Bernhard von Clairvaux

Wenn du weise bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal. (Bernhard von Clairvaux)

Bernhard von Clairvaux mahnt dazu, erst selbst zu lernen, selbst den eigenen Weg zu finden, selbst spirituelle Erfahrungen zu machen, bevor man anderen helfen will. Nur wer selbst voll ist wie eine Schale, kann aus seiner Fülle weiter schenken. Wer nur ein Kanal ist, der weiterleitet, wird sich schnell verausgaben. Gerade in unserer hektischen Zeit haben die Worte Bernhards wieder neu an Bedeutung gewonnen und werden gerne von Psychologen zitiert. Nehmen wir uns Zeit, uns selbst zu begegnen, nehmen wir uns Zeit, Gott zu begegnen. Erst dann können wir nachhaltig in den Dienst der Menschen treten und von Gott Zeugnis geben.

Wenn du weise bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal. Der Kanal nimmt fast gleichzeitig auf und gibt weiter, was er aufgenommen hat, die Schale aber wartet, bis sie voll ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Verlust weiter. …

Wir haben heute viele Kanäle in der Kirche, aber sehr wenige Schalen. Diejenigen, durch die uns die himmlischen Ströme zufließen, haben eine so große „Liebe“, dass sie lieber ausgießen als aufnehmen wollen, dass sie lieber reden als zuhören, dass sie schnell dabei sind zu lehren, was sie selbst nie gelernt haben, und danach verlangen, eine führende Stellung einzunehmen, auch wenn sie es nicht einmal verstehen, sich selbst zu lenken. …

Du aber lerne, nur aus der Fülle auszugießen und nicht den Wunsch zu haben, freigiebiger zu sein als Gott. Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, ergießt sie sich in den Fluss oder wird zu einem See. Die Schale schämt sich nicht, dass sie nicht überströmender ist als die Quelle. …

Handle also auch du ebenso! Werde zuerst voll, und dann magst du daran denken, aus deiner Fülle weiterzugeben. Eine gütige und kluge Liebe pflegt zuzuströmen, nicht zu verrinnen. …

Ich kann aus dir keinen Reichtum schöpfen, wenn du leer bist. Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle, wenn nicht, dann spare für dich.

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Die ungewöhnliche Schönheit Mariens

Pulchra es et decora, filia Jerusalem: terribilis ut castrorum acies ordinata.

Schön bist du und anmutig, Tochter Jerusalems, furchterregend wie die geordnete Schlachtreihe eines Heeres.

Als ich versuchte, die vierte Antiphon der Marienvesper aus dem Lateinischen ins Deutsche zu übersetzen, kam ich ins Stocken. So ungewohnt klang der Text. Er stammt aus der lateinischen Fassung des Hohenliedes (Hld 6,4), dessen Text oft in den marianischen Kontext übernommen worden ist.

Das Hohelied, auch „Lied der Lieder“ genannt, wird König Salomo zugeschrieben und besingt die Liebe zwischen Mann und Frau. Geliebter und Geliebte suchen einander und können sich nicht finden, in ihren Liedern beschreiben sie die Schönheit des anderen und bringen ihre Sehnsucht zum Ausdruck.

Die Schönheit der Geliebten hat christliche Frömmigkeit auf Maria übertragen. Mit dem Geliebten singt die Kirche das Lob Mariens. Maria ist wunderschön. Der Ausdruck Tochter Jerusalems wird gerne im Hohenlied als Bezeichnung der Geliebten verwendet.

Doch dann dies: wo wir aus der Einheitsübersetzung die Formulierung „prächtig wie Himmelbilder“ gewohnt sind, steht im lateinischen Text etwas ganz anderes. Es ist nicht nachzuvollziehen, woher die Einheitsübersetzung diese zwar liebliche, jedoch mit dem Text der Schrift nicht vereinbare Übersetzung mit Himmelsbildern nimmt. Alle Übersetzungen nahe am Urtext von Martin Luther über Martin Buber bis hin zu modernen Kommentatoren stellen den Text in den militärischen Kontext. Bestärkt wird dies auch durch die Erwähnung der Stadt Tirza im ersten Teil des Verses. Tirza war eine alte, befestigte Königsstadt im Nordreich Israels.

Die Geliebte aus dem Hohenlied und ebenso Maria werden verglichen mit der geordneten Schlachtreihe eines Heeres. Ich stelle mit hierbei ein antikes Heer vor, dessen Anführer prächtige Rüstungen tragen und dem Fahnenträger mit wallenden Standarten vorangehen. Die Soldaten stehen in Reih und Glied. Es handelt sich nicht um eine wüste Kriegshorde, die sich schreiend auf den Gegner stürzt, sondern um ein Heer, das nach zuvor präzise exerzierten Regeln in die Schlacht zieht.

Sicher ein Bild, das herausfordert. Wir leben in einer Zeit des Pazifismus, das Bild des Krieges soll spätestens seit dem brutalen Vietnamkrieg aus den Köpfen der Menschen in der zivilisierten westlichen Welt verschwinden. Aber dennoch sind die Kriege auf der Erde nicht verschwunden. Überall toben Kämpfe, von den Medien beachtet wie beispielsweise in Syrien und Afghanistan, oder weitgehend unbeachtet in den ärmsten Ländern der Dritten Welt. Zudem hat sich der Kriegsschauplatz der Welt durch den militanten Terrorismus bereits bis in das Herz unserer Gesellschaft verlagert.

Als Christen müssen wir kampfbereit sein, um die Freiheit unserer Gesellschaft und mit ihr die Freiheit unseres Glaubens zu verteidigen. Doch unsere Waffen sind nicht Gewehre und Panzer, sind nicht Autobomben und Sprenggürtel. Unsere stärkste Waffe ist der Glaube an den einen Gott, den Herrn des Himmels und der Erde und an seinen Sohn Jesus Christus, der den Tod besiegt hat. Unser Übungsplatz sind nicht die Kasernen, sondern der Alltag unseres Lebens. Hier gilt es, die Reinheit des Herzens zu bewahren und den Verlockungen des Bösen zu widerstehen.

Uns voran zieht die Standarte des Kreuzes, wie wir im Hymnus „Vexilla Regis“ am Fest Kreuzerhöhung singen und Maria kämpft mit uns in den Schlachtreihen des Heeres. Sie ist unsere Fürsprecherin bei ihrem Sohn, dass wir im Kampf nicht erliegen, sondern siegreich daraus hervorgehen. Wir tun gut daran, uns dieses Bild zu eigen zu machen in den Kämpfen, die wir im Leben zu bestehen haben. Maria kämpft mit uns, sie kämpft für uns, sie ist die Frau der Apokalypse, die den Drachen bezwungen hat, der gegen die Kinder Gottes Krieg führt. Vertrauen wir uns ihrer Fürsprache an:

Wer ist es, die da aufsteigt wie die Morgenröte, schön wie der Mond, leuchtend wie die Sonne, furchtbar wie ein Heer in Schlachtbereitschaft?

O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsre Zuflucht nehmen.

Herr Jesus Christus, unser Mittler beim Vater, dir hat es gefallen, die allerseligste Jungfrau Maria, deine Mutter, auch uns zur Mutter zu geben, damit sie unsere Mittlerin bei dir sei. Gewähre denen, die von dir Gnaden erbitten, die Freude, alles durch Maria zu erlangen. Amen.

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Mariä Himmelfahrt

Maria ist aufgenommen in den Himmel!

Die Engel freuen sich und lobpreisen den Herrn!

So singt die Kirche freudig am Fest Mariä Himmelfahrt. Der heutige Festtag ist von dieser Fröhlichkeit ganz durchströmt. In unseren Breiten liegt das Fest zudem mitten im Sommer, was ihm zusätzlich einen hellen, lichtdurchströmten Charakter verleiht.

Doch dass wir den heutigen Festtag feiern, ist nicht selbstverständlich. In der Heiligen Schrift wird die Gottesmutter zuletzt in Verbindung mit dem Gebet der Apostel vor dem Pfingstfest erwähnt. Über ihr weiteres Leben, ihren Tod und eine mögliche Aufnahme in den Himmel schweigt die Heilige Schrift. Diese Lücke wird durch verschiedene apokryphe Schriften gefüllt, die aber nicht den Anspruch erheben dürfen, von Gott geoffenbartes Wort zu sein.

Die frühen Theologen waren sich darüber im Klaren, dass Maria das gleiche Schicksal erleiden musste wie alle Menschen. Sie musste sterben. Aber doch konnten sie sich nicht vorstellen, dass Jesus Christus seine Mutter im Grab zurückzulassen vermochte. Zudem war man sich bereits in frühen Zeiten sicher, dass Maria bei ihrem Sohn besondere Fürsprache für uns Menschen einlegte. Maria musste also nach ihrem Tod ihrem Sohn ganz nahe gekommen sein.

Die Ostkirche feiert seit dem 6. Jahrhundert das Fest der Entschlafung der Gottesmutter. Sie gedenkt damit nicht nur des Todes der Gottesmutter, sondern auch ihrer Neugeburt für den Himmel. Bereits im 7. und 8. Jahrhundert wird das Fest im Westen verbunden mit dem Gedenken an die Unverwestheit ihres Leides und ihre Aufnehme in den Himmel. Von hier ist es nur noch ein kurzer Schritt hin zu dem Glauben, dass nicht nur die Seele Mariens in den Himmel aufgenommen wurde, sondern auch ihr Leib.

Die in Fürbitten unermüdliche Gottesmutter

und in der Hilfe unerschütterliche Hoffnung

konnten Tod und Grab nicht halten,

denn als Mutter des Lebens

hat sie zum Leben geführt

Er, der einst ihren jungfräulichen Schoß

zur Wohnung genommen.

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Maximilian Kolbe

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Die Rettung Israels (Röm 9)

Ich sage in Christus die Wahrheit und lüge nicht und mein Gewissen bezeugt es mir im Heiligen Geist: Ich bin voll Trauer, unablässig leidet mein Herz. Ja, ich möchte selber verflucht und von Christus getrennt sein um meiner Brüder willen, die der Abstammung nach mit mir verbunden sind. Sie sind Israeliten; damit haben sie die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen, sie haben die Väter und dem Fleisch nach entstammt ihnen der Christus, der über allem als Gott steht, er ist gepriesen in Ewigkeit. Amen. (Röm 9,1-5)

In den Kapiteln 9 bis 11 des Römerbriefs befasst sich Paulus ausführlich mit dem Thema der Rettung Israels. Er selbst war Jude und suchte das Heil auf dem Weg der Gesetzesgerechtigkeit, bis Jesus ihm vor Damaskus erschien und seinem Leben eine neue Perspektive gab.

Jesus war Jude, die Apostel waren Juden, die ersten Christen waren Juden. Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen. Es baut auf die Heilige Schrift des Alten Bundes. Jesus Christus sieht sich in seinen Predigten als die Erfüllung der Verheißungen des Alten Bundes. Der Gott Israels ist sein Vater. Von seinem Vater ist er gesandt, dem Volk Israel das Heil zu bringen und von Israel ausgehend der ganzen Welt.

Die Gelehrten des Judentums waren da aber anderer Meinung. Die Mehrheit von ihnen sah in Jesus Christus nicht die Erfüllung der Schriften des Alten Bundes, die sie sehr gut kannten, sondern einen Aufrührer und Gotteslästerer, der es sogar wagte, Gott seinen Vater zu nennen. Sie sahen in ihm eine Gefahr für den jüdischen Glauben und das gesamte jüdische Volk und daher war seine Verurteilung zum Tod für sie die einzige Möglichkeit, den Glauben der Väter zu retten.

Bis heute unterscheiden sich Juden und Christen grundlegend in der Auslegung der Heiligen Schrift. Während die Christen nahezu alle Worte und Ereignisse des Alten Testaments auf Jesus Christus hin deuten, hat für fromme Juden Jesus Christus in ihrem Glauben keinen Platz. Die Erfüllung der Verheißungen steht für sie noch aus und sie warten weiterhin sehnsüchtig auf den Messias.

Paulus muss sich vor den Juden und wahrscheinlich auch vor sich selbst rechtfertigen, warum er plötzlich an Jesus Christus glaubt. Es steht auch der Einwand im Raum: Wenn Jesus Christus wirklich gekommen ist, um Israel zu retten, warum haben dann nur wenige geglaubt? Was ist mit dem großen Rest derer, die weiterhin als Juden leben, ohne den Glauben an Jesus Christus anzunehmen?

Israel ist von Gott in ganz besonderer Weise erwählt. Gott hat einen Bund geschlossen mit Abraham, dem Stammvater Israels, und mit Mose und dem Volk am Berg Sinai. Dieser Bund bleibt bestehen. Die Erwählung Israels bleibt. Für Paulus aber mühen sich die Juden nun vergebens. Sie leben eine Verheißung, die sich bereits erfüllt hat. Das rührt Paulus in seinem Innersten, er ist voller Trauer darüber, dass nicht alle seine Brüder aus dem Judentum den Weg zu Jesus Christus gefunden haben, wie er selbst.

Paulus versucht die Juden zu überzeugen, er betet für sie, aber es ist eine Tatsache bis heute, dass viele Juden nicht an Jesus Christus glauben, sondern weiterhin nach der Tradition ihrer Väter leben, wie sie die Heilige Schrift des Alten Bundes überliefert. Paulus weiß, dass die Erwählung Israels vor Gott weiterhin Bestand hat. So liegt es auch ganz in Gottes Hand, was mit seinem erwählten Volk geschieht.

Fortan aber verbindet Juden und Christen eine wechselvolle Geschichte. Galt zunächst das Christentum als jüdische Sekte und gab es anfangs noch Versuche von jüdischer Seite, den Glauben an Jesus Christus eng mit der Tradition der Väter zu verbinden (etwa indem sie von Heidenchristen die Beschneidung und Einhaltung des jüdischen Gesetzes forderten und sie so weitgehend zu Juden machen wollten), löste sich das Christentum immer mehr vom Judentum ab.

Als das Christentum immer stärker wurde, begannen von christlicher Seite Übergriffe auf die Juden. Sie wurden als Christusmörder diffamiert. Mithilfe staatlicher Seite (die bei den Juden wegen ihrer Eigenschaft als Kreditgeber oft Schulden hatte und damit auch davon profitierte) gab es im Mittelalter immer wieder gewaltsame Ausschreitungen gegen Juden. Ihren Höhepunkt erreichte die Gewalt gegen Juden in der grausamen Vernichtung unzähliger Juden durch die Nationalsozialisten.

Christen haben sich immer wieder an Juden schuldig gemacht. Doch jede Form von Judenhass ist zutiefst unchristlich. Wir müssen den Weg Gottes mit seinem auserwählten Volk respektieren und achten. Wir dürfen wie Paulus für die Juden beten, aber es steht uns nicht zu, über Erwählung und Verwerfung zu urteilen. Gott geht den Weg mit seinem Volk, auch heute.

Gott unserer Väter, du hast Abraham und seine Nachkommen auserwählt, deinen Namen zu den Völkern zu tragen. Wir sind zutiefst betrübt über das Verhalten aller, die im Laufe der Geschichte deine Söhne und Töchter leiden ließen. Wir bitten um Verzeihung und wollen uns dafür einsetzen, dass echte Brüderlichkeit herrsche mit dem Volk des Bundes. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. (Papst Johannes Paul II.)

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Karl Leisner

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Heiliger Laurentius

Der Überlieferung nach wurde Laurentius in Spanien geboren, studierte in Saragossa und lernte dort den späteren Papst Sixtus II. kennen, der ihn dann mit nach Rom nahm. Während Sixtus Priester und Gelehrter war, entschied sich Laurentius für das Amt des Diakons, in welchem er seine Liebe zu den Menschen durch den Dienst an den Armen und Bedürftigen zum Ausdruck bringen konnte.

Zwischen Sixtus und Laurentius entstand eine Freundschaft und Vertrautheit, die im Laufe der Zeit noch zunahm und sich festigte. Als Sixtus im Jahr 257 zum Bischof von Rom erhoben wurde, machte er Laurentius zum ersten Diakon der Stadt. Er war nun zusammen mit den anderen Diakonen unermüdlich unterwegs, sammelte Spenden und verteilte diese an die Armen, Kranken und Behinderten, Witwen und Waisen. Bei den Bürgern Roms gewann Laurentius wegen seines Einsatzes hohes Ansehen.

Doch es waren unruhige Zeiten und das Misstrauen gegen die sich immer weiter ausbreitende Gemeinschaft der Christen wuchs. In Kaiser Valerian fanden die Gegner der Christen einen mächtigen Verbündeten. Der Kaiser wollte vor allem die Führungselite der Christen, Bischöfe, Priester und Diakone, ausschalten und sich an den Gütern der Kirche bereichern. Bereits damals hatte die Kirche vor allem durch Schenkungen frommer Christen einen gewissen Reichtum erlangt.

Am 6. August wurde Papst Sixtus zum Martyrium geführt. Nun begann Laurentius, die gesamten Schätze der Kirche unter den Armen zu verteilen. Dabei soll er auch einen Blinden durch das Zeichen des Kreuzes geheilt haben. Nach drei Tagen wurde er schließlich, wie ihm Sixtus verheißen hatte, selbst gefangen genommen. Der Kerkermeister Hippolytus, der Laurentius bewachen sollte, bekehrte sich, als er den Mut und die Standhaft des Laurentius sah. Als ihn schließlich der Kaiser zwingen wollte, die Schätze der Kirche herauszugeben, führte Laurentius viele Arme in den kaiserlichen Palast und sagte:

Sieh her, dies ist der Reichtum der Kirche. – Die Armen sind der wahre Schatz der Kirche.

Der erboste Valerian ließ Laurentius daraufhin mit Bleiklötzen schlagen und zwischen glühende Platten legen. Er bot ihm an, diese Qualen zu beenden, wenn Laurentius den heidnischen Göttern ein Opfer bringt. Doch Laurentius blieb standhaft und so befahl der Kaiser schließlich, ihn über stetig geschürtem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Selbst in diesen Qualen bewahrte der Heilige sich seinen Humor und neckte den Henker, er solle ihn auf dem Feuer wenden, der Braten sei auf der einen Seite schon gar.

Diese Seite ist gut durch, dreh um und iss.

So soll Laurentius dem Kaiser zugerufen haben, bevor er starb. Und Ambrosius fügt hinzu:

So hat er durch seine Tapferkeit die Glut des Feuers besiegt.

Bis heute gehört Laurentius zu den bekanntesten und beliebtesten Heiligen. Die Sternschuppen, die Anfang August oft besonders zahlreich zu sehen sind, werden ihm zu Ehren als „Laurentiustränen“ bezeichnet. Laurentius schenkt uns so ein Zeichen des Lichtes, in das er selbst eingegangen ist, und zeigt uns, dass es keine Nacht gibt, so finster sie auch sein möge, die stärker sein könnte als Gottes Licht, wie wir in der Vesper am heutigen Festtag beten:

Der heilige Laurentius sprach: Meine Nacht kennt keine Dunkelheit, sie ist hell wie der Tag.

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Edith Stein

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Hl. Pfarrer von Ars

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Gewissheit der Liebe Gottes

Paulus hat im 8. Kapitel des Römerbriefes viele Bilder gebraucht, um die Zuversicht zum Ausdruck zu bringen, die ihn als Glaubenden erfüllt. Doch alle Bilder verblassen angesichts der Erfahrung, die er gemacht hat. Nur wer sich selbst auf Jesus Christus einlässt, kann erfahren, was Paulus hier meint. Und um seinen Worten Nachdruck zu geben, spricht er am Ende des Kapitels noch einmal ganz deutlich. Er ist sich gewiss. Das was er sagt, steht für ihn unumstößlich, ohne jeden Zweifel fest. Nichts kann größer sein als die Liebe Gottes und nichts kann uns trennen von diesem liebenden Gott.

Ein großes Wort! Aber wir verstehen es nicht, weil wir nicht dieselbe Liebe haben wie Paulus. Und dennoch, der Apostel will zeigen, dass alles, so groß es auch sein mag, nichts ist im Vergleich zu der Liebe, mit der Gott uns umfängt. …
Der Sinn dieser Worte ist folgender: Was ist es nötig, von zeitlichen Drangsalen zu reden, von Leiden, die das Los dieses Lebens sind? Wenn mir einer von den gewaltigen Wesen des Jenseits reden würde, von Tod und Leben, von Engeln und Erzengeln, von der ganzen jenseitigen Welt, das alles kommt mir gering vor im Vergleich zur Liebe Christi. Wenn mir auch jemand mit dem Tod im Jenseits drohen würde, der niemals stirbt, um mich von Christus zu trennen, wenn mir jemand nie endendes Leben in Aussicht stellte, ich würde auch einen solchen Antrag zurückweisen. Gar nicht zu reden von irdischen Königen und Konsuln, von diesem oder jenem Mächtigen. Ja wenn du mir auch von Engeln sprichst, von allen himmlischen Mächten, von allem, was jetzt ist und was sein wird, so erscheint mir das alles klein und unbedeutend, alles auf der Erde und im Himmel und unter der Erde und über dem Himmel, im Vergleich zu jener Liebe.
Und als ob das noch nicht genug wäre, geht er noch über das Gesagte hinaus, um die Liebe, die ihn beseelt, auszudrücken, und fügt hinzu: „Noch irgendetwas anderes Erschaffenes“. Das heißt: selbst wenn es noch eine andere Welt gäbe, so groß wie die sichtbare und so herrlich wie die Geisterwelt, auch sie könnte mich von jener Liebe nicht trennen. Das sagte er nicht, als ob die Engel oder die andern seligen Geister je einen Versuch dieser Art machen würden, nein, sondern er wollte nur das Übermaß der Liebe ausdrücken, die er zu Christus hat. Er liebte nämlich Christus nicht wegen der von ihm zu erwartenden Gaben, sondern er liebte diese wegen Christus, und nur eines schwebte ihm als etwas Entsetzliches vor Augen, nur eines fürchtete er, nämlich, dass er seine Liebe verlieren könnte. Das war für ihn entsetzlicher als die Hölle selbst, wie andererseits das Verbleiben in dieser Liebe ihm begehrenswerter vorkam als das Himmelreich selbst. (Johannes Chrysostomus)

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