Dort war Jesus weitgehend sicher. In Jerusalem aber sitzen die religiösen Führer der Juden, denen Jesus schon lange verdächtig ist, und auch die römische Besatzungsmacht ist hier stark präsent.

Jesus hat den Weg nach Jerusalem bewusst gewählt. Hier will Jesus bewusst Aufmerksamkeit erregen. Er zieht nicht heimlich in die Stadt ein, vielmehr wird es ein Triumphzug werden. In Jerusalem zeigt sich Jesus offen als Messias und fordert so die Menschen zur Entscheidung – für ihn oder gegen ihn. Es ist alles vorbereitet, Jesus weiß, wohin er seine Jünger schicken muss, um das passende Reittier zu besorgen.

… und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen.
Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. (Mt 21,1b-5)

Jesus erfüllt, was der Prophet Sacharja (Sach 9,9) verheißen hat. Er ist der neue König von Israel, in dessen Reich Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Er kommt nicht stolz hoch zu Ross, sondern demütig auf einem Esel, wie es der Prophet angekündigt hat. Aber gerade durch die Erfüllung des Prophetenwortes lässt Jesus keinen Zweifel daran: er beansprucht die Herrschaft über die Stadt, er beansprucht die Herrschaft über die Herzen.

Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. (Mt 21,6-8)

Bisher war Jesus nicht darauf aus, die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen. Er hat seine Wunder im Verborgenen gewirkt, wollte nicht, dass die Menschen davon sprechen. Ihm ging es vor allem darum, einem konkreten Menschen zu helfen oder ein Zeichen zu geben, auf keinen Fall aber, selbst vor den Menschen groß dazustehen. Jedes Mal, wenn nach einem Wunder die Menge begeistert war, hat Jesus sie auf ein tieferes Geheimnis hingewiesen, woraufhin die Menge meist ratlos war.

Jesus ist bisher auch noch nie geritten, immer war er zu Fuß unterwegs. Doch nun ist es anders. Er lässt sich von den Menschen feiern. Er lässt zu, dass die Menschen ihn König, Sohn Davids, nennen. Doch auch hier ist es anders als es bei Königen normalerweise ist. Es sind nicht Soldaten, die ihm zujubeln, sondern einfache Menschen. Sie haben keine großen Geschenke. Sie breiten ihre Kleider über den Weg und reißen sich Zweige von den Bäumen ab zur Huldigung. Jesus reitet auf einem kleinen Esel, er ist der Friedenskönig. Er will sein Reich des Friedens auf der Erde errichten, das nicht mit Waffengewalt die Herrschaft über die Menschen durchsetzt, sondern in Liebe die Herzen aller Menschen vereint.

Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!
Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa. (Mt 21,9-11)

Alles ist gut vorbereitet. Jesus weiß, was er tut. Die Leute wissen es auch. Sein Einzug in Jerusalem bleibt nicht verborgen. Die ganze Stadt gerät in Aufregung und die Menschen strömen zusammen, um dem neuen König zu huldigen. „Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!“

Zu Recht waren sie ergriffen, als sie das wunderbare Geschehnis erblickten. Ein Mensch wurde wie Gott gepriesen, aber gleichzeitig wurde Gott im Menschen gepriesen. Ich glaube jedoch, dass selbst diejenigen, die die Loblieder sangen, nicht wussten, was sie priesen; vielmehr trat plötzlich der Geist in sie ein und goss ihnen Worte der Wahrheit ein. (Johannes Chrysostomus)

Anders als bei weltlichen Königen, denen man den Segen Gottes wünscht und für die man Gott bittet, dass ihr Handeln segensreich sein möge, geht von Jesus selbst das Heil aus. Kein irdischer Herrscher kann sich anmaßen, den Menschen das Heil zu bringen. Er kann durch eine segensreiche Regierung die Rahmenbedingungen für ein gutes Leben der Menschen herstellen, aber nicht deren Heil wirken. Doch Jesus bringt das Heil für den ganzen Menschen und für alle. Dieses Heil erlangt, wer sich der Herrschaft Gottes unterstellt.

Die Menschen geben Zeugnis von Jesus, als viele nicht wissen, wer hier so machtvoll in die Stadt einzieht. Das ist Jesus aus Nazaret in Galiläa, ein Prophet. Doch Jesus ist mehr als ein Prophet. In den folgenden Tagen wird er in Jerusalem durch seine Worte und Taten den Menschen zeigen, was die nun anbrechende Gottesherrschaft bedeutet. Und dann wird er seinen Thron besteigen und nach seinem Tod am Kreuz den ihm gebührenden Platz zur Rechten Gottes einnehmen.

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